Potential der Reformation
Freiheit

Von: Ulrich Beuttler
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Die evangelischen Kirchen, die aus der Reformation hervorgegangen sind, verstehen sich heute als die Kirchen der Freiheit. Sie gründen sich auf christliche Freiheit, wie sie die Reformation, insbesondere Martin Luther, erkannt und bewirkt hat. Ulrich Beuttler legt dar, welches Potential in diesem Freiheitsverständnis liegt und was es für Theologie, Kirche und Gesellschaft bedeutet.


Im Jahr 2006 hat der Rat der EKD unter Führung des damaligen Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber ein Impulspapier mit dem Titel »Kirche der Freiheit« veröffentlicht. Dieses Papier hatte nichts weniger als eine umfassende Neuorientierung der evangelischen Kirche in Deutschland im Sinn, und zwar im Blick auf das Reformationsjubiläum 2017. Als Kirche der Freiheit sollte die Kirche zukunftsfähig gemacht werden, die großen Herausforderungen der Gegenwart zu bewältigen: Traditionsabbruch, Säkularisierung, Autoritätsverlust der Institutionen – und zwar innovativ zu bewältigen. Als Innovationsmotor diente der christliche Begriff der Freiheit, und man griff dabei zurück auf die christliche Freiheit, den »Grundimpuls der Reformation«1.

»Zur Signatur evangelischen Christseins gehört Freiheit. Die Bindung an Jesus Christus eröffnet Raum für die persönlich verantwortete Gestaltung der christlichen Existenz und des kirchlichen Auftrags« (ebd.). Um ihr Potential der Erneuerung und Zukunftsfähigkeit abzurufen, müsse die evangelische Kirche sich also auf die christliche Freiheit in Jesus Christus zurückbesinnen. Dann sei es möglich, dass »die evangelische Kirche einen Mentalitätswandel und einen Paradigmenwechsel weg von der Verteidigung gewachsener Strukturen hin zum Ergreifen neuer und verheißungsvoller Möglichkeiten« (ebd.) vollzieht.

Dass die evangelische Kirche sich als Kirche der Freiheit versteht und Freiheit als Potential ihres reformatorischen Erbes begreift, hat eine gute protestantische Tradition. G.F.W. Hegel hatte den Protestantismus die Religion der Freiheit genannt. Durch die Reformation sei der Geist, der »der Religion selbst angehört, und die Freiheit in der Kirche gewonnen«2 worden. Es wird erzählt, dass Hegel zweimal im Jahr sein Glas auf die Freiheit erhob, am 14. Juli, dem Sturm auf die Bastille, und am 31. Oktober, dem Reformationstag3. Nicht zuletzt Bundespräsident Joachim Gauck hat die (gesellschaftspolitische und religiöse) Freiheit ins Zentrum seiner gesellschaftlichen Analyse gestellt4. Und die württembergische und badische Landeskirche stellen das ganze Reformationsjahr unter das Thema »… da ist Freiheit«5.

Wir müssen allerdings genauer nachfragen, inwieweit der Begriff der Freiheit taugt, erstens die Reformation selbst zu charakterisieren und dann zweitens sie heute weiterzuführen. Denn die Reformation selbst hatte zunächst weder politische Revolution noch kirchlichen Strukturwandel noch gesellschaftliche Änderungsprozesse im Sinn, ­sondern genau das Gegenteil. Sie verstand Freiheit keineswegs als politische oder gesell­schaftliche Größe der Neugestaltung.


Zurück zu den Ursprüngen

Der Reformator Heinrich Bullinger definierte Reformation ganz im Sinne Luthers und seiner Mitstreiter als Anliegen, die Kirche zurückzuformen (von lat. reformare = zurückformen): »Reformare bedeutet eine Sache in ihre frühere, verloren gegangene Form zurückzuführen«6. Reformation heißt: zurück zur Bibel und zum Glauben der Väter, zurück zu den religiösen Grundlagen der frühen Christenheit, von denen sich die Kirche aus der Sicht der Reformatoren im Laufe ihrer Geschichte mehr und mehr entfernt hatte. (Der erste reformatorische Kirchengeschichtsschreiber Gottfried Arnold beschrieb explizit die Kirchen- und Theologiegeschichte des Mittelalters als Verfallsgeschichte, die man nur durch Rückwendung auf den Anfang heilen und erneuern kann.) Die Reformatoren wollten keine Neuerer, keine Modernisierer sein. Als solche, als Neugläubige und »Deformierer«, wurden sie jedoch von den Anhängern der römischen Kirche, von den Altgläubigen, beschimpft. Erst im Zuge der Gegenreformation überboten sich die reformatorischen Kirchen darin, die wahre ecclesia reformata als Kirche der Erneuerung zu sein.7

Man kann also sagen, dass die Reformatoren wider Willen, indem sie zum Alten, zur ursprünglichen Kirche des ersten Evangeliums zurückwollten, Neues schufen und sowohl die Kirche, als auch Kultur und Gesellschaft weiterentwickelten. (In »Reformationstheorien«8 diskutieren B. Hamm, B. Moeller und D. Wendebourg, ob das Erneuernde der Reformation als Potential in ihr selbst angelegt, so Hamm, oder erst von außen durch die römische Restriktion provoziert wurde, so Wendebourg.) Der Humanist Erasmus nannte die Reformation regeneratio, Wiedergeburt, Renaissance. Es hat ziemlich lange, bis ins 18./19., sogar 20. Jh. gedauert, bis die reformatorischen Kirchen selbst dies annehmen konnten und Reformation eben gerade als Erneuerung, als renovatio, und nicht mehr als Rückbindung, als Zurückformung begriffen.9

