Überlegungen zu einem klassischen Theologumenon
Jesus Christus – die Mitte des Neuen Testaments

Von: Ernst Vielhaber
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Von Anfang an war in der Geschichte der Christenheit die Frage der Einheit ein entscheidendes Problem: nur in der Einheit ihres Zeugnisses konnte sich auch glaubwürdig und wirksam die Verkündigung ausbreiten. Diese Einheit versuchte man zunächst institutionell zu gewährleisten. Doch weder das päpstliche Lehramt noch der ntl. Kanon konnten diesem Anspruch gerecht werden. Der Kanon begründet vielmehr die Vielsprachigkeit christlichen Glaubens, einschließlich seiner Christusdeutungen. Deshalb ist es allein die gemeinsame Bezugnahme auf Jesus Christus und damit ein konstruktives Moment, das die Einheit ­gewährt, wie Ernst Vielhaber zeigt.


Widersprüchliche Auffassungen im NT

Die Bibel, auf die sich alle Christen berufen, enthält höchst unterschiedliche und z.T. gegensätzliche Glaubensauffassungen. Schon die Parteiungen in den Gemeinden von Jerusalem und Korinth, erst recht die theologischen Streitigkeiten in der Alten Kirche ließen bald die Gefahr erkennen, dass unterschiedliche Lehrformulierungen die Einheit der Kirche zersetzen und ihre missionarische Kraft lähmen würden. Je uneiniger die Gemeinden waren, desto weniger konnten sie Außenstehende vom neuen Glauben überzeugen. Der Evangelist Johannes überliefert als Gebet Jesu:

»Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien …« (Joh. 17,21f)


Glaubenseinheit durch ein zentrales Lehramt?

Um der Uneinigkeit vorzubeugen, hat sich in der Römischen Kirche des Mittelalters die Auffassung durchgesetzt, in wesentlichen Lehrfragen bedürfe es einer zentralen Entscheidungsgewalt, und die stehe – im Zusammenwirken mit den Konzilien (den Versammlungen aller Bischöfe) – letztlich dem Papst zu. Nur wer dem Papst völligen Gehorsam leiste, gehöre zur wahren Kirche.1


Luthers Maßstab: was »Christum treibet«

Der römischen Auffassung widersprachen die Reformatoren. Durch sein intensives Bibelstudium war insbesondere Martin Luther zu der Überzeugung gelangt, Maßstab des Glaubens dürften nicht Konzilsbeschlüsse oder ein monarchisches Lehramt sein, sondern nur die Bibel selbst. Wo die Lehrsätze der Kirchenväter einander widersprächen, müsse man »nach dem Richtspruch der Schrift das Urteil fällen, was nur geschehen kann, wenn wir der Schrift den ersten Platz geben in allem, was wir den Vätern verdanken, d.h., dass sie selbst aus sich heraus völlig sicher, zugänglich und verständlich sei, sich selber auslege, alle (Deutungen) aller prüfe, beurteile und erleuchte …«2 Allein in der Bibel sei das Wort Gottes zu finden. Und innerhalb der Bibel seien die Texte entscheidend, die »Christus predigen und treiben«3. So lauteten die Auslegungsgrundsätze der Reformation: allein Christus, allein die Schrift, allein die Gnade, allein der Glaube!

Diese Grundsätze präzisierten aber nicht ausreichend, wie die Einheitlichkeit des Bibelverständnisses und damit die innere Einheit der Kirche auf die Dauer aufrechtzuerhalten sei. Mit seinem Kriterium, ob biblische Autoren »Christum treiben« oder nicht, wollte Martin Luther die Texte vor allem danach beurteilen, ob sie die Heilsbotschaft verkünden, dass Christus »mich verlornen und verdammpten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen und von allen Sunden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe …«4 Ob die ntl. Texte mit dieser Fassung der Heilsbotschaft dem Wirken des irdischen Jesus gerecht wurden oder ob sie Vorstellungen, die ihm unwichtig bzw. fremd waren, zu sehr hervorhoben oder gar hinzufügten (Würdetitel, Himmelfahrt und Herrscherrang, jenseitige Seligkeit u.a.), diese Unterscheidung heutiger kritischer Exegese kam Luther kaum in den Blick.


