Zur Diskussion um Ronald Dworkin und die europäische »Wertegemeinschaft« aus evangelischer Perspektive
Wert der »Werte« und Umwertung der »Werte«

Von: Michael Plathow
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In der multioptionalen Erlebnis- und Informationsgesellschaft ist viel von »Werten« und ­europäischer »Wertegemeinschaft« die Rede. Brisanz hat die Diskussion durch Ronald Dworkins Buch »Religion ohne Gott« gefunden. Michael Plathow geht auf den aktuellen Diskurs ein und widmet sich dabei auch der wertethischen Thematik in der evangelischen Theologie sowie dem Verständnis von »Werten« in kirchlichen Verlautbarungen.


1. Aktualität und Herausforderung des Werte-Themas heute

Aktuell und herausfordernd ist das »Werte«-Thema zum einen durch die gegenwärtig einfordernde Rede von der »Wertegemeinschaft«: humanistische, kulturelle, christliche Werte im Raum der »europäischen Wertegemeinschaft«, die Gestalt und Orientierung von regulierenden Werten und von – wie Jacques Delors sagte – ihrer »Seele« als Lebenselixier erfährt. Eingewoben ist die Diskussion um Werte und »Unwerte«, materielle und nichtmaterielle Werte, um Wert und Preis im Wertewandel und die Verwertung von Werten in persönlichen, gesellschaftlichen und politischen Interessen- und Wertekonflikten.


1.1 Ronald Dworkins Werterealismus

Zum andern erweist sich das »Werte«-Thema als aktuell und herausfordernd durch Ronald Dworkins Buch »Religion ohne Gott«1, nicht »etsi deus non daretur«, sondern »etsi deus non datur, non est«. Es handelt sich um den letzten, noch kurz vor seinem Tod 2013 geschriebenen, Beitrag des amerikanischen Philosophen und Rechtstheoretikers. Er beginnt: »Religion ist etwas Tieferes als Gott – das ist das Thema des Buches. Religion ist eine sehr grundlegende, spezifische und umfassende Weltsicht, die besagt, dass ein inhärenter, objektiver Wert alles durchdringt, dass das Universum und seine Geschöpfe Ehrfurcht gebieten, dass das menschliche Leben einen Sinn und das Universum eine Ordnung hat. Der Glaube an einen Gott ist nur eine der möglichen Manifestationen oder Konsequenzen dieser tieferen Weltsicht«2. Religion erweist sich als eine im Gefühl gründende Erfahrung des »Geheimnisvollen«3, des – mit Rudolf Otto und Paul Tillich – »Numinosen«4 »unabhängiger«, »objektiver«5 Werte: »Sinn des Lebens« und »Schönheit« sowie Erhabenheit des Kosmos und der Natur. Es handelt ich um Werte, die im Gegensatz zum reduktionistischen Naturalismus und Szientismus – etwa zu Richard Dawkins’ »Gotteswahn«6 – als »komplexe, emotionale Erfahrung sui generis«7 Weltsicht und Haltung durchdringen, nicht nur der religiösen Atheisten, sondern auch der Theisten8. Dabei lässt Dworkin für den »Werterealismus«9 seiner »Religion ohne Gott« irrelevant sein, »ob es einen personalen Gott der Theisten gibt« oder nicht10.

Dworkins im Gefühl gründende religiöse Erfahrung »unabhängiger« Werte erinnert nicht nur an Immanuel Kants »Bewunderung und Ehrfurcht … des bestirnten Himmels über mir und des moralischen Gesetzes in mir«11, sondern auch an Friedrich Schleiermachers im Gefühl verorteten »Sinn und Geschmack fürs Unendliche« seiner zweiten Rede »Über die Religion«12; im Gefühl »schlechthinniger Abhängigkeit«13 als »lebendige Empfänglichkeit«14 findet sie in seiner »Glaubenslehre« ihre Fortsetzung. Auch auf William James religiöse Erfahrung von Gefühlen einzelner Menschen, »die von sich selbst glauben, dass sie in Beziehung zum Göttlichen stehen«15, sei verwiesen; er spricht vom Gefühl einer »den Sinnen nicht zugänglichen Ordnung«16 und vom Gefühl der »Präsenz einer stärkeren Kraft«, das der Ratio gegenüber immun ist17. Geglaubt werden kann nur, was sich uns als lebendige Möglichkeit darbietet.


1.2 Wertekosmos und Reich Gottes

Die »Unabänderlichkeit« von Dworkins »Werterealismus« zeigt – neben der Emotionsfundierung der Werte – Entsprechungen zu Max Schelers unabhängig vom Beziehungssubjekt gegebenen Wertekosmos. Werte sind von der Güterwelt und ihren wechselnden Gestaltungen »völlig unabhängig und ihr gegenüber a priori«18 in Entsprechung zu den in der römisch-katholischen Pastoralkonstitution »Gaudium et Spes«, Nr. 4 genannten »valores perennes« und den im Grundgesetz GG Art. 1-20 niedergelegten Grundrechten, die mit Art. 79,3 als unveränderlich gelten. Darüber hinaus ist für Scheler die Liebe »die Bewegung, in der jeder konkret individuelle Gegenstand, der Werte trägt, zu den für ihn und nach seiner idealen Bestimmung möglichen höchsten Werten gelangt; oder in der er sein ideales Wertwesen, das ihm eigentümlich ist, erreicht (Haß aber die entgegengesetzte Bewegung)«19. Gegenüber Kants formalistischer Ethik gründet alles Sollen »auf Werten«20.