Ich möchte nun zuerst dieses Widereinander zwischen Aufbruch und Restauration, zwischen Freiheit und Rückbindung in Theologie und Wirken der Reformatoren, besonders Luthers thematisieren. Dann gehe ich auf die sozusagen indirekten Wirkungen der Reformation als Religion der Freiheit in Aufklärung und Neuzeit ein, und frage schließlich nach dem Potential, das die evangelische Freiheit, auch in der Rückbesinnung auf genuine Anliegen der Reformation, ­heute haben kann.


Erneuerung oder Restauration?

Wer feiert 2017: Die evangelischen oder/und auch die römisch-katholische Kirche oder/und auch die ganze säkulare Gesellschaft? War Luther ein Modernisierer, der neue Freiheit gebracht hat, oder hat er eigentlich nur die Kirchenspaltung bewirkt und die Einheit Europas letztlich zerstört? Denn Fakt ist, dass die Kirche nach der Reformation keine Einheit mehr war und Europa zersplittert in eine Vielzahl von kleinen und kleinsten Territorien, besonders das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das doch gegründet worden war, um die Einheit, die im geistlichen durch den Papst repräsentiert war, auch politisch durch Kaiser und Reichsstände zu bewirken. Aber nach der Reformation war das Reich zersplitterter als vorher. 1648 zählte man noch 250 Einzelterritorien im Reich und die Tendenz zur politischen Einigung ging erst im 18./19. Jh. voran, allerdings wieder mit zahlreichen Kriegen, nach den Religionskriegen des 17. Jh. nun mit Freiheitskriegen.

Die Reformation hat nicht nur die evangelische Rückbesinnung auf das Evangelium hervorgebracht, sondern auch die evangelischen Kirchen, im Plural, also auch die Kirchenspaltung im Abendland bewirkt und die zuvor noch geeinte weströmische Kirche ­aufgespalten.

Oder soll man sagen, dass die Kirche schon in sich gespalten war und die Reformation nur vollzogen hat, was längst schon der Fall war? Dass die Kirche wie das Reich aus einer Mehrzahl von theologischen und grundsätzlichen Ausrichtungen und Reformansätzen bestand, auf der einen Seite diejenigen, die Reform nur in der weiteren Stärkung der lehramtlichen Papstkirche sahen (der Papalismus) auf der anderen Seite diejenigen, die alle Reformhoffnung auf das Konzil setzten (der Konziliarismus), während die Reformatoren weder dem Papst noch dem Konzil die Reform zutrauten. »Papst und Konzilien glaube ich nicht; es steht fest, dass sie häufig geirrt und sich auch selbst widersprochen haben«10, behauptete Luther in Worms. Und schon beim Verhör im Oktober 1518 im Fugger-Palast zu Augsburg vor dem päpstlichen Legaten Kardinal Cajetan hatte Luther die Autorität des Papstes in Sakraments- und Heilsfragen angezweifelt, so dass der ihm entgegenschleuderte: »Das heißt eine neue Kirche bauen«.11


Überwindung mittelalterlichen Denkens

Bedenken wir weiter die theologische Diskussionslage, dass die beiden reformatorischen Kernthemen, an denen sich die Kontroverse entzündete, nämlich der Frage des Ablasses und besonders der Frage der Rechtfertigung und der Heilsgewissheit, 1517 noch gar nicht lehramtlich abschließend geklärt waren – die lehramtliche Fixierung geschah erst in der Folge des Thesenanschlags, im Dialog des Kurientheologen Prierias De potestate papae, in den Augsburger autoritativen Traktaten Cajetans12 während des Verhörs sowie abschließend im Zuge des antireformatorischen Konzils von Trient 1563. Und selbst das Konzil war, obwohl es explizit viele Sätze Luthers bzgl. Wille, Sünde, Gnade und Heil als ketzerisch verdammt hat, z.B. in Frage der Heiligen- und Reliquienverehrung und der Bußfrömmigkeit ganz erneuernd, indem es das volksmagische Treiben des Mittelalter sozusagen rational begrenzt und Luthers sehr mittelalterlich-apokalyptisches schwarz-weiß Denken ganz neuzeitlich-rational überholt hat.13 Der römische Katholizismus war im Denken oft rationaler und damit moderner und wissenschaftsfreundlicher als die Reformatoren.

