Tempora mutantur – Die Zeiten ändern sich

Von: Klaus Neumeier
0 Kommentare zu diesem Artikel / Artikel kommentieren

Als Martin Luther vor nunmehr 501 Jahren seine Thesen veröffentlichte, da tat er dies auf Latein, weil es die gemeinsame Sprache der Kirche und der damaligen Welt war. Lateinisch lesen, schreiben und sprechen lernte man bereits als Kind in der Lateinschule – soweit man überhaupt zur Schule gehen konnte. Die Zeiten ändern sich: Lesen und Schreiben an sich können heute die allermeisten und Latein wurde durch Englisch als völkerverbindende Sprache abgelöst: times are changing …

Im vergangenen Jahr haben wir das Jubiläum der Reformation gefeiert. Für die protestantischen Kirchen ist Reformfähigkeit »Grund-legend« im eigentlichen Sinne des Wortes: Wir wären nicht ohne den Reformwillen der Reformatoren. Um der unverdienbaren und unverdienten Gnade Gottes neu ihre evangeliumsgemäße Geltung zu verschaffen, haben die Reformatoren Veränderungen an Haupt und Gliedern der Kirche gefordert und dann selbst in die Praxis umgesetzt. Auch wenn es in den 500 Jahren seitdem Zeiten protestantischer Erstarrung gab, ist die Reformfähigkeit bis heute protestantisches Selbstverständnis und wurde im Kontext des Jubiläums vielfach betont. Auch heute soll gelten: ecclesia semper reformanda!

Zugleich aber tun wir uns als evangelische Kirchen in Deutschland genau damit immer wieder sehr schwer. Das betrifft die Grenzen unserer Landeskirchen, die sich noch immer weitgehend an den deutschen Kleinstaaten des 19. Jh. orientieren. Das betrifft das Parochialsystem und die erst langsam wachsende Bereitschaft zur Kooperation über die Ortsgemeindegrenzen hinweg. Das betrifft Gestaltungsformen der gottesdienstlichen Feier und der gemeindlichen Arbeit. Das betrifft auch das Selbstverständnis der Pfarrschaft einschließlich des Theologiestudiums – nur Frauen sind als Pfarrerinnen bei uns zum Glück längst im Beruf angekommen! Aber sonst: Mit Reformen tun wir uns nicht leicht!

Sowohl in der statistischen Auswertung als auch beim Lesen der vielen Kommentare meiner hier dargestellten Befragung der hessen-nassauischen Pfarrschaft wird die enorme Spannung zwischen Tradition und Innovation, zwischen Beharrungswillen und Veränderungswillen deutlich. Persönliche Gespräche aus meinem eigenen unmittelbaren Kollegenumfeld bestätigen dies. Aber ob wir dies wollen oder nicht und ob wir dies gutheißen oder nicht: Zeiten ändern sich – auch für Kirche, auch für die Pfarrschaft, auch für das Studium der Theologie.

Während die kurzen Abschlusssätze des vorangegangenen Artikels die Ergebnisse der aktuellen Befragung selbst zusammenfassen, will ich nachfolgend in einigen Abschnitten eine Auswertung und Bewertung vornehmen. Ich beginne mit dem m.E. erfreulichsten Ergebnis der Umfrage


1. Der weltweite Leib Christi wird real erfahren

Kein Thema der EKHN-Befragung hat ein so klares Ergebnis ergeben wie die allgemeine Wertschätzung weltweiter ökumenischer Kontakte! Weltkirche zu sein war lange ein Privileg der römisch-katholischen Kirche, während der Protestantismus immer in der Gefahr der Provinzialität stand. Ein ökumenisches Weltbewusstsein war zu Zeiten Dietrich Bonhoeffers noch die Ausnahme. Heute wird es in der Pfarrschaft allgemein wertgeschätzt und vielfältig erfahren. Die säkulare Globalisierung, verbreitete und immer selbstverständlicher werdende Englischkenntnisse sowie ein christliches Welt­verständnis verstärken sich wechselseitig positiv.

