Bischof Hein widerspricht «Krisengerede» in der Kirche

Bischof Hein auf der Kanzel der Fuldaer Christuskirche. Foto: Schauderna Bildunterschrift: Bischof Hein auf der Kanzel der Fuldaer Christuskirche. Foto: Schauderna

Fulda, 25.9.2006 (epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, hält die Diskussion über eine Krise der Kirche für bedauerlich. «Wann gab es jemals Zeiten, die nicht kritisch waren?», sagte er in einem Gottesdienst aus Anlass des Evangelischen Pfarrerinnen- und Pfarrertages am Montagabend in Fulda. «Es ist höchst bedauerlich, dass die meisten von uns die evangelische Forderung, die Kirche müsse immer wieder reformiert werden, wie eine Fahne vor sich hertragen, aber sobald damit Ernst gemacht wird, sie schnell einrollen und sich nichts lieber wünschen, als dass alles so bliebe, wie es war», so Hein.

Was gegenwärtig an strukturellen Anpassungsmaßnahmen in den Landeskirchen laufe, könne die Bezeichnung «Krise» kaum verdienen, erklärte Hein. Um aus der vermeintlichen Krise herauszukommen, sei es nötig, beim Glauben zu beginnen. Auch Pfarrer bräuchten immer wieder eine «Konfirmation», eine Bestätigung und Vergewisserung im Glauben. Wen die Gewissheit des Glaubens erfülle, dem würden die Augen nicht mehr durch Furcht und Ängstlichkeit verschlossen. «Wir werden Überraschungen erleben - mehr, als wir ahnen oder uns lieb ist», zeigte Hein eine Zukunftsperspektive auf, die aus dem Vertrauen auf Gott erwachse.

Hein reagierte in seiner Predigt unter anderem auch auf Äußerungen des Vorsitzenden des Verbandes der Vereine der evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer, Klaus Weber. Dieser hatte zuvor auf dem Pfarrertag ein Reformpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland, das langfristig tiefgreifende Reformen vorsieht, heftig kritisiert, da es einen Abschied von der Volkskirche darstelle. Auch seien die Pfarrer an der Formulierung nicht beteiligt gewesen.

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Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Prof. Dr. Martin Hein im Wortlaut

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