Luther war in seinem Weltbild in vieler Hinsicht ganz mittelalterlich und auch den Erneuerungen des Denkens und der Wissenschaft gegenüber gar nicht aufgeschlossen. Z.B. hat er mit der Mehrheit der (römischen) Wissenschaftler, aber im Unterschied zu anderen progressiv-heliozentrischen reformatorischen Theologen wie Andreas Osiander oder Caspar Cruciger, die Revolution des Kopernikus vehement abgelehnt und am alten aristotelisch-geozentrischen Weltbild festgehalten.14 Dennoch war Luther in anderer Hinsicht, etwa in der Frage des Abendmahls (der sog. Ubiquitätslehre) extrem innovativ und modern und wurde so auch wissenschaftlich indirekt zum Wegbereiter der Moderne. (Man hat Luthers Abendmahlslehre sogar als »weltanschaulich geradezu befreiend«, als »Bruch mit dem alten Weltbild« und »bahnbrechend« für die »gesamte ­Entwicklung des modernen Weltbildes« ­bezeichnet (W. Elert).15)

Weiter stellt sich die wichtige Frage, ob Luther eigentlich schon reformatorisch gesinnt oder ob er nicht umgekehrt noch katholisch war, als er 1517 zum Reformator wurde. War Luthers Rechtfertigungs- und Freiheitslehre ein epochaler theologischer Neuansatz und ein Bruch mit der mittelalterlichen Theologie, wie B. Moeller betonte, oder ist die Kontinuität und starke Verankerung der reformatorischen Theologie in der mittelalterlichen Mystik und Frömmigkeit vorrangig, wie V. Leppin meint16, was z.B. an der Betonung der Buße in Luthers erster These von 1517 deutlich wird, die das ganze Leben umfassen soll. Es ist dann die Frage nach der Datierung, ob die sog. Reformatorische Wende, die Luther als eine explizite Freiheits­erfahrung beschrieben hat, vor dem 31.10.1517 anzusetzen ist, oder erst danach, wofür einiges spricht.


Eine echte Freiheitserfahrung

Luther hat im Rückblick gesagt, dass ihm die neue Erkenntnis der Rechtfertigung aus dem Glauben so gewesen sei, als ob er »durch geöffnete Tore ins Paradies selbst eingetreten«17 sei: eine echte Freiheitserfahrung. Luther hat denn im Gefolge, ab dem 11.11.1517 seinen Familiennamen von mhd. »Luder« in humanistisch »Luther« mit th, von griech. eleutherius, der Freie, geändert und über einige Wochen mehrere persönliche Briefe mit »der Freie« unterschrieben. Auf jeden Fall scheint die reformatorische Neuerkenntnis der christlichen Freiheit recht unabhängig von der kirchlichen Streitfrage um den Ablass, die den Konflikt mit Papst und Kirche bis zum Ketzerprozess und zur Exkommunikation brachte.

Wenn das der Fall ist, könnte man auch heute das Thema der christlichen Freiheit unabhängig von der nach wie vor strittigen Kirchen- und Amtsfrage ökumenisch feiern. In der Tat wurde gerade von katholischer Seite (u.a. Kardinal W. Kasper18) jüngst Luthers Erkenntnis der geistlich-christlichen Freiheit als ökumenische Erkenntnis gelobt. Allerdings muss man sehen, dass Luthers reformatorische Erkenntnis der Glaubensfreiheit noch längst nicht die Glaubens- und Gewissensfreiheit der Moderne ist, die man heute so gerne auf Luther zurückführt.


Luther als Wegbereiter der Moderne?

Die Moderne versteht sich seit der Aufklärung als »Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit«19. Aufklärung heißt bei I. Kant, sich seines ­Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen, m.a.W. von der Freiheit der Vernunft überall Gebrauch zu machen.

Diese Freiheit wird seit dem 19. Jh. gerne auf Luthers Berufung auf seine Gewissensfreiheit vor Kaiser und Reich in Worms zurückgeführt, und auch in Luthers Thesenanschlag 1517 an der Schlosskirche in Wittenberg aufgefunden. Diese Deutungen funktionierten solange, als man den Thesenanschlag symbolisch überhöhte: als Kampfansage Luthers gegen die dekadente römische Kirche, als Aufstand des freien Gewissens gegen den papistisch-mittelalterlichen Aberglauben, als Akt des deutschen Selbstbewusstseins gegen das unaufgeklärte alte Regime, als Durchbruch der Neuzeit gegen das Mittelalter, als erster Akt einer geplanten Kirchenreform, als Massenvolksbewegung gegen die elitäre Koalition aus Adel und ­Kirche. Aber keine dieser Deutungen ist ­historisch zu halten.

Die Wittenberger Kirchentür taugt schwer als Ereignis der Initialzündung, auch wenn die Gemälde vom Thesenanschlag das so inszenierten und bis zum Lutherfilm Hollywoods weiterspannen: die Mär vom jugendlichen Helden, der mit den mächtigen Schlägen die »Welt veränderte für immer«. Die 95 Thesen taugen nicht als Aufbruch in die Freiheit der Vernunft und der Neuzeit, weil Luthers Behandlung des Ablassthemas völlig verstrickt war in das theologische Problem des Mittelalters um die Autorität des Papstes in Heilsfragen.