Es ist gut, wenn viele Christinnen und Christen in den Ortsgemeinden mitgenommen werden und ökumenischer Austausch nicht allein die Sache von Pfarrpersonen ist. Gemeindepartnerschaften öffnen den Horizont und machen den weitweiten Leib Christi erfahrbar. Zweifellos ist damit oft auch eine ethische Herausforderung verbunden: Es ist gut, wenn wir Glaubensgeschwister unterstützen und materiellen Reichtum teilen. Gleichzeitig können wir viel von gelebter Glaubensfreude und -tiefe der Geschwister aus anderen Ländern lernen.

Es ist gut, wenn Kirchenleitungen und Universitäten bereits Studierenden Wege für weltweite Begegnungen eröffnen und dies auch finanziell unterstützen. Ausdrücklich sollten so genutzte Zeiten anerkannt werden, ohne sie aber zu verpflichtenden Anforderungen zu machen.1 Ebenfalls wäre es gut, die deutlich gewordenen enorm vielfältigen Sprachfähigkeiten in der Pfarrschaft gesamtkirchlich zu nutzen; soweit Pfarrer*innen bereit sind, sich diesbezüglich einzubringen. Ein freiwilliges Sprachregister in den ökumenischen Arbeitsstellen der Landeskirchen könnte hierfür ein Anfang sein.

Es ist gut, wenn wir Ökumene auch im akademischen Miteinander ernst nehmen und dabei zur Kenntnis nehmen, dass es nahezu nirgendwo in der Welt vergleichbare Studienvoraussetzungen auf dem Weg ins Pfarramt gibt wie in den evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Wir werden weltweit mit anderen Ausbildungsformen konfrontiert und es tut der (in der Umfrage ja enorm wertgeschätzten) Ökumene gut, dies deutlicher in den Blick zu nehmen, um auch in Bezug auf die Ausbildung mehr auf geschwisterliche Augenhöhe zu kommen.2


2. Plädoyer für mehr akademisches Selbstbewusstsein

»Deshalb sehe ich im tendenziellen (und zuweilen innerkirchlich propagierten!) Bedeutungsverlust der ›alten Sprachen‹ auch eine Tendenz zur Selbstbanalisierung der Theologie«3 – diese und ähnliche Kommentare drücken aus, wie sehr für einige Kolleg*innen die alten Sprachen die akademische Anschlussfähigkeit gewährleisten. Dies halte ich aus mehreren Gründen für nicht angemessen:

Wie dargelegt führt uns die weltweite Ökumene weit überwiegend andere Formen des Theologiestudiums vor Augen. Wir können und wollen diesen kaum ihre akademische Relevanz und theologisch-kirchliche Angemessenheit absprechen! Im Weiteren ist die Nutzung der alten Sprachen im Theologiestudium selbst stark auf die Bibelwissenschaften konzentriert und selbst in der Exegese nur ein Aspekt. Das Theologiestudium als Ganzes war und ist aber bedeutend mehr und wir dürfen mit berechtigtem Selbstbewusstsein auf das Ganze des Studiums schauen. Das gilt ausdrücklich auch für die theologischen Fakultäten, die um ihren Platz kämpfen! Eine Selbstmarginalisierung des Studiums würde nicht durch eine Reduktion der Sprachanforderungen erfolgen. Der Bedeutungsverlust der akademischen Theologie erfolgt längst durch a) immer kleinere theologische Fakultäten und b) die Angst vor Veränderungen und Reformen – obwohl wir Kirchen der Reformation sind! Akademisch unstrittig anerkannte Studiengänge wie die der Humanmedizin oder der Rechtswissenschaften haben uns in den vergangenen Jahrzehnten vorgemacht, dass man auf qualifizierte Lateinabschlüsse verzichten kann und u.a. gerade so Reformfähigkeit beweist. Ihre akademische Anerkennung haben sie durch diese Reformen ganz gewiss nicht verloren!