Sie bilden bei der Unterscheidung von Individual- und Kollektiv- oder Gesellschaftswerten21 eine »Rangordnung« von vitalen, geistigen und als höchsten von heiligen Werten oder »Werten des Heiligen«22. »Personwerte« sind die letzteren, im Unterschied zu Dworkin zentriert und fundiert in der Liebe23, und zwar in der Liebe Gottes; denn als »letzter Träger« des Wertes »heilig« erweist sich die »Idee Gottes und seines Reiches«24. Es ist die Gottesliebe, »in der die individualistischen und universalistischen sittlichen Grundwerte, die ›Selbstheiligung‹ und die ›Nächstenliebe‹, voll ihre letzte untrennbar organisatorische Einheit finden«25. Schöpferische Bedeutung hat sie beim mitschöpferischen Vollzug der Menschen für die Werte. Als »Mitvollzug« der Liebe Gottes »zur Welt (amare mundum in Deo) und zu Sich selbst (amare Deum in Deo)« zeigt sich diese Liebe – mit Augustin – als »amare in Deo«26.

Bei dieser – im Gegenüber zu Dworkin – philosophisch-theologischen Fundierung der Werte, für die als »Objekte intentionaler Gefühlsakte« »emotionaler Intuitivismus und materialer Apriorismus« zusammen einhergehen27, gilt zugleich für beide die klare ­Absage an den reduktionistischen Naturalismus Feuerbachscher und Freudscher Pro­venienz28.

Bei der Unterscheidung von Person- und Gesellschaftswerten, von Werten und Unwerten, von Wert und Preis, Gott und Geld stellt sich die Frage nach dem Beitrag, gegebenenfalls dem Mehrwert, evangelischer Theologie in dieser Diskussion zwischen Dworkin und Scheler für den Diskurs um die »Wertegemeinschaft«.



2. »Werte« in kirchlichen Denkschriften

2.1 Kirchliche Verlautbarungen 1979-1997

Sehr oft und in Orientierung gebenden Zusammenhängen sprechen gegenwärtige Verlautbarungen der christlichen Kirchen von Werten, Wertekonflikten und Wertevermittlung. In Denkschriften – gerade der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) – soll dem selbstredend nachgegangen werden.

Zunächst warf die gemeinsame Erklärung des Rates der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz »Grundwerte und Gottes Gebot« (17.7.1979) angesichts einer »immer deutlicher werdenden Orientierungskrise« (11) die »Frage nach tragfähigen Werten« auf (6). Diese Frage wird eingezeichnet in die damalige Grundwerte-Diskussion der politischen Parteien über »Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität«, die in der Zuschreibung der Menschenwürde Grund und Ziel haben. Grundwerte vermitteln so »entscheidende Orientierungskriterien« (7) für »ethische Sollenserkenntnisse und Sollensentscheidungen«; sie werden »die eigene Werteverwirklichung« fördern, nicht ersetzen (9).

Die Christen und Kirchen sind zudem überzeugt, dass »der in Jesus Christus offenbar gewordene Anspruch und Zuspruch Gottes … auch Angebot für eine menschenwürdige Gestaltung des Lebens« ist (12). Dafür kommt dem Dekalog des AT mit seinen »Wegweisungen zum Leben« (15) sowie dem Gebot der Nächsten- und Feindesliebe »entscheidende Bedeutung in der Disposition des Glaubens auf Christus hin« zu (14).

Die gemeinsame Erklärung »Gott ist ein Freund des Lebens. Herausforderungen und Aufgaben beim Schutz des Lebens« (30.11.1989) betont – entsprechend BVerfGE 39, 42 – die Achtung vor der Würde des Menschen, »die den Menschen als unverlierbarer Wert von seinem Beginn bis zu seinem Ende zugeeignet ist«; ihr ist normative und regulative Bedeutung eigen in medizin- und sozialethischen Entscheidungen (VI).

Der Werte-Begriff impliziert – wie »Grundwerte und Gottes Gebot«, Abschnitt 12 anzeigt – auch konfessionsspezifische Bedeutungselemente und Begründungsaspekte. Die biblisch-reformatorische und die naturrechtliche Wertebegründung werden unterschieden. Als Gemeinsamkeit der Christen zeigt sich, »dass ihr Glaube an Jesus Christus erkennbare Folgen für das individuelle und soziale Leben hat«.

Als Angebot und Aufgabe erweist sich der Staat des Grundgesetzes, basierend auf der Menschenwürde und den Grund- und Menschenrechten, nach der Denkschrift des Rates des EKD »Evangelische Kirche und freiheitliche Demokratie« (1985). »Die durch das Grundgesetz geschützten und gewährleisteten Grundrechte bestimmen die wesentlichen Elemente des demokratischen Rechtsstaates.« Er beruht auf Wertentscheidungen, in denen sich »die prägende Kraft des Christentums, wie es das Bundesverfassungsgericht nennt, auswirkt«, heißt es fortsetzend in Abschnitt 3 der Denkschrift »Christentum und politische Kultur« (1997). Es wird die Prägekraft des reformatorischen Christentums für die politische Kultur aufgezeigt; zugleich weist die Denkschrift auf die kulturformende und kulturkritische Bedeutung des Kreuzesgeschehens: »Das Wort vom Kreuz prägt für den christlichen Glauben weiterhin die Werte der Kultur und die Wertungen, die für die Lebensgestaltungen des Menschen maßgeblich sind – durchaus auch mit einer ›Umwertung aller bisherigen Werte‹«: »Gott allein die Ehre geben«, »die von Schuld erlösende und dadurch tilgende Allmacht der Liebe« Gottes im gekreuzigten Christus; das Kreuz als »Symbol helfender Liebe« zu Schwachen und Leidenden (64-66, 74).