Wie steht es mit Luthers Auftritt vor Kaiser und Reich 1521 in Worms, als er sagte: »Wenn ich nicht durch Schriftzeugnisse oder einen klaren Grund widerlegt werde, denn allein dem Papst oder den Konzilien glaube ich nicht …, kann und will ich nicht widerrufen.«20 Dass Luther hier gleichermaßen Kaiser und Papst, Kirche und Reich selbstbewusst die Stirn bot, war weniger seiner aufgeklärten Mündigkeit geschuldet, als seinem Festhalten an der Bibel als alleiniger Autorität. »Mein Gewissen ist gefangen im Wort Gottes«, sagte Luther im gleichen Satz. Seine Berufung auf die Vernunft und das Gewissen in Worms ist noch nicht schon die Hochschätzung der Vernunft in der deutschen Aufklärung des 18. Jh. und die in jahrhundertelangen Kriegen erkämpfte individuelle Glaubens- und Gewissensfreiheit der Neuzeit, wenngleich Luther für die Ausbildung der persönlich-privaten Glaubenspraxis, die dem Zugriff von Staat und Kirche entzogen ist, entscheidender Katalysator war.21 Aber Luther stellt ja daneben noch besonders die Heilige Schrift, auf die er sich beruft, und dieses Schriftprinzip ist ja eher restaurativ, es wendet sich zurück auf die Anfänge und sieht Freiheit des Gewissens nur in der Bindung an die Ursprungsauto­rität.

Der durchaus freie Umgang mit der Heiligen Schrift und den Traditionen, der die evangelische Theologie seit der Aufklärung charakterisiert, kann sich zwar auf Luthers Schriftprinzip beziehen22 – die Heilige Schrift ­ersetzt den Papst als letzte Autorität in der Kirche – entspricht aber nur bedingt ­Luthers Umgang mit derselben.


Gewissens- und Religionsfreiheit

Die Religionsfreiheit im engeren Sinne wurde erst nach Religionskriegen mit Zigtausenden von Toten 1648 im Westfälischen Frieden erreicht und auch da zunächst nicht als Wahlfreiheit, sondern als Staatssache. Religionsfreiheit gab es nur als Recht des Landesherrn zur Reformation (jus reformandi), also zum Wechsel des Bekenntnisses, dem alle Untertanen folgen mussten, oder immerhin, auswandern durften: Das jus emigrandi war der große Fortschritt des 17. Jh.

Erst in langem kritischem Aufbegehren der Aufklärung gegen Kirche und Staat wurde die individuelle Freiheit des Individuums in Glaubens- und Gewissensfragen erreicht:

a) Die Religionsfreiheit der Wahl des Bekenntnisses gegenüber Staat und Kirche wurde erst in der franz. Revolution erstritten und in Deutschland zögerlich nach und nach zunächst als Recht von Minderheiten toleriert. Erst der streng säkulare Staat des 20. Jh. gewährte in der Weimarer und dann der Bundesrepublik volle Glaubens- und Gewissensfreiheit der freien Wahl (Weimarer Reichsverfassung Art. 136/137, aufgenommen in das Grundgesetz der BRD Art. 4); in England, Frankreich und den USA war die Religionsfreiheit schon früher gewährt, durch das System der »freiwilligen Religion«, die jedoch anders als bei uns die Religion zur Privatsache machte, also öffentliche und private Religion streng trennt.

b) Die Gewissensfreiheit gegenüber den Institutionen: Dass im Gewissen der einzelne Mensch vor Gott steht und nur ihm gegenüber Rechenschaft schuldig ist, hat erst die Aufklärung gegenüber der Kirche erstritten. Aber dass die Institutionen, weder Kirche noch Staat, niemand zum Glauben zwingen können und das Gewissen nicht manipulieren dürfen, kann sich auf Luther berufen. 1523 hat er in der Schrift »Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei« gesagt: »Zum Glauben kann und soll man niemand zwingen.«23 Das hat Luther gegenüber dem Herzog Georg von Sachsen geltend gemacht, der versucht hatte, die Verbreitung von Luthers deutschem Neuem Testament in Sachsen zu unterbinden. »Zum Glauben kann und soll man niemand zwingen«, sagte Luther gegenüber der staatlichen Gewalt und des Übergriffs in Glaubens­fragen. Direkt hat das nichts geholfen, sondern im landesherrlichen Kirchenregiment hat nun statt der Kirche die staatliche Obrigkeit bis 1918 Glauben und Bekenntnis festgelegt. Erst seither haben wir keine Staatskirche mehr, sondern die »hinkende Trennung« der positiven Kooperation von Staat und Kirche und die volle positive, staatlich gewährte und geförderte, Religionsfreiheit.24 Aber doch wurde mit Luthers mutiger Spitze der Freiheit des Glaubens tatsächlich der Protestantismus mit Recht on the long run zur »Gewissensreligion« (Karl Holl)25 und die innere Freiheit des Gewissens zu seinem Prinzip.


Reformation als gesellschaftspolitische Kraft

Die Reformation als Umgestaltung und Erneuerung von Kirche und Gesellschaft beginnt so richtig 1520 mit den beiden reformatorischen Hauptschriften: Die Adelsschrift »An den christlichen Adel deutscher Nation« ist Programm der Reformation als gesellschaftspolitische Kraft, hier möchte Luther die politische Führung des Landes für die Neuausrichtung einer ganzen Gesellschaftsordnung gewinnen, und die Freiheitsschrift »Von der Freiheit eines Christenmenschen« ist Programm der Reformation als ­religiöser Erneuerung.