Zugleich sei allen Befürwortern der alten Sprachen ein Doppeltes zugesagt:

a) Niemandem soll irgendetwas weggenommen oder schlecht geredet werden! Es ist großartig, wenn Pfarrer*innen mit Leidenschaft Exegese am Urtext betreiben oder kirchengeschichtliche Texte in Latein lesen! Wie im ökumenischen Kontext könnte/sollte auch bei uns der vollständige Erwerb der alten Sprachen Voraussetzung für alle über das Studium hinausgehende wissenschaftliche Arbeit bleiben (z.B. Promotionen, Habilitationen). Und auch zukünftig sollten alle die Möglichkeit haben, die alten Sprachen ausführlich lernen zu können. Ich selbst habe mit Freude ein humanistisches Abitur gemacht und hatte Griechisch als Leistungskurs. Die alten Sprachen sind großartig!

b) Keiner soll auch in Zukunft bei uns Theologie mit Ziel Pfarramt studieren, ohne Kenntnisse (!) in den Sprachen der Bibel zu haben. Die Kulturen hinter der Sprache des Hebräischen und Griechischen haben die Bibel geprägt. Ohne dieses Wissen können wir die Autoren der alten Texte nicht ernst nehmen und nicht verstehen. All das soll und muss das theologische Denken und sicher auch den eigenen Glauben prägen – eigentlich noch mehr als bisher.4 Dafür aber ist eine komplett eigenständige Übersetzungsleistung nicht das Wichtigste, viel wichtiger ist das Hineintauchen in die Kultur der Sprache, der Menschen, der Texte. Dies getrennt zu sehen ist offensichtlich für eine große Gruppe in der EKHN-Pfarrschaft eine Herausforderung – um der Kirche und der zukünftigen Pfarrschaft willen aber m.E. unumgänglich und sogar lohnend. Gemeinsam mit vielen Kommentaren zur Umfrage kann ich mir in diesem Sinne sehr gut vorstellen, dass die Zugangsvoraussetzungen zum Studium mit je einem qualifizierten Semesterkurs Hebräisch und Bibelgriechisch vereinfacht werden; für alle die, die den unter a) beschriebenen Weg nicht als den ihren ansehen. Es geht mir also dezidiert nicht um eine Abschaffung der altsprachlichen Studienvoraussetzungen, sondern um eine sinnvolle und zeitgemäße Reduktion. Das Studium selbst ist davon fast völlig unberührt; lediglich völlig eigenständige Übersetzungsleistungen würden wegfallen.

Eine Reform der Studienvoraussetzungen im beschriebenen Sinne würde die akademische Anschlussfähigkeit des Theologiestudiums in keiner Weise gefährden, sondern im Gegenteil die längst stattfindende Marginalisierung des Theologiestudiums hoffentlich positiv verändern. Zudem würde eine »Ökumene auf Augenhöhe« gefördert werden. Für Veränderungen der Studienvoraussetzungen und des Theologiestudiums aber gibt es weitere Gründe.


3. Veränderte gesellschaftliche und kirchliche Bedingungen ernst nehmen

In zehn Jahren werden wir in allen Gliedkirchen der EKD mitten in einer bislang beispiellosen Pensionierungswelle sein. Pfarrstellenbemessungen nehmen das inzwischen ebenso auf wie weitere Steuerungsmaßnahmen. Die Landeskirchen haben mit Blick auf den Nachwuchs neue Willkommensstrategien entwickelt und werben für das Theologiestudium und das Pfarramt. Das ist gut so – und es ist doch absehbar, dass es nicht genügen wird. Wir werden in zehn Jahren (und in 15 und in 20 Jahren …) zu wenige Pfarrerinnen und Pfarrer haben, um alle Stellen besetzen zu können – trotz überall beschlossener Pfarrstellenreduzierungen! Es wird mehr Vakanzen geben und die Herausforderungen für die nachkommenden Theolog*innengenerationen werden groß sein.