Fortschreitende Aufspaltung der Kirche

Noch weniger erörterte die altprotestantische Orthodoxie eine solche Unterscheidung. Der Lutheraner Johann Gerhard (1582-1637) entwickelte die Lehre von der Verbalinspiration. Danach habe der Heilige Geist den gesamten Wortlaut der Bibel den Verfassern eingegeben; der Bibeltext in Gänze sei also das Wort Gottes. Diese fundamentalistische Auffassung aber konnte die innerbiblischen Spannungen erst recht nicht dauerhaft überdecken. In Folge dessen hat sich der Protestantismus seither in eine Vielzahl von Konfessionen und Glaubensrichtungen aufgespalten.

1951 hat Ernst Käsemann herausgestellt: »Der n.t.liche Kanon begründet als solcher nicht die Einheit der Kirche. Er begründet als solcher, d.h. in seiner dem Historiker zugänglichen Vorfindlichkeit dagegen die Vielzahl der Konfessionen.«5 Um der inneren Einheit der Kirche und um der Wahrheit ihrer Botschaft willen halte ich es deshalb für nötig, genauer darauf zu achten, welche gemeinsame Grundlage des christlichen Glaubens sich in den biblischen Schriften selber erkennen lässt.


Im NT ist allein Jesus Christus das Fundament des Glaubens

Sucht man nach einer gemeinsamen Glaubensgrundlage in den Büchern des NT, so zeigt sich: Kein Autor dieser Texte nimmt eine über die Jüdische Bibel hinausgehende Autorität für sich selbst in Anspruch. Heilsbedeutung und Offenbarungsautorität spre­chen sie einzig der Person Jesu Christi zu.

Paulus fragt die Korinther:

»Ist Christus etwa zerteilt? Ist denn Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft?« (1. Kor. 1,13)

Dementsprechend unterscheidet er ausdrücklich zwischen dem übergeordneten »Gebot des Herrn« und seiner eigenen, den Worten des Herrn untergeordneten Meinung.6

Jesus Christus steht im Mittelpunkt aller ntl. Bücher. Der Evangelist Johannes kennzeichnet Jesus mit seinen zahlreichen »Ich bin«-Sätzen als alleinigen Heilsbringer.7 Ihm schreiben die Christen den entscheidenden Rang für ihr Leben zu, auch wenn ihnen das die Empörung der traditionsgebundenen Synagogengemeinden und den Spott gebildeter Hellenisten einträgt.8 Jesus ist für alle Verfasser des NT der »Herr«, der »Christus«, der »Sohn Gottes«.

In seinen »Namen«, in den Geltungsbereich seiner Autorität hinein sind alle Christen getauft:

»Petrus sprach zu ihnen: Ändert euer Leben, und jeder von euch lasse sich taufen in« (Luther: »auf«) »den Namen Jesu Christi …« (Apg. 2,38; vgl. 19,5)

Durch die Zugehörigkeit zu Jesus Christus sind sie Kinder Gottes, sind sie trotz aller Verschiedenheit zu einer Einheit verbunden:

»Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.« (Gal. 3,26-28)

Auf den bis zum Kreuzestod gehorsamen Jesus Christus berufen sie sich, wenn sie beten oder predigen:

»Gestaltet euer Zusammenleben so, wie es eurer Zugehörigkeit zu Christus Jesus entspricht (Lutherübersetzung 1984: »Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht«) … Er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind«. (Phil. 2,5.8-10)

»Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.« (Apg. 2,21;
vgl. Röm. 10,9-13; 1. Kor. 1,2)

In ihm sehen sie ein »Ebenbild Gottes (εåκgν τÔυ θεÔυ)«9, so wie ein Sohn ein Abbild seines Vaters sein kann; was er gesagt und getan hat, verstehen sie als Offenbarung Gottes selbst:

»Niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.« (Mt. 11,27c; vgl. Joh. 1,18; 14,6.9; 17,6; Kol. 2,2f)

Ihm vertrauen sie, nach ihm wollen sie sich richten, auf sein Wirken wollen sie ihre ganze Hoffnung setzen:

»So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.« (Röm. 10,17)

»Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.« (1. Kor. 3,11; vgl. 2,2)

Jesus Christus »ist der Stein, … der zum Eckstein geworden ist. Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.« (Apg. 4,11f)

»Wer mich bekennt vor den Menschen, den wird auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.« (Lk. 12,8f)

Für den Glauben an ihn will der Evangelist Johannes seine Leser gewinnen. Sein Evangelium hat er

»geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.« (Joh. 20,31)


Nachösterliche Erkenntnis

Auf der Überzeugung, dass Jesus Christus der entscheidende Heilsbringer ist, beruht – ungeachtet aller Verschiedenheit, in der die Autoren ihn zeichnen und ihre eigenen Auffassungen entfalten – die Einheit des NT. Allein Jesus Christus ist das Wort Gottes (Joh. 1,1-14). Die Bibel ist insoweit Gottes Wort, wie sie ihn und seine Lebensbotschaft zur Sprache bringt. Darum bleibt die Orientierung an Jesus Christus auch das entscheidende Band, das die Christenheit trotz aller konfessionellen und kulturellen Unterschiede zu einer Einheit verbindet. Nur der Bezug auf ihn gewährleistet die Einheit der Kirche.

Das heißt nicht, dass der christliche Glaube sein Fundament nur in den Erfahrungen hätte, die Menschen zu Jesu Lebzeiten mit ihm gemacht haben. Zu den Voraussetzungen heutigen Glaubens gehören ja auch die Ostererlebnisse. Erst durch die Ostererscheinungen wurde den Aposteln klar, dass sie es im Wirken ihres Meisters mit Gott selbst zu tun hatten.

Dass die Jünger seit Ostern Jesus in einem anderen Licht sahen, kann für uns nicht bedeuten, dass sie einen anderen Jesus sahen. Energisch unterstreichen mehrere Osterberichte, dass der österlich Erschienene dieselbe Person war wie der Gekreuzigte.10 Vier Evangelien, in deren Mittelpunkt die Botschaft Jesu, sein Wirken und Leiden standen, waren der frühen Kirche so wichtig, dass sie sie an die Spitze des ntl. Kanons setzte.

Im sog. Missionsbefehl erweitert der Auferstandene zwar die Reichweite, aber nicht den Inhalt seiner bisherigen Botschaft:

»Lehret sie halten alles, was ich euch aufgetragen habe.« (Mt. 28,20)

Der johanneische Jesus mahnt:

»Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.« (Joh. 8,31f)

In den Abschiedsreden versichert er, der in der Gemeinde weiterwirkende »Geist der Wahrheit« werde das, was er den Jüngern sagt,

»von dem Meinen nehmen und euch verkündigen«. (Joh. 16,15; vgl. 15,7)

Ob und wie Jesus wirklich gelebt hat, was er gesagt und getan, erfahren und erlitten hat, das können Menschen des 21. Jh. also nicht den erst nachösterlichen Zuschreibungen entnehmen. Sie müssen die überlieferten Informationen sichten.


Ungleiche Partnerschaft zwischen Leser und Autoren

Dass man innerhalb des NT sichten muss, ändert nichts daran, dass die biblischen Autoren immer einen Vorrang vor dem heutigen Leser behalten. Alle genaueren Informationen über Jesus verdankt der Leser den Autoren. Insofern begegnen sie einander nicht auf Augenhöhe. Immer schaut der Leser auf zum Autor. Er ist nicht gleichrangig. Aber er ist Partner. Er unterwirft sich nicht. Er ist mündig, er prüft, sichtet, überträgt, er macht sein aktuelles Weltbild und Geschichtsverständnis geltend. Wenn ich im Folgenden verkürzt von Partnerschaft rede, meine ich immer diese ungleiche, aber mündige Partnerschaft.