2.2 Neuere Denkschriften und Erklärungen

Die EKD-Denkschrift »Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive« (2008) hebt die »christlichen Werte eines ehrbaren Kaufmanns« (6. 1) in Freiheit und Verantwortung vor Gott hervor, sodass die Werte Gemeinwohl, Würde der Mitarbeiter, Arbeitsplatzsicherung (53) Geltung finden da, »wo ›Geld‹ zum höchsten Gut und schließlich zum Götzen wird, und auch das Recht der Armen in Gefahr ist« (28). Entsprechend wird in »Solidarität und Selbstbestimmung im Wandel der Arbeitswelt« (2015) eine sozialpartnerschaftliche »Wertekultur« »gerechter Teilhabe« angezeigt, wie sie die evangelische Kirche in »Gerechte Teilhabe. Befähigung zu Eigenverantwortung und Solidarität« (2006) vertritt. Es decken sich die »Wertvorstellungen der Gewerkschaften im Sinn der Trias von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität« partiell mit diesem Leitbild, wenngleich »in einzelnen Ausprägungen auch Spannungen« zu christlichen Wertvorstellungen bestehen (6. 1).

Auf das Spezifische christlicher Bildung und Werteerziehung weist die EKD-Denkschrift »Religion, Werte und religiöse Bildung« (2007). Im »Vorwort« ihrer 10 Thesen heißt es: »Christliche Bildung und Erziehung trägt zur Werteerziehung bei; geht aber in ihr keineswegs auf. Umgekehrt speist sich die Werteerziehung auch im Elementarbereich nicht allein aus christlichen Quellen und Überzeugungen«. Den Unterschied nennt These 2: »Nach evangelischem Verständnis muss der Gottesbezug im Zentrum der religiösen Bildung stehen«. Zugleich eröffnet religiöse Bildung Zugänge zu zukunftsfähigen Werten. »Mit Bezug auf Gott geht die Wahrheitsfrage allen Werten voraus. Werte folgen aus dem Glauben«. Unter den neuen Voraussetzungen von Globalisierung und Migration – wie die Orientierungshilfe »Kirche und Bildung« (2009) zeigt – muss evangelische Bildungsverantwortung und kirchliches Bildungshandeln »politisch, ökumenisch, interkulturell und interreligiös« neu verantwortet werden. Den Werten »Freiheit, Verantwortung und Toleranz sowie der gesellschaftlichen und globalen Solidarität von Menschen« (51) misst der evangelische Religionsunterricht in »pluralitätsfähigen Schulen« besondere Bedeutung bei, wie die EKD-Denkschrift »Religiöse Orientierung gewinnen. Evangelischer Religionsunterricht als Beitrag zu einer pluralitätsfähigen Schule« (2014) hervorhebt. Dabei sind »Werte« gerade durch Vorbilder erfahrbar zu machen.

Der knappe Überblick über kirchliche Verlautbarungen der letzten Jahre zeigt, dass mit einer vom gesellschaftlichen Konsens getragenen Selbstverständlichkeit von Werten kritisch und konstruktiv gesprochen wird. Werte haben orientierende und normierende Bedeutung. Grundwerte und Werte in Politik, Wirtschaft und Arbeitswelt, in Kultur, Bildung und Ausbildung werden im Begründungs- und Interpretationszusammenhang von Menschenwürde, Menschen- und Grundrechten in Gesellschaft und ­Kirche verstanden. Dabei wird zwischen Werten und Unwerten, materiellen und nichtmateriellen Werten unterschieden.

Der Mehrwert, das Spezifische »christlicher Werte«, auch die Umwertung von Werten ist kirchlicherseits durch den Bezug auf Gott, durch das Evangelium von Jesus Christus, durch das geistgewirkte »Wort vom Kreuz« gegeben, eben »etsi deus datur«. Die Wahrheitsfrage geht allen Werten voraus und Werte folgen dem Glauben. Verortet sind sie im verkündigten Evangelium, in den biblischen Narrativen, in den 10 Weisungen zum Leben des AT, in der »goldenen Regel«, im ntl. Gebot der Gottes-, Nächsten- und Feindesliebe.

Das christliche Verständnis von Werten in kirchlichen Verlautbarungen schließt dabei ein, dass in einer pluralistischen, multiperspektivischen, offenen Gesellschaft Werte auch ohne Bezug auf Gott gekannt und gelebt werden, »etsi deus non datur, non est«. Als »unabhängige« Werte oder diskursethisch begründete Prinzipien von Menschen haben sie entsprechende Bedeutung und Funktion.


3. Das Werte-Thema in der evangelischen Theologie am Beispiel von Paul Tillich und Eberhard Jüngel

Die wertetheologische Thematik in der evangelischen Theologie der Gegenwart – die im römisch-katholischen Bereich immer wieder naturrechtliche Qualifizierung sei ausgespart – lässt sich durch die klassischen Positionen von Paul Tillich und Eberhard Jüngel markieren. Im Diskurs mit philosophischen Entwürfen präsupponieren sie – bei unterschiedlichem Zugang – Gott oder das Sein-Selbst, »etsi deus datur«.