In der Befragung der EKHN-Pfarrschaft hat sich vor allem die Generation rund um die 40 sehr positiv zu den alten Sprachen und damit zu den hohen Studienvoraussetzungen ausgesprochen. So sehr die hohe persönliche Affinität zu den alten Sprachen zu würdigen und zu respektieren ist, so wenig ist offensichtlich im Blick, dass sie selbst (!) und die noch Jüngeren diejenigen sein werden, die unter deutlich schwierigeren Bedingungen gerade im Gemeindepfarramt werden arbeiten müssen. M.a.W.: Gerade die Jüngeren werden unter dem Mangel an Pfarrer*innen selbst am meisten zu leiden ­haben.

Zugleich haben sich die Ältesten der Befragung am deutlichsten für Veränderungen in Bezug auf die Sprachanforderungen ausgesprochen. Ob hierfür mehr eine jahrzehntelange Berufspraxis ausschlaggebend war oder das individuelle Verlernen der Sprachen oder auch der kritische Blick auf Kirche und Gemeinde kurz vor der eigenen Ruhestandsversetzung kann nicht abschließend geklärt werden. Vermutlich ist es eine Mischung aus all diesen und weiteren Aspekten.

»Viele für den Pfarrberuf gut geeignete junge Menschen, die ich kenne, werden von den Sprachen abgeschreckt oder brechen das Studium deswegen ab. Das ist sehr schade und sollte dringend geändert werden.«5 Von Studienabbrüchen wegen der Altsprachanforderungen berichten zudem Studierende selbst. Völlig unklar ist darüber hinaus die Zahl derer, die gar nicht erst ein Studium beginnen, weil sie sich das Erlernen dreier alter Sprachen nicht zutrauen oder zumuten oder weil sie die Länge der Ausbildung zum Pfarramt abschreckt, die mit rund zehn Jahren deutlich länger ist als für andere anerkannte akademische Berufe. Angeführt sei hier nur das Studium der Humanmedizin mit fünf Jahren Universitätsstudium und einem Praktischen Jahr bis zur Erlangung der Approbation, die als Berufseinstieg der Ordination vergleichbar ist. Daher ist einem weiteren Kommentar zur aktuellen Befragung zuzustimmen: »Eine Reform des Theologiestudiums sollte noch viel grundsätzlicher ansetzen.«6


4. Kein »Theologiestudium light«, aber mutige und zeitgemäße Weiterentwicklung

Gegen mögliche falsche Interpretationen dieses Ansatzes betone ich ausdrücklich: Es geht nicht um ein »Theologiestudium light«, sondern um eine zeitliche und inhaltliche Weiterentwicklung unter den besonderen Bedingungen der weltweiten Ökumene. Der Ratsvorsitzende der EKD Bischof und Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm hat sich verschiedentlich selbst sehr deutlich in diese Richtung geäußert: »Die Botschaft des Evangeliums richtet sich an den Menschen in Herz und Verstand. Diejenigen, die besondere Verantwortung für ihre Kommunikation tragen, brauchen eine Ausbildung, die in beidem schult. Was macht eine Kirche, die zukünftig noch dringender die ganze Breite der Kompetenzen braucht? Wie viele Sprachkenntnisse braucht ein guter Pfarrer, und welche Qualifikation fehlt ihm in aller Regel? Wie lässt sich die Lebensnähe der theologischen Ausbildung stärken?«7

Ein in diesem Sinne weiterentwickeltes Studium könnte neue Relevanz und Attraktivität erhalten und so für sich selbst werben! Fakultäten sollten hier wie die EKD mit ihren Gliedkirchen mutig vorangehen und nicht wie beim neuen Master-Studiengang Anforderungen sogar weiter anheben. Und wenn die Gesamtheit dazu nicht bereit sein sollte, dann wäre es an mutigen einzelnen Kirchen und Fakultäten, wirkungsvolle Schritte in diesem Sinne zu gehen. Denn um unserer Kirchen und der zukünftigen Pfarrerinnen und Pfarrer willen dürfen rückwärtsgewandte Kräfte notwendige Reformen nicht auf Dauer verhindern!