Jesus muss wahrgenommen werden wie andere Gestalten der Geschichte

Wer heute nach der Wahrheit über Jesus sucht, muss damit rechnen, dass die ntl. Autoren seine Botschaft z.T. missverstanden oder umgedeutet und dass sie die Nachrichten über sein Leben angereichert und verändert haben. Er muss deshalb die gemeinsame Grundüberzeugung der ntl. Autoren ernst nehmen, dass sie nicht sich selbst als maßgebende Instanz hinstellen, sondern allein Jesus Christus als Fundament des Glaubens ansehen. Und weil nach der Überzeugung der Autoren Gott sich mit Jesus identifiziert hat, sich durch die Inkarnation (»Das Wort ward Fleisch«, Joh. 1,14) in die Geschichte hineinbegeben hat, muss der heutige Bibelleser diesen Jesus (nicht nur, aber auch) so wahrnehmen und zu verstehen suchen wie jede andere Gestalt der Geschichte.


Der Gekreuzigte war der, den die Jünger jahrelang erlebt hatten

Die Mittel heutiger Geschichtswissenschaft können natürlich nicht erfassen, ob Jesus Gott verkörperte. Nicht aus der Sicht eines um »Objektivität« bemühten Beobachters, sondern nur aus der Sicht des Glaubens konnte Thomas zum österlich erschienenen Jesus sagen: »Mein Herr und mein Gott!« Sehr wohl aber hatte Thomas zu Jesu Lebzeiten wahrgenommen, wer dieser Jesus war, was er sagte und tat, wie er litt und starb. Diese Wahrnehmung war die Voraussetzung seines Bekenntnisses ebenso wie aller übrigen frühen Osterbekenntnisse.

Auch für Paulus war der österlich Erschienene kein anderer als der Gekreuzigte:

»Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten.« (1. Kor. 2,2)

Und der Gekreuzigte war der, dessen Reden, Handeln und Leiden die Jünger jahrelang miterlebt hatten. Der göttliche Rang Jesu, der den Aposteln an Ostern aufging, fügte seiner Person und dem, wie die Jünger ihn erlebt hatten, nichts hinzu, sondern er bestand in der Heilsbedeutung eben dieses Redens und Handelns, Leidens und Sterbens für sie. Das »Wort« ergänzte, vervollständigte nicht das »Fleisch«, sondern es »ward« Fleisch.

Erst wer Jesus sieht, sieht Gott.11 Und Jesus zu sehen ist heute nur auf historischem Wege möglich. Wenn das Johannesevangelium die von ihm erzählte Geschichte Jesu so verstanden wissen will, »dass im Reden, Tun und Erleiden Jesu Gott selbst zum Zuge kommt«12, dann besteht zweifelsfrei ein genuin theologisches Interesse, historisch zu klären, wie dieser Jesus sich verhalten und was er wirklich gesagt hat.13 Und nicht nur jeder christliche Theologe, sondern jeder Christ muss in gewissem Maße auch Historiker sein. Er muss die Überlieferung mit seinem heutigen Wirklichkeits- und Wahrheitsverständnis befragen, obwohl die ntl. Autoren einen anderen Wirklichkeits- und Wahrheitsbegriff hatten.14


Anmerkungen:

1 Kritisch dazu aus römisch-katholischer Sicht Wolfgang Beinert in: Wolfgang Beinert/Ulrich Kühn, Ökumenische Dogmatik, Leipzig/Regensburg 2013, 494-507.

2 »Oportet enim scriptura iudice hic sententiam ferre, quod fieri non potest, nisi scripturae dederimus principem locum in omnibus quae tribuuntur patribus, hoc est, ut sit ipsa per sese certissima, facillima, apertissima, sui ipsius interpres, omnium omnia probans, iudicans et illuminans …« (Martin Luther, Assertio omnium articulorum, 1520, WA 7,97,20-24).