Tillich gibt in seinem Aufsatz »Ist eine Wissenschaft von den Werten möglich?«29 im Gespräch mit Schelers und Hartmanns ontologisch begründeter Wertphilosophie auf die Themafrage eine positive Antwort mit seiner existentialontologischen Konstituierung der Werte: »Wert ist das essentielle Sein des Menschen, das ihm als Forderung entgegentritt«30. Auf dem Hintergrund der Entfremdung von essentiellem und existentiellem Sein des Menschen ist »die Erkenntnis der Werte identisch mit der Erkenntnis des eigenen essentiellen Seins. Sie geschieht auf zwei einander ergänzende Weisen, durch Intuition und durch Erfahrung«31.

Für Jüngel erweist sich in Abgrenzung zur materialen Wertethik Schelers und Hartmanns die Offenbarung der christlichen Wahrheit, ihrer Erkenntnis und Erfahrung als »Unterbrechung« des Werte-Seinszusammenhangs. »Die Unterbrechung des Menschen durch Gott ist zugleich eine radikale Infragestellung aller das menschliche Tun leitenden sogenannten Werte. … Aus der Wahrheit leben heißt ja … in der Liebe existieren. Gerade diese Bestimmung zeigt aber, dass das christliche Ethos keine Orientierung zu einer Wertethik kennt. … Wertethik und christliches Ethos sind einander fremd«32. Der »Tyrannei der Werte« – der Ausdruck findet sich bei Hartmann33; von Carl Schmitt34 wurde er publik gemacht – steht die christliche Wahrheit, ihre Erkenntnis und Erfahrung, hart gegenüber in der Weise, »dass sie die menschliche Existenz eindeutig zu deren Gunsten unterbricht«, und zwar in der »Selbsthingabe Gottes an den Menschen, wie sie im Tode Jesu Christi geschah«35.

Zwischen diesen Markierungspositionen einerseits eines existentialontologischen und andererseits eines offenbarungstheologischen Ansatzes sind verschiedene theologische oder philosophisch-theologische Entwürfe anzusiedeln36. Hartmut Kreß etwa versteht den Werte-Begriff als »theologischen Brückenbegriff« für die sozialethische »Vermittlung zwischen theologischen Grundaussagen und konkreter Weltwirklichkeit«37; als solcher erfüllt er eine Orientierungsfunktion für den einzelnen und für die Gesellschaft. Kreß versteht die christlichen Werte im »wertethischen Gehalt« der Eigenschaften Gottes begründet38. Dabei geht es ihm um die »zugleich wertbegründende und relativierende, vor Wertverabsolutierung schützende Bedeutung des Gottesgedankens«39.


4. Umschreibungen des Werte-Begriffs

4.1 Philosophische, politische und soziokulturelle Füllungen

Eine Annäherung an den Werte-Begriff mag versucht werden. »Werte« erweisen sich als soziokulturelle Leitbegriffe, die Regulative und Orientierungen mit gesellschaftlicher Bindekraft darstellen, Handlungsziele vorgeben und sich als bedeutsam für Sinnfragen zeigen. Teilweise entsprechen sie den Tugenden. »Werte« werden ontologisch, theologisch oder handlungstheoretisch begründet. »Werte« können Ideale repräsentieren, philosophischen Tugenden und Maximen Ausdruck geben oder religiöse Normen und Gebote widerspiegeln; sie erschließen Transzendenz, Sinn, Liebe. Sie sind auf die wechselseitige Anerkennung von Menschen und Mitwelt in Gesellschaft und Staat ausgerichtet. Recht und Gesetze, gesellschaftliche Konventionen und kulturelle Normen werden von ihnen geprägt.

In einer freiheitlich-demokratischen, multioptionalen, offenen Gesellschaft weisen »Werte« die »unantastbare« Menschenwürde und die unveränderbaren Grundrechte aus (GG Art. 79,3); in ihnen manifestieren sich verfassungsstaatlich Friede, Gerechtigkeit, Toleranz, Solidarität. Als Konstante erweisen sich diese »Werte« in den verschiedenen Lebenswelten wie Recht, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Schule, Sport, Medien usw., wo sie sich vielförmig konkretisieren in diskurstheoretisch gewonnenen Prinzipien40 wie Rechtsstaatlichkeit, Gemeinwohl, Umweltverträglichkeit, Selbstbestimmung, Wahrhaftigkeit, Fairness, Verlässlichkeit, Demut usw. Ihre regulative, orientierende, auch kritische Kraft zeigen »Werte«, indem sie in der Gestaltung der verschiedenen Lebenswelten umgesetzt und gelebt werden. Dabei kommt Vorbildern als Repräsentanten glaubwürdig gelebter »Werte« für die Werteerziehung in einer Gesellschaft – auch »etsi deus non daretur« – hohe Bedeutung zu.


4.2 Biblisch-reformatorische Entsprechungen

Im protestantisch geprägten Christentum wird der Werte-Begriff verwandt im biblisch-reformatorischen Deutungszusammenhang »vor Gott« in der Welt, »etsi deus datur« oder »quia deus datur«, wie die EKD-Denkschriften und die unterschiedlich begründeten und strukturierten Entwürfe von Tillich und Jüngel zeigen. Herangezogen wird der Werte-Begriff zudem als »theologischer Brückenbegriff« anschlussfähiger Kommunikation. In Entsprechung und Widerspruch, in Gestaltung und Kritik zu den in der pluralistischen, multioptionalen und offenen Gesellschaft geltenden Werten wird er aufgenommen und verstanden in christlicher Perspektive und Deutung. Die Werte »unantastbar« und unveränderbar, weil unhintergehbar, unbedingt, und die Werte als diskursethische Prinzipien menschlicher Gestaltung erfahren einerseits für den Glauben die Bedeutung als Gebote Gottes mit Gabe- und Aufgabequalität; andererseits haben die Gebote nach dem Willen Gottes Prägekraft für die Werte. Die über sich hinausweisende passiv-aktive Struktur des Indikativ-Imperativ hat dabei konstitutive Geltung. Werte dienen so gegen Chaos und Hass lebensfördernd und zukunfterschließend der Erhaltung von Mensch und Welt. In den 10 Freiheitsworten (Ex. 20,1-17; Mt. 15,4-6.19; Jak. 2,11f) zum Leben, in der »goldenen Regel« (Dtn. 15,7-10; Tob. 4,15; Mt. 7,12; Lk. 6,31) im Interpretationszusammenhang des Gebotes der Gottes-, Nächsten- und Feindesliebe sind sie vorgezeichnet (Lev. 19,18; Mt. 5,43-48; Joh. 13,34; Röm. 13,9; Gal. 5,14; Jak. 2,8).