In der Adelsschrift 1520 hat Luther seine Sicht der Kirche klipp und klar erklärt. Es seien Mauern, welche die Kirche hochgezogen habe, um sich gegen Reformen zu immunisieren. Der Papst sei der »Teufel zu Rom«, der Antichrist, der den Machtanspruch seiner geistlichen Gewalt über die Schrift, über ein Konzil und über die weltliche Gewalt stellt26. Die Missstände des Papismus haben die ganze Kirche verdorben. Ein geldgieriger Klerus saugt die Kirche aus. Die Werkgerechtigkeit bestimmt die Christenheit durch und durch: Wallfahrten, Heiligenverehrung, Messstiftungen, das Ablasswesen. Hier malt Luther, durchaus im Einklang mit Reformschriften des 15. Jh., das Bild einer durchgängig degenerierten, vollständig verdorbenen und reformunfähigen und unwilligen Kirche. Die Kirche, sagt Luther, befindet sich in einer mehrfachen Gefangenschaft. Die kirchlichen Missstände seien nicht nur einzelne Fehlhaltungen (wie Luther noch 1517 meinte), sondern seien tief in der Geistlichkeit und in den Amtsstrukturen und in der Kirche als Heilsanstalt verankert.

Und genau das wollte man hören: Die Adelsschrift war ungewöhnlich erfolgreich, von der 1. Auflage wurden schon 4000 Exemplare gedruckt27 und in einem Jahr erschienen 25 weitere Auflagen. Luther hat diese Provokation geschrieben, als der Prozess gegen ihn schon in vollem Gang war und es im Grunde kein Zurück gab, als der Graben mit der Kirche Roms von beiden Seiten nicht mehr zu überbrücken war. Luther wendet sich an diejenigen, von den er den kirchlichen Neubau erwartet und zutraut: Es sind neben dem Adel, d.h. den Fürsten und Rittern, die Städte, d.h. der Magistrat, aber auch jeder Christenmensch aufgefordert, durch seine Lebensweise für des »christlichen Standes Besserung« einzutreten. Dass die Obrigkeit im Besonderen aufgerufen war und die Reformation faktisch eine Fürstenreformation war und nur so überhaupt ihre Durchsetzung erlangte – in Wittenberg wie in Württemberg – das beinhaltete gleichermaßen, dass jeder Christ an seinem Ort das Seinige beitragen sollte, um christliches ­Leben zu stärken.


Allgemeines Priestertum

Zugleich ist die Adelsschrift das Programm einer erneuerten Kirche, welche im allgemeinen Priestertum aller Glaubenden und Getauften begründet ist. Worum geht es im Kern? Die Kirche sollte nicht mehr zweigeteilt aus Klerikern und Laien bestehen, also aus zwei Arten und Wesen von Christen. Nach 1. Petr. 2,9 sind für Luther »alle Christen wahrhaft geistlichen Standes, und es ist zwischen ihnen kein Unterschied als allein des Amts halber«. Luthers Kirche kennt nur Amtspersonen und Differenzen in der Aufgabenübertragung, nicht jedoch im Wesen und Sein: Durch die Taufe hat Gott jeden Christen in gleicher Weise »geweiht«. Es gibt nur einen Priester: Christus. Durch die Taufe ist jeder Christ im gleichen Stand. »Was aus der Taufe gekrochen ist, das kann sich rühmen, dass es schon zum Priester, Bischof und Papst geweiht sei«28. Die These »Wir sind Papst« hat die BILD-Zeitung also von Luther plagiiert und sie galt nicht dem einen Papst für und gegenüber allen Christen, sondern sie gilt allen Christen miteinander und gleicherweise, unter dem einen Herrn, Christus.

Die Idee des allgemeinen Priestertums birgt ein radikales Potential, das sogar das Luthertum immer überforderte! Es hat ein egalistisches Ideal, das so radikal ist, dass es in der Realität nicht einlösbar ist. Dennoch ist diese eine Idee von solcher Kraft gewesen, dass sie alle Kirchenstrukturreformen und -erneuerungen, die aus der Reformation hervorgingen, nachhaltig geprägt, aber auch strapaziert und irritiert hat. Kurz gesagt, ist dieses Programm nie umgesetzt, sondern immer auf halbem Weg abgebrochen worden.

Reformation war nichts Anderes als Fürstenreformation von oben und das landesherrliche Kirchenregiment hat das mittelalterliche System der Bischofskirche noch aufs welt­liche Regiment ausgedehnt und diesem die Herrschaft über Staat und Kirche überlassen. Luther hat also letztlich aus Ordnungsgründen dem Fürsten mehr Recht gegeben als ihm theologisch »eigentlich« zusteht. Der Landesherr war zunächst nur als Notbischof gedacht, wurde aber mangels Alternativen bald auf Dauer gestellt, bis 1918, wie gesagt.