3 Darin »stimmen alle rechtschaffenen heiligen Bücher überein, dass sie allesamt Christum predigen und treiben. Auch ist das der rechte Prüfstein, alle Bücher zu beurteilen: zu sehen, ob sie Christum treiben oder nicht, da alle Schrift Christum zeiget, Röm 3[,22ff.] und der Heilige Paulus nichts als Christum wissen will, 1Kor 2[,2]. Was Christum nicht lehrt, das ist nicht apostolisch, selbst wenn es Petrus oder Paulus lehrte. Wiederum, was Christum predigt, das ist apostolisch, selbst wenn es Judas, Hannas, Pilatus und Herodes täte.« (Vorrede zum Jakobus- und Judasbrief, WA Deutsche Bibel 7,384,25-32; in heutigem Deutsch bei Heinrich Bornkamm (Hg.), Luthers Vorreden zur Bibel, Göttingen 31989, 216f. Ähnlich formuliert Luther 1535 anlässlich einer Promotionsdiskussion: »Quod si adversarii scripturam urserint contra Christum, urgemus Christum contra scripturam.« »Wenn die Gegner die Schrift gegen Christus aufbieten, bieten wir Christus gegen die Schrift auf.« (WA 39/I,47,19f. These 49, Übers. Dietz Lange, Glaubenslehre, Tübingen 2001, Bd. I, 92f)

4 Martin Luther, Kleiner Katechismus, 1529, Bekenntnisschriften, 511; vgl. Ders., Vorrede zum NT, 1522: dass Christus »fur vns sund, tod vnd helle vberwunden hat, vnd also vns … durch seyne eygen werck sterben und leyden, frum lebendig vnd selig macht …« (WA Deutsche Bibel 6,8,7-10).

5 Ernst Käsemann, Begründet der neutestamentliche Kanon die Einheit der Kirche?, EvTheol 1951/52, 13-21, wieder in: Ders., Exegetische Versuche und Besinnungen, Bd. I, Göttingen 21960, 214-223; hier: 221. Ähnlich urteilt Ulrich Luz, Theologische Hermeneutik des Neuen Testaments, Neukirchen 2014, 7-11; vgl. 99-147.

6 1. Kor. 7,25; vgl. 7,10.12.

7 Joh. 6,35; 8,12; 10,9.11; 11,25; 14,6; 15,5; 18,37.

8 1. Kor. 1,23.

9 2. Kor. 4,4; vgl. Kol. 1,15; Hebr. 1,3.

10 Lk. 24,39; Joh. 20,20.27.

11 »Wir sahen seine Herrlichkeit« – Joh. 1,14.

12 Klaus Wengst, Der wirkliche Jesus? Eine Streitschrift über die historisch wenig ergiebige und theologisch sinnlose Suche nach dem »historischen Jesus«, Stuttgart 2013, 48 (Hervorhebung von mir).

13 Gg. Klaus Wengst, der behauptet, das Historische habe keine theologische Relevanz (Der wirkliche Jesus?, 13, 195ff, 278ff). Einen weiteren theologisch relevanten Grund, Jesus historisch wahrzunehmen, sehe ich im nötigen Respekt der kirchlichen Verkündigung vor dem Wirklichkeitsverständnis der Zweifelnden und der Nichtchristen in der heutigen Gesellschaft.

14 Gg. Klaus Wengst, Der wirkliche Jesus?, 57f; vgl. 278ff.


 

Über den Autor

Superintendent i.R. Dr. Ernst Vielhaber, Jahrgang 1934, nach Studium und Promotion zum Dr. theol. von 1963-1970 in der Militärseelsorge tätig, danach Pfarrer in einer Neubaugemeinde in Hannover, 1979-1998 Superintendent des Kirchenkreises Hittfeld am Südrand von Hamburg, 15 Jahre lang Mitglied der Landessynode der Evang.-luth. Kirche Hannovers.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 6/2018

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