4.3 Ein theologisches Kontrastmodell

Damit sind sie zugleich Umwertung der von Menschen selbstsüchtig gemachten Werte. In der Selbsterschließung des dreieinen Gottes als Liebender im Kreuz Christi ist die Wende begründet: das Kreuz Christi als Krise und Gericht über die selbstmächtigen Werte menschlichen Habens und Machens einerseits und als neuschaffende Umwertung des lebensdienlichen und zukunfteröffnenden Werte durch das Evangelium von der Liebe Gottes (1. Joh. 4,7-16) als Quellgrund und Wärmestrom lässt sie die Glaubenden antworten mit der Liebe zu Gott und zum Nächsten.

Allein aus Gnade gerechtfertigt, erfährt der Glaubende im Werden neu seine Lebenswelten im Horizont der Zukunft Gottes als neue Wirklichkeit. Der Glaubende lebt als »simul peccator et iustus« in der noch nicht erlösten Welt, durch Anfechtungen getragen vom heiligen Geist und hindurchdringend im Gebet, in der Gemeinschaft des Volkes Gottes, der Kirche Jesu Christi, die zugleich der Ort und Anwalt des in Jesus Christus offenbaren Menschenbildes und der den Menschen zugesprochenen Menschenwürde sowie der Freiheit der Christenmenschen für die Freiheit Anderer ist. Die Kirche erbringt dabei kultur- und werteprägend öffentliche Orientierungsleistungen; sie erinnert zugleich das unterscheidend christliche Orientierungswissen christlicher Werte (Ex. 20,1-21; Mt. 5,44-48; Röm. 15,9; Gal. 5,22; 1. Kor. 13,13). Und die Perspektive der Selbstzurücknahme Jesu Christi bis ins Leiden am Kreuz eröffnet die tiefe Einsicht in den »unantastbaren« Eigenwert der Menschenwürde der Armen, Schwachen, Kranken, Behinderten, Ausgegrenzten, Unterdrückten wie der sich stark und gesund Fühlenden. Gegenwärtig ereignet sich dieses neue Menschen- und Wirklichkeitsverständnis in der Kraft des heiligen Geistes durch die Verkündigung des Evangeliums, das zu Gerechtigkeit und Frieden befreit auf die endgültige Vollendung hin41.

Das »Wort vom Kreuz« und der Glaube an den gekreuzigten Christus (1. Kor 1,18ff) bringt hervor und gestaltet so Unterscheidungskriterien, wie Jüngel zeigt, für einerseits die Prägung und die Entsprechung der gesellschaftlichen Werte und andererseits für deren Kritik und den Widerspruch der biblisch-reformatorischen Sicht des neuen Menschen- und Wirklichkeitsverständnisses42.

In Deutschland – und so auch in Europa – bringen sich evangelische Christen und die evangelische Kirche – als »Körperschaft des öffentlichen Rechts« ein gesellschaftliches Teilsystem in den Grenzen der rechterhaltenden Gewalt des »Staates des Grundgesetzes« – konstruktiv und kritisch in die Wertediskussion u.a. mit ihren Denkschriften ein.



5. Resümee für eine »Wertegemeinschaft«

Diese Leitgedanken theologischer Wahrheitsgewissheit werden in den gesellschaftlichen Wertediskurs in Konsens und Dissens als Rechenschaft des reformatorisch geprägten Glaubens konstruktiv und kritisch vertreten von evangelischen Christen und ­Kirchen.


5.1 Dworkin und der theologische Wertediskurs

Zunächst sei festgehalten, dass sowohl von der biblisch-reformatorischen Tradition wie von Dworkin und Scheler die naturalistische oder szientistische Deutung der Werte gemeinsam abgelehnt wird. Differenzen zeigen sich sodann zu Dworkins auf dem Weg naturphilosophischer Transzendierung entdeckter »unabhängiger Werte«. Ein nicht zu verkennender Optimismus der besten aller Welten kennzeichnet sie; die Diskrepanzen und Distinktionen zwischen Wert und Unwert, Sinn und Irrsinn, Schönheit und Grausamkeit werden verdrängt. Auch stellt sich die Frage, ob Werte beziehungslos existieren. Entsprechend findet Liebe als wechselseitige Anerkennung und darüber hinaus, in einer personalen Beziehung, sei es zu Menschen, sei es zu Gott, in Dworkins »Welt der Werte« keinen Ort.