Urteilsfreiheit der einzelnen Gläubigen

Gleichzeitig war damit jedoch die Idee des rein geistlichen, antiklerikalen und antihierarchischen allgemeinen Priestertums nicht gestorben, sondern blieb Unruhe der protestantischen Kirchen und in ihrer Struktur lebendig, war also das Reformpotential in den Kirchen der Reformation. Das dritte Freiheitspotential der Reformation Luthers besteht also in der Urteilsfreiheit der einzelnen Gläubigen gegenüber der Kirche. Die Kirche ist nach Luther nichts anderes als die im Wort Gottes gegründete und versammelte Gemeinde, aber nicht die hierarchische Klerikalkirche von oben. »Es weiß gottlob ein Kind von 7 Jahren, was die Kirche sei, nämlich die heiligen Gläubigen und die Schäflein, die ihres Hirten Stimme hören«, sagt Luther 1536 in den Schmalkaldischen Artikeln. Ihre Heiligkeit jedoch bestehe »nicht in Chorhemden, Tonsuren, liturgischen Gewändern und ihren anderen Zeremonien, … sondern im Wort Gottes und rechtem Glauben.«29 Kirche der Freiheit heißt bei Luther auch Freiheit von der Kirche, Freiheit in der Kirche und Freiheit für die Kirche.30

Dass die Reformation keine suffiziente Kirchenlehre ausgebildet habe, wird ihr bis heute von römischer Seite vorgeworfen, stimmt aber nicht. Aber es war eine andere, bei der man vom Glauben des Einzelnen zur Kirche kommt, während im Katholizismus umgekehrt das Verhältnis des Einzelnen zu Christus von seinem Verhältnis zur Kirche abhängig ist, so Schleiermachers präzise Analyse31.

Das antihierarchische Potential war in der evangelischen Kirche immer lebendig. Man denke an den Pietismus und seine »ecclesiola in ecclesia«, man denke an den Kirchentag, wo immer noch irritierend sich evangelische Nichtkleriker zu Wort melden. Man denke an die Organisation des Schulwesens und der Armenversorgung, bei denen das egalitäre Christentum leitend war. Man denke an die heutigen Landeskirchen, deren Organisation zu gleichem Teil aus geistlicher und aus »weltlicher« Leitung durch Ökonomen, Finanz- und Verwaltungsleuten besteht. Man denke an die Wahl der Pfarrer durch das »Laien«-gremium und an die gleichberechtigte Gemeindeleitung durch Pfarrer und Kirchengemeinderat, man denke an die Kirchenverfassungen durch Synoden oder die inzwischen selbstverständliche Zulassung von Frauen im Pfarramt.

Das Priestertum aller Gläubigen steht für eine egalitäre und partizipatorische Form von Religion und Kirche. Es steht für die Begrenzung der Professions- und Funktionärskirche durch die Laien, die keine Laien sind, sondern Ehrenamtliche. Es ist aber auch eine Frage an das Innerste des reformatorischen Christentums, ob die Kirche je reif und fähig für das Priestertum aller Gläubigen ist.


Religion der Freiheit

Liegt in Luthers Kritik an der Papstautorität das eine, kritische Moment der erneuerten Kirche, so liegt in Luthers Freiheitsschrift das andere Moment der Reformation als religiöser Erneuerung.

»Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan.«32 Damit formuliert Luther: Im Glauben ist jeder Christ ein souveräner Herr über alles, nicht über Menschen, aber über alles, was sich als Heilsbedingung und Heilshindernis zwischen ihn und Gottes vergebende Güte schieben will; und er ist in dieser Hinsicht niemandem untertan, d.h. er ist auch frei vom Papst, der die Schlüsselgewalt über das Jenseits, über Fegefeuer und Himmel für sich beanspruchte. Gegen das System des Monopols der Heilsvermittlung durch die Papst- und Priesterkirche stellt Luther die prinzipielle Gottunmittelbarkeit des glaubenden Menschen, jedes Christen und jeder Christin. Er betont die Unmittelbarkeit zu Gottes befreiendem Evangelium. Der Zugang zum Evangelium als dem Schatz der Kirche ist nicht, wie bisher, durch die guten Werke und vermittelt über die Ämter der Kirche gegeben, sondern allein in der Gnade, die das Evangelium allen Glaubenden schenkt. Dieses »neue ›demokratisierende‹ Heiligkeitsverständnis«33 wurde leitend für die Theologie der Reformatoren.


Was führt zur inneren und äußeren Freiheit? Eine kurze Antwort:

1. Allein die Gnade und allein der Glaube: Rechtfertigung heißt: Gott erweist den Menschen Treue ohne Voraussetzungen, ohne Vorleistung, gratis, »umsonst« (I. Dalferth)34. Die Nähe Gottes, seine Gemeinschaftstreue wird im Glauben angenommen. Dabei ist der Glaube ein empfangenes, ergriffenes Geschenk der Gnade Gottes. »Die Seele hat kein anderes Ding, … worin sie lebt, fromm, frei, … ist, als das heilige Evangelium.«35 Die Seele ist frei im Glauben.

2. Christus allein: Nicht in Jesus, dem moralischen Vorbild, sondern in Jesus Christus, dem Gekreuzigten, begegnet der wahre Gott und Mensch. Wir sollen, sagt Luther, Christus zuerst als »eine Gabe nehmen und [als] ein Geschenk, das dir von Gott gegeben«36 ist, und dann erst als Aufgabe, und wir sollen ihn nicht moralisieren und in einen Heiligen verwandeln. Weil Christus den Menschen befreit und zum freien Herrn aller Dinge macht – Glaubens- und Gewissensfreiheit –, deshalb kann er sich zum dienstbaren Knecht der Menschen machen. Christus befreit zum Glauben und zur Liebe. Darin ist Luthers Theologie ganz modernitätskritisch gegen unsere Zeit, die aus Jesus gerne einen vorbildlichen Heiligen macht, aus der Schrift einen Steinbruch und aus der Gnade einen Anspruch.

