Pfarrerverband:
Pfarrerschaft und synodale Gremien müssen in Leitung der UEK beteiligt werden

Berlin/Altenkunstadt, 13.11.2002. Der Vorstand des Verbandes der Vereine evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland, der bundesweit 20.000 Pfarrerinnen und Pfarrer vertritt, hat sich in Berlin entschieden gegen die Zusammensetzung der Leitungsgremien in der geplanten Union Evangelischer Kirchen (UEK) ausgesprochen. Insbesondere dass in den Leitungsgremien der zu bildenen UEK weder synodale Gremien noch die Pfarrerschaft berücksichtigt seien, trifft im Verband auf Widerstand.

Nach den bisherigen Plänen würde in der neuen Union Evangelischer Kirchen (UEK), zu der sich die sieben bisher zur EKU gehörenden Kirchen mit weiteren Kirchen der "Arnoldshainer Konferenz" zusammenschließen wollen, eine Versammlung gebildet, in der die beteiligten Kirchen je drei Vertreterin bzw. Vertreterinnen entsenden. Beabsichtigt sei bisher, die Bischöfe bzw. Kirchenpräsidenten, die Konsistorialpräsidentinnen und –präsidenten sowie je ein weiteres Mitglied der einzelnen Kirchenleitungen zu entsenden. Eine verantwortliche Mitwirkung synodaler Gremien und der Pfarrerschaft sei nicht geplant.

Demgegenüber hält es der Vorstand des Verbandes für "unverzichtbar", dass alle für die UEK geplanten Regelungen des Pfarrerdienstrechts von einer nach kirchenüblichen Prinzipien gebildeten Synode beraten und entschieden werden. "Die vorgesehene Lösung, dass die Leitung des neuen kirchlichen Zusammenschlusses durch ein Gremium wahrgenommen wird, in dem gewählte Mitglieder von Kirchengemeinden nicht vertreten sind, können wir nicht für gut heißen", heißt es in der Stellungnahme des Vorstandes.

Vielmehr sei es dringend nötig, dass auch in der UEK eine verantwortliche Mitwirkung der Pfarrerschaft bei Regelungen des Dienstrechtes ermöglicht werde. Hierzu gehöre eine Bestimmung, die einer von der Pfarrerschaft gewählten Pfarrervertretung zumindest die Rechtsstellung einräumt, die in den Gesetzen der meisten Landeskirchen verankert ist, betont der Vorstand des Verbandes in seiner Stellungnahme. (Christian Fischer)

Stellungnahme im Wortlaut:

Der Vorstand des Verbandes der Vereine evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland, der 20.000 Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland vertritt, hat in seiner Sitzung am 9.11. in Berlin die Konsequenzen erörtert, die sich aus der vorgesehenen Neubildung der Union Evangelischer Kirchen (UEK) ergeben und folgende Stellungnahme verabschiedet:

"Wir halten es für unverzichtbar, dass alle für die UEK geplanten Regelungen des Pfarrerdienstrechts von einer nach kirchenüblichen Prinzipien gebildeten Synode beraten und entschieden werden. Die vorgesehene Lösung, dass die Leitung des neuen kirchlichen Zusammen-schlusses durch ein Gremium wahrgenommen wird, in dem gewählte Mitglieder von Kirchengemeinden nicht vertreten sind, können wir nicht für gut heißen. Wir halten es für dringend nötig, dass auch in der UEK eine verantwortliche Mitwirkung der Pfarrerschaft bei Regelungen des Dienstrechtes ermöglicht wird. Hierzu gehört eine Bestimmung, die einer von der Pfarrerschaft gewählten Pfarrervertretung zumindest die Rechtsstellung einräumt, die in den Gesetzen der meisten Landeskirchen verankert ist."

Klaus Weber, Verbandsvorsitzender