Scheler lässt seine phänomenologische Erkenntnis vom Wesenszusammenhang apriorischer materialer Werte mit emotionaler und ethischer Intention von der christlichen Liebes-Metaphysik grundgelegt sein. Und die Liebe findet ihren letzten Träger in der »Idee Gottes und seines Reiches«43. Es ist die Gottesliebe, »in der die individualistischen und universalistischen sittlichen Grundwerte, die ›Selbstheiligung‹ und die ›Nächstenliebe‹, voll ihre letzte untrennbare organische Einheit finden«, schreibt er44. Die »Rangordnung der Werte«, vom »emotionalen Intentionalismus und materialen Apriorismus«45 in ihrer Geltungskraft bestimmt, kennt die Diskrepanz von Wert und Unwert, Neigung und Abneigung. Eine Nähe lässt sich zu der »unantastbaren« Menschenwürde und den unveränderlichen Grundrechten beobachten. Nach biblischer Botschaft gründen diese nicht-voraussetzungslos im Zuspruch und Gebot Gottes, der in Liebe Mensch und Welt gegen die Macht der Sünde, die Macht dessen, was Leben zerstört und Zukunft verschließt, dennoch in Geduld erhält (Röm. 3,25)46.

Für Scheler erweisen sich Werte als »Personwerte«, die im Glauben an den personalen Gott der Liebe Grund und Ziel haben und als – mit Augustin – »amare in Deo« gelebt werden47. Durch »Werte« hindurch richtet sich die Liebe auf konkretes »Liebenswertes« und in der Bewegung der Liebe erschließen sich höhere Liebenswerte im konkreten Anderen48. Und Liebe, vorbildhaft gelebt, erweckt andere zu Nachahmung und Nachfolge ­gegen Unwerte und Hass.

Durch die Beziehung zum Gott der Liebe, doch im Gegensatz zur wertethischen Konstitution, gibt es wohl eine gewisse Entsprechung Jüngels zu Scheler. Doch geht für Jüngel die Wahrheit Gottes, der sich im Kreuz Christi zum Heil von Mensch und Welt offenbart, allen Werten widerständisch voraus. Gott und Glaube, Wort und Glaube bestimmen die realistische Spannung zwischen Wert und Unwert, Liebe und Hass, eben ­Leben und Tod.


5.2 Theologische Entsprechungen

Nach reformatorischem Verständnis stehen die natürlichen oder gesellschaftlichen Werte als Gebote Gottes, der als der in Freiheit Liebende Frieden und Gerechtigkeit nach seinem Gebot will, im Dienst der Erhaltung Gottes. Trotz menschlicher Unwerte, Hass und Sünde erhält Gott dennoch in Geduld diese Welt. Das lebensfördernde und zukunfteröffnende Segenswirken Gottes, der wirkt an Mensch und Welt entsprechend seiner Eigenschaften, verwirklicht sich in den Werten der Menschenwürde, der Menschen- und Grundrechte von Frieden und Freiheit, Gerechtigkeit und Recht.

Der Pluralismus einer multioptionalen offenen Gesellschaft mit ihren Divergenzen und Konflikten wird zusammengehalten als eine wiederum sehr plurale, auch konfliktvolle »Wertegemeinschaft« mit u.a. politischen, unternehmerischen, gewerkschaftlichen, sportlichen, akademischen Kodices diskursethischer Prinzipien. In der Menschenwürde mit den Menschenrechten gründend und ihr zugeordnet erweisen sie im demokratischen Rechtsstaat ihre normierende, gestaltende und kritische Kraft als Grundwerte wie Freiheit, Friede, Gerechtigkeit, Gleichheit, Solidarität, Recht, Rechtstaatlichkeit, Toleranz, Umweltverträglichkeit. Verbindende und verbindliche Werte sind sie in Spannung und Streit mit Unwerten, die die gesellschaftliche Wertegemeinschaft in der noch nicht erlösten Welt bedrohen und herausfordern. Christen und Kirchen bringen sich da mit ihrer Botschaft und Ihrem Glaubensverständnis konstruktiv und kritisch ein in den gesellschaftlichen Diskurs, wie es die evangelische Kirche u.a. mit den genannten Denkschriften tut.


5.3 Evangelische Kirchen und die Wertegemeinschaft Europa

Das gilt ebenso für die Wertegemeinschaft im »europäischen Haus«, das mehr ist als eine ökonomische und monetäre Union, wie die heftige Diskussion um den Entwurf einer europäischen Verfassung nach der Osterweiterung der Europäischen Union (1.5.2004) zeigte49. Europa ist geprägt von jüdisch-christlicher Tradition, griechisch-humanistischem Geist und römischem Recht. Dabei stritten und streiten zwei »Seelen« Europas im Kampf um Werte und Unwerte miteinander: gesamteuropäische Solidarität und nationaler Eigennutz, freiheitliche Demokratie und oppressiver Totalitarismus, kreative Humanisierung und destruktive Barbarei, Xenophilie und Xenophobie, Logik des Geldes und der Ökonomie einerseits und Kultur des Erbarmens andererseits, ökumenische Gemeinschaft und Konfessionalismus, Glaube und christlich geprägte Mentalität einerseits und Unglaube und atheistische Weltanschauung andererseits usw. Das schließt ein Streit und Konflikt, die Spannungen von Wollen und Vollbringen, Sein und Sollen, Ideal und Wirklichkeit im »europäischen Haus«. Eigen ist ihm das Leitbild vom demokratisch, plural, regional, subsidiär gestalteten Europa, auf der »Basis der Menschenwürde, der Menschen- und Grundrechte des Friedens, der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Toleranz, der Partizipation, der Solidarität«, der Umweltverträglichkeit, wie die Charta Oecumenica (22.4.2001) erklärt. Für deren gesellschaftliche Geltung und Bindekraft setzen sich die Kirchen ein. Vom »spirituellen Erbe des Christentums« her »betonen« sie »die Ehrfurcht vor dem Leben, den Wert von Ehe und Familie, den vorrangigen Einsatz für die Armen, die Bereitschaft zur Vergebung und in allem die Barmherzigkeit«, heißt es dort weiter. Denn »ohne gemeinsame Werte« ist die Einigung des europäischen Kontinents, die die Kirchen ­»fördern«, dauerhaft nicht zu erreichen50.