Die Religion der Freiheit ist die allein aus Gottes Macht. Insofern ist Luthers Theologie die schärfste theologische Kritik seiner eigenen Wirkungsgeschichte und weist darauf hin, Freiheit als eine geistliche, innere Dimension zu begreifen und nicht in äußerer, politischer, gesellschaftlicher Freiheit, so hochzuschätzen diese ist, aufgehen zu lassen. Die christliche Freiheit des Glaubens, nicht mehr und nicht weniger, gilt es zu entdecken, zu feiern, zu leben.

Ich fasse zusammen: Vier Freiheitspotentiale der Reformation haben wir erkannt, ein direktes aus dem Evangelium (Reformation als Rückbindung) und drei indirekte, über die Aufklärung vermittelt (Reformation als ecclesia semper reformanda, als sich immer erneuernde Kirche): Die drei indirekten sind einmal die Glaubens- und Religionsfreiheit gegenüber dem Staat, dann zweitens die Gewissensfreiheit des Einzelnen gegenüber der Kirche und der Gesellschaft und Öffentlichkeit, drittens die Freiheit der Kirchenstruktur aus dem allgemeinen Priestertum gegenüber der Amtskirche; viertens kommt hinzu das direkte reformatorische Freiheitspotential aus dem Evangelium: die Freiheit des Glaubens gegenüber und von allen totalen Leistungsansprüchen. »Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan«. Diese Freiheit des Glaubens, die man nicht durch Leistung erwirbt, sondern die als innere, geschenkte Freiheit durch Gott die Menschenwürde begründet, die christliche Freiheit als Gottunmittelbarkeit im freimachenden Evangelium – das ist das eigentliche, immer neu einzulösende Freiheits-Potential der Reformation.


Anmerkungen:

1 Kirche der Freiheit. Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert. Ein Impulspapier des Rates der EKD, Hannover 2006, 13.

2 G.F.W. Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte, zit. nach: Luther und die Deutschen. Stimmen aus fünf Jahrhunderten, hg. v. Thomas Kaufmann u. Martin Keßler, Stuttgart 2017, 163.

3 Vgl. Joachim Ritter, Hegel und die Reformation, in: Ders., Metaphysik und Politik. Studien zu Aristoteles und Hegel, Frankfurt 1969, 310-317, 311, zit. nach Oswald Bayer, Reformatorisches und neuzeitliches Freiheitsverständnis im (Konflikt-)Gespräch, in: Hans Christian Knuth/Rainer Rausch (Hg.), Welche Freiheit? Reformation und Neuzeit im Gespräch, Hannover 2013, 123-146, 124.

4 Joachim Gauck, Freiheit. Ein Plädoyer, München 42012.

5 … da ist Freiheit (2. Kor 3,17). 500 Jahre Reformation. Ideenheft zur Vorbereitung des Jubiläumsjahres, hrsg. Im Auftrag der Evang. Landeskirchen in Württemberg und Baden v. Christiane Kohler-Weiß u. Wolfgang Brjanzew, Stuttgart/Karlsruhe 2016.

6 »Reformare est rem ad pristinam formam, quam amiserat, reducere« (Heinrich Bullinger 1556/66, zit. nach Martin Jung, Reformation und konfessionelles Zeitalter (1517-1648), Göttingen 2012, 10).

7 Vgl. Friederike Nüssel, Reformatorische Grundlagen der Theologie, in: Günter Frank u.a. (Hg.), Wem gehört die Reformation. Nationale und konfessionelle Dispositionen der Reformationsdeutung, Freiburg 2013, 207.

8 Berndt Hamm/Bernd Moeller/Dorothea Wendebourg, Reformationstheorien. Ein kirchenhistorischer Disput über Einheit und Vielfalt der Reformation, Göttingen 1995

9 Zur ökumenischen Diskussion um die ecclesia semper reformanda vgl. Ulrich Beuttler, Wem gehört die Reformation? Und was feiern wir 2017? In: Materialdienst des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim, 68. Jahrgang, Heft 03, Mai/Juni 2017, 42-46.

10 Martin Luther, Rede auf dem Reichstag zu Worms 1521, in: Ders., Aufbruch zur Reformation, Ausgewählte Schriften I, hg. v. Karin Bornkamm u. Gerhard Ebeling, Frankfurt/M. 1990, 269.

11 Vgl. Bernhard Lohse, Luthers Theologie in ihrer historischen Entwicklung und in ihrem systematischen Zusammenhang, Göttingen 1995, 129f.

12 Vgl. Gerhard Henning, Cajetan und Luther. Ein historischer Beitrag zur Begegnung von Thomismus und Reformation, Stuttgart 1966, 45-61.