Diese aber brauchen wir, weil die nachkommenden Pfarrgenerationen mit einer veränderten Schwerpunktsetzung persönliche Lebensprioritäten anders gewichtet und dies Auswirkungen auf den Pfarrdienst hat. Die individuelle Work-Life-Balance betont deutlich stärker die persönlichen und privaten Belange, Elternzeiten werden länger und selbstverständlicher genommen und Teilzeitstellen eingefordert, Dienstorte orientieren sich an den Berufen der Lebens­partner*­innen und privaten Aspekten, Arbeitszeiten und Privates werden neu gewichtet. Das alles haben wir bereits und es wird sich weiter verstärken. In den Personalabteilungen unserer Kirchen wurde dies längst erkannt und man weiß, dass aus diesen und weiteren Gründen sich Vakanzprobleme zusätzlich verschärfen werden. »40 Einstellungen in einem Jahr bedeuten nicht mehr 40 besetzte Stellen«.8

Große gesellschaftliche Veränderungsprozesse, neue Prioritäten der jungen Generationen, viele Ruhestandsversetzungen im Bereich der geburtenstarken Jahrgänge und damit verbundene Personalnöte, Reformnotwendigkeiten im Bereich der Ausbildung, Neudefinition von Berufsbildern – all das betrifft viele (alle) gesellschaftliche Bereiche und nicht nur Kirchen, Theologie und Pfarrer*innen. Aber es betrifft uns eben auch! Die repräsentative Befragung der Pfarrschaft der EKHN im Frühjahr 2018 hat einige Aspekte der theologischen Ausbildung und pfarramtlichen Praxis abgefragt und eine ganze Reihe relevanter Ergebnisse gebracht. Die evangelischen Kirchen in Deutschland und die theologischen Fakultäten sind aufgefordert, mutig und entschlossen Reformen anzugehen und Experimente zu wagen9. In den Pfarrschaften und ihren Selbstvertretungsorganen in unseren Kirchen sollte dies unterstützt werden – nicht zuletzt um guter Arbeitsbedingungen der kommenden Pfarrgenerationen willen! Lasst uns auch im 21. Jh. reformfähige Kirche in Deutschland sein.


Klaus Neumeier


Anmerkungen:

1 »Es sollten darüber hinaus wenigstens zwei Auslandssemester verpflichtend sein« (Kommentar zur Befragung unter der laufenden Nummer 347). Dies ist m.E. im Sinne eines gestrafften Studiums zu vermeiden. Die verbreitete Motivation zu ökumenischen und studienbezogenen Aufenthalten im fremdsprachigen Ausland aber sollte finanziell unterstützt und kirchenleitend bei der Einstellung neuer Pfarrpersonen gewürdigt werden. Auch während des Pfarrdienstes sollte dies gelten und Pastoralkollegs u.ä. für Pfarrpersonen verstärkt in diesem Bereich angeboten werden.

2 Drei Kommentare der Befragung hierzu: »Ich finde die Praxis des Theologiestudiums in den USA, wo man die alten Sprachen komplett nur lernen muss, wenn man im Anschluss an das Studium promovieren möchte, sinnvoll.« (336); »Bereits während meines Theologiestudiums am King’s College London waren alle über die hohen Ansprüche in Deutschland irritiert … Wenn ich dort von unseren Anforderungen für das Pfarramt erzähle, schütteln sie nur den Kopf« (183); »Meiner Meinung nach sind die Anforderungen zum Erwerb der alten Sprachen zu hoch. Da könnten wir von den Katholiken lernen.« (508)

3 Kommentar unter der Nr. 94 – weitere ähnliche Kommentare siehe Anm. 6 im vorstehenden Artikel, dort im ersten Block.

4 Es sei noch einmal angemerkt, dass selbst die positiv formulierte Aussage »Der Erwerb und Gebrauch der alten Sprachen haben meinen Glauben geprägt« gleich viel Zustimmung wie Ablehnung hervorgerufen hat.