Bei einer Kompatibilität zwischen Europa und Protestantismus im Modell der Einheit in Vielheit ist der selbsteigene Auftrag der evangelischen Kirchen, konstruktiv und kritisch wie er ist, ausgerichtet auf wechselseitige Anerkennung und versöhnte Verschiedenheit eines von Pluralität gekennzeichneten einen Europas, wie schon die erste europäische evangelische Kirchenversammlung in Budapest (24.-30.3.1992) nachhaltig in ihren Thesen zum Ausdruck bringt51. Die »Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa (GEKE)« appelliert von ihrem Auftrag her, die von Gottes Erbarmen eröffnete Wirklichkeit allein durch den Glauben und die daraus erwachsende Weltverantwortung zu bezeugen; sie drängt darauf, das »Leitmotiv Europa«, »mit einer Stimme« reden, zu realisieren52. Dem weiß sich die GEKE in den folgenden Jahren im Diskurs um die Wertegemeinschaft Europa verpflichtet53.

In Entsprechung und im Unterschied, ja, Widerspruch verkündigt das Evangelium vom gekreuzigten und auferstandenen Christus die kreative und kritische Liebe Gottes in Kirche und Gesellschaft als Beitrag im Wertediskurs. Als Gemeinden und Kirchen in der Welt selbst in Differenzen und Konflikten lebend, durch das Evangelium von der Vergebung, von der »Reinigung und Heilung der Erinnerung« befreit, treten evangelische Christen und Kirchen für versöhnte Verschiedenheit in der europäischen Wertegemeinschaft ein. Sie engagieren sich politisch gegen Hass und Unwerte für Segen und Wohl nach dem biblisch bezeugten Gebot Gottes zum Leben.

Das Evangelium als »Wort vom Kreuz« verkündigt dabei das im Leiden Christi am Kreuz offenbare Erbarmen des Mensch und Welt liebenden Gottes und die im Leiden Christi ansichtige Einsicht in den »unantastbaren« Wert, die Würde der Leidenden, ­Armen, Schwachen, Gedemütigten und ­Diskriminierten.

In ökumenischer Gemeinschaft bezeugen die Kirchen das Evangelium Jesu Christi, d.h. die von Gottes Erbarmen eröffnete Wirklichkeit allein aus Gnade für alle Menschen. Ihnen gilt das Wort von der Vergebung und Versöhnung im Kreuz Jesu Christi. Ihnen wird verkündigt der Indikativ und Imperativ der 10 Freiheitsworte und der Gottes-, Nächsten-, und Feindesliebe, die als Weisung zum Leben den Leidenden, Armen, Diskriminierten »Nächster« sein lässt. Christliche Liebe aus dem liebenden Erbarmen Gottes in Jesus Christus wird gelebt in Hingabe und Selbstzurücknahme um des Anderen willen aus Dankbarkeit in Freude.

Einer auf Menschenwürde und Menschen- und Grundrechten gründende Friedens- und Rechtsordnung in Freiheit und sozialer Gerechtigkeit und einer »Kultur des Erbarmens« für Schuldbeladene und ungerecht Leidende »vor Gott« gilt so der Beitrag, mit dem sich evangelische Theologie und Kirche in den Diskurs über Werte und die europäische Wertegemeinschaft einbringt.


Anmerkungen:

1 Ronald Dworkin, Religion ohne Gott, Berlin 2014; vgl. auch: Susanne Beyer/Romain Leick, Das unsterbliche Gerücht, in: Der SPIEGEL 24/2014, 59-67; Johannes Fischer, Der Verlust der Wirklichkeitspräsenz. Zu Ronald Dworkins, Religion ohne Gott, in: EvTh 2015, 120-135.

2 Ebd., 11.

3 Ebd., 29.

4 Ebd., 27.

5 Ebd., 11, 24, 29.

6 Ebd., 17, 22, 137.

7 Ebd., 27.

8 Ebd., 46, 130.

9 Ebd., 29.

10 Ebd., 32, 130f, 140.

11 Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft. Beschluß, Ph B 38, Hamburg 1974, 186.

12 Friedrich Schleiermacher, Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. Zweite Rede »Über das Wesen der Religion«. Philosoph. Bibliothek 255, Hamburg 1958, 30, 37. Auch Johann W. von Goethes Gefühlsreligiosität sei genannt.

13 Ders., Der christliche Glaube §4, §5.

14 Vgl. Sabine Schmidtke, Schleiermachers Lehre von Wiedergeburt und Heiligung. Lebendige Empfänglichkeit als soteriologische Schüsselfigur der Gotteslehre, Tübingen 2015.

15 William James, Die Vielfalt der religiösen Erfahrung, Frankfurt/M. 1997 (Original: The Varieties of Religious Experience, New York 1902/1982), 62.