13 Vgl. Harm Klueting, Luther und die Neuzeit, Darmstadt 2011, 130f.

14 Vgl. Ulrich Beuttler, Gott und Raum. Theologie der Weltgegenwart Gottes, Göttingen 2010, 49-51; Ders., Art. Geozentrisches/Heliozentrisches Weltbild/Naturwissenschaft und Religion/Theologie und Naturwissenschaft, in: Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 4, 502-507/Bd. 5, 371-375/Bd. 9, 58-64/Bd. 13, 502; Ders., Art. Astronomy VI.C, in: Encyclopedia of the Bible and its Reception, Bd. 2, 1155-1159.

15 Vgl. Beuttler, Gott und Raum (Anm. 14), 169-178, bes. 173f; zit. Werner Elert, Morphologie des Luthertums I, München 1931, 364f; vgl. Erwin Metzke, Sakrament und Metaphysik, Stuttgart 1948.

16 Vgl. Volker Leppin, Die fremde Reformation. ­Luthers mystische Wurzeln, München 2017.

17 Zu Luthers Selbstzeugnis von 1545 als rückblickende Grundlegung seiner reformatorischen Theologie vgl. Ulrich Beuttler, »Durch geöffnete Tore in das Paradies selbst eintreten.« Gottes Gerechtigkeit und die Theologie der Reformation, in: Heike Frauenknecht u.a. (Hg.), Reformationen. Hintergründe, Motive, Wirkungen, Bielefeld 2014, 57-84; zit. Martin Luther, Vorrede zum ersten Band der Wittenberger Ausgabe der lateinischen Schriften Luthers 1545, in: Ausgewählte Schriften I, a.a.O. (Anm. 10), 23.

18 Walter Kardinal Kasper, Martin Luther. Eine ökumenische Perspektive, Ostfildern 2016, 64.

19 Immanuel Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung, in: Erhardt Bahr (Hg.), Was ist Aufklärung. Thesen und Definitionen, Stuttgart 1980, 9.

20 Luther, Rede auf dem Reichstag zu Worms 1521, a.a.O. (Anm. 10), 269.

21 Vgl. Detlef Pollak, Protestantismus und Moderne, in: Udo di Fabio/Johannes Schilling (Hg.), Die Weltwirkung der Reformation. Wie der Protestantismus unsere Welt verändert hat, München 2017, 81-118.

22 Vgl. u.a. Uwe Becker, Freiheit von der Schrift. ­Luthers Schrifthermeneutik in seiner Vorrede zu den lateinischen Werken (1545), in: Christine Axt-Piscalar/Mareile Lasogga (Hg.), Dimensionen christlicher Freiheit. Beiträge zur Gegenwartsbedeutung der Theologie Luthers, Leipzig 2015, 13-26.

23 Martin Luther, Von weltlicher Obrigkeit, wieweit man ihr Gehorsam schuldig sei 1523, in: Ders., Christsein und weltliches Regiment, Ausgewählte Schriften IV, a.a.O. (Anm. 10), 63; vgl.

24 Vgl. Ulrich Beuttler, Verschiedene Aufgaben. ­Luthers Zwei-Reiche-Lehre und das Verhältnis von Kirche und Staat, in: Evang. Gemeindeblatt für Württemberg, 109. Jg., Heft 43 v. 26.10.2014, 6-7.

25 Karl Holl, Was verstand Luther unter Religion? In: Ders., Gesammelte Aufsätze zur Kirchengeschichte I. Luther, Tübingen 71948, 35.

26 Martin Luther, An den christlichen Adel deutscher Nation: Von des christlichen Standes Besserung 1520, in: Ausgewählte Schriften I (Anm. 10), 161.

27 Vgl. Thomas Kaufmann, Geschichte der Reformation, Leipzig 2009, 273.

28 Luther, An den christlichen Adel deutscher Nation, a.a.O. (Anm. 26), 156.

29 BSLK, 460.

30 Vgl. Hellmut Zschoch, Martin Luther und die Kirche der Freiheit, in: Werner Zager (Hg.), Martin Luther und die Freiheit, Darmstadt 2010, 25-40.

31 Vgl. Ulrich Beuttler, Streit ums Jubiläum, in: DPfBl 117. Jg. (8/2017); zit. Friedrich Schleiermacher, Der christliche Glaube nach den Grundsätzen der evangelischen Kirche im Zusammenhange dargestellt 21830, hg. v. Martin Redeker, Berlin 1960, §24, Bd. I, 137.

32 Martin Luther, Von der Freiheit eines Christenmenschen, in: Ausgewählte Schriften I (Anm. 10), 239.

33 Berndt Hamm/Michael Welker, Die Reformation. Potentiale der Freiheit, Tübingen 2008, 56.

34 Ingolf U. Dalferth, Umsonst, Tübingen 2011.

35 Luther, Von der Freiheit eines Christenmenschen, a.a.O. (Anm. 32), 240.

36 Martin Luther, Ein kleiner Unterricht, was man in den Evangelien suchen und erwarten soll 1522, in: Ders., Erneuerung von Frömmigkeit und Theologie, Ausgewählte Schriften II, a.a.O. (Anm. 10), 200.

 

Über den Autor

Prof. Dr. Ulrich Beuttler, apl. Prof. für Syst. Theologie der Universität Erlangen-Nürnberg und würrt. Pfarrer an der Markus­kirche Backnang.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 9/2017

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