5 Kommentar unter der Nr. 149. Diverse weitere gehen in dieselbe Richtung.

6 Kommentar unter der Nr. 124 mit Hinweisen auf »fehlende Sprach- und Diskursfähigkeit mit den aktuellen Partnern im Bereich ›New Christianity‹, spirituality … als auch fehlende kreative Dialoge mit anderen Fachdisziplinen«.

7 Heinrich Bedford-Strohm am 7.5.2018 in der FAZ, 7; sinngemäß ebenso in seinem Vortrag beim internationalen Symposium »Kirche(n)gestalten« am 25.5.2018 in Greifswald und umfassend reformfordernd in seinem Buch »radikal lieben«. Breit gefächerte Vorschläge für Veränderungen der praktischen Arbeit auf der Ortsgemeindeebene gipfeln in der Aussage: »Lasst uns Experimente wagen und damit Erfahrungen machen!« (162). Konkret für die Verkündigung betont Bedford-Strohm: »Intellektuelle Kompetenz reicht indessen für eine gute Predigt nicht aus« und fordert dem gegenüber die »Lebensnähe der Predigt« (108). Konkret für die Pfarrschaft fordert er: »Der Pfarrberuf muss zukunftsfähig gemacht werden« (151) und führt dies in vielen sehr konkreten Beispielen aus.

8 So der Personaldezernent der EKHN OKR Jens Böhm im persönlichen Gespräch mit dem Verfasser.

9 Ich verweise nochmals auf die vielfältigen diesbezüglichen Äußerungen des Ratsvorsitzenden – s.o. unter Anm. 7.

 

Über den Autor

Pfarrer Dr. Klaus Neumeier, Jahrgang 1962, seit 1991 Gemeindepfarrer in Bad Vilbel bei Frankfurt, seit rund 20 Jahren Synodaler in der EKHN und Vorsitzender des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederorientierung, Mitinitiator des Netzwerkes »Lust auf Gemeinde« in der EKHN, Autor und Referent zu Themen der Gemeindeentwicklung.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 10/2018

0 Kommentare zu diesem Artikel


Kommentieren Sie diesen Artikel










Bitte geben Sie die angezeigte Zahl in das nachfolgende Textfeld ein



Sicherheitszahl


zurück

Die Relevanz alter und neuer Sprachen in der Pfarrpraxis
Eine repräsentative Befragung der Pfarrschaft in der EKHN
Artikel lesen
Brief aus der Bundeshauptstadt

Artikel lesen
Die nachkonfessionelle Gestalt des Protestantismus
Geschichte der Kirchenunionen und Perspektiven der Unionstheologie
Artikel lesen
Was stirbt in unseren Kirchen und was drängt ins Leben?
Eine Standortbestimmung
Artikel lesen
Nicht abgehakt
Forum Reformation wird in Wittenberg gegründet
Artikel lesen
»Nicht mehr steigerbarer Wahnsinn«
Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg, Teil II: Bibeldeutungen, »Gott mit uns« und die Stimmen der (späteren) Kriegsgegner
Artikel lesen
Buß- und Bettag
21. November 2018, Offenbarung 3,14-22
Artikel lesen

PDF

Sie können diesen Artikel als PDF-Dokument runterladen.

PDF-Dokument

Impressum

Dieser Text wurde im Deutschen Pfarrblatt veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie hier:

Impressum


Hinweis

Für Adressänderungen sowie Abonnementbestellungen oder –kündigungen wenden sie sich an ihren zuständigen Pfarrverein.

Nur dort können die Daten geändert werden. Vielen Dank!