16 Ebd., 85.

17 Ebd., 105f.

18 Max Scheler, Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik, GW 2, 46.

19 Ders, Wesen und Formen der Sympathie, GW 7, 164.

20 Ebd., 221.

21 Ebd., 122f, 50.

22 Ebd., 129; ders., Wesen und Formen der Sympathie, GW 7, 164, 167-170.

23 Anm. 21.

24 Ebd., 302; ders., Wesen und Formen der Sympathie, GW 7, 166.

25 Ebd., 303; ders., Wesen und Formen der Sympathie, GW 7, 166.

26 Ebd., 166.

27 Hans Joas, Die Entstehung der Werte (1999), 145, 149.

28 Anm. 18: 45, 48; Anm. 6.

29 Paul Tillich, Ist eine Wissenschaft von den Werten möglich? (englisch 1957, deutsch 1961), in: GW III, 100-106.

30 Ebd., 105.

31 Ebd., 106.

32 Eberhard Jüngel, Wertlose Wahrheit. Christliche Wahrheitserfahrung im Streit gegen die Tyrannei der Werte, in: Sepp Schelz (Hg.), Die Tyrannei der Werte, Hamburg 1979, 68.

33 Nikolai Hartmann, Ethik 21966, 576.

34 Carl Schmitt, Die Tyrannei der Werte (159), 2011.

35 Anm. 31: 66.

36 Martin Honecker, Einführung in die theologische Ethik, Berlin 1990, 225ff; Hartmut Kreß, Ethische Werte und der Gottesgedanke, Stuttgart 1990; ders., Menschenwürde im modernen Pluralismus. Wertedebatte, Ethik der Medizin, Nachhaltigkeit, Hannover 1999; ders., Autonomie der Ethik. Zur Problematik und zum Gehalt eines ethischen Leitbegriffs, in: ThLZ 118, 1993, 475-486; ders., Der Begriff der Person als Ausgangspunkt und Leitbegriff ökumenischer Ethik, in: Marianne Heimbuch-Steins/Andreas Lienkamp/Joachim Wiemeyer (Hg.), Brennpunkt Sozialethik. Theorien. Aufgaben. Methoden, Freiburg – Basel – Wien 1995, 87-101; Ulrich Eibach, Der Wandel moralischer Werte – Eine Herausforderung für die Kirchen, in: KuD 40, 1994, 80-100; Helga Kuhlmann, Aufwertung der Werte. Warum Christen ihre Moral offensiv vertreten sollten, in: EK 22, 1999, 22-26; Hartmut von Hentig, Ach, die Werte! Über eine Erziehung für das 21. Jahrhundert, München 1999.

37 Hartmut Kreß, Ethische Werte und der Gottesgedanke, Stuttgart 1990, 220.

38 Ebd., 238; vgl. auch Gerhard Ebeling, Dogmatik des christlichen Glaubens I, Tübingen 1979, 238.

39 Ebd., 244.

40 Vgl. auch Wolfgang Huber, Gerechtigkeit und Recht, 3München 2006, 121f.

41 Vgl. Michael Welker, Gottes Geist, Neukirchen-Vluyn 1992, 231-245.

42 Vgl. Michael Plathow, Das Werte-Thema. In kirchlichen Äußerungen und reformatorischer Wirklichkeitsdeutung, in: DPfBl 102 (2002), 111.

43 Anm. 18: 302.

44 Anm. 18: 503.

45 Anm. 26.

46 Vgl. auch Edmund Schlink, Ökumenische Dogmatik (1983), in: ders., Schriften zu Ökumene und Bekenntnis, Bd. 2, 3Göttingen 2005, 189.

47 Anm.18: 227; Anm. 24: 111.

48 Anm. 24: 161, 191, 194.

49 Helmut Heit (Hg.), Die Werte Europas. Verfassungspatriotismus und Wertegemeinschaft in der Europäischen Union?, Münster 2005, Einführung, 3-22, und ebd., Matthias Belafi, Christliche Werte und Europäische Verfassung, 72-85; vgl. auch: J. H. H. Weiler, Ein christliches Europa. Erkundungsgänge, Salzburg – München 2004.

50 Charta Oecumenica. Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen Europas, hrsg. CCEE/KEK, Genf 2001, Nr. 7.

51 Vgl. Beatus Brenner, Europa und der Protestantismus. Bensheimer Hefte 73, Göttingen 1993.

52 Kirche – Volk – Staat – Nation, hrsg. von der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) Nr. 6.3.1; 6.3.5., in: Wilhelm Hüffmeier/Christine-Ruth Müller (Hg.), Versöhnte Verschiedenheit. Der Auftrag der evangelischen Kirchen in Europa, Frankfurt/M. 2002, 126ff.

53 Vgl. Texte der 6. Vollversammlung der GEKE in Budapest 12.-18.9.2006, hrsg. von Wilhelm Hüffmeier, Martin Friedrich, Frankfurt/M. 2007, 135; Wolfgang Huber, Renaissance des Glaubens – Die Säkularisierung und die Zukunft der Kirchen, in: Liz Mohn (Hg.), Werte. Was die Gesellschaft zusammenhält, Gütersloh 2006, 45-52; Michael Plathow, Der Beitrag des Protestantismus in Europa, in: Frederike Schönemann/Thorsten Maaßen (Hg.), Prüfet alles, und das Gute behaltet. FS Hans-Martin Barth, Frankfurt/M. 2004, 41-58.

 

Über den Autor

Prof. Dr. Michael Plathow, Jahrgang 1943, Studium in Theologie und Jura, 1974 Ordination, 1973 Promotion über Karl Barth, 1979 Habilitation, 1986 apl. Prof., bis 2007 Direktor des Konfessionskundlichen Instituts in Bensheim; Schwerpunkte in Veröffentlichungen und Lehre: Dogmatik, Martin Luther, Ökumene, Kirchenrecht.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 7/2017

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