Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg, Teil III: Die Weimarer Republik und das Erbe des Krieges
»Nicht mehr steigerbarer Wahnsinn«

Von: Ulrich Tietze
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Vor 100 Jahren endete der Wahnsinn des Ersten Weltkriegs – um kaum 20 Jahre später einem neuerlichen Kriegswahnsinn Raum zu geben. In seinem dreiteiligen Beitrag legt Ulrich Tietze die Gründe für das Verhalten der Kirchen im Ersten Weltkrieg und für ihre Rolle in der ersten deutschen Demokratie dar, und zwar in bewusster Verbindung mit dem, was Schriftsteller zum Thema »Krieg« von sich gaben – in den Jahren 1914-1918 und in den Jahren der Weimarer Republik.


Die Intellektuellen im Rückblick auf den Krieg

»Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
dann wär der Himmel national.
Die Pfarrer trügen Epauletten,
und Gott wär deutscher General.«
51

In diesem dritten Teil soll es wesentlich auch um das kirchliche Selbstverständnis in der ersten deutschen Demokratie gehen. Zunächst aber bleibt die bedeutsame Feststellung: Der Krieg hat noch diejenigen zerstört, die ihn zwar überlebten, aber durch die Schlachten unwiderruflich verändert waren. Remarque benennt das ebenso knapp wie genau: »Wir waren 18 Jahre und begannen die Welt und das Dasein zu lieben; wir mussten darauf schießen. … wir glauben an den Krieg.«52 Geformt wurde: »Ein Mensch, der alles vergessen hat außer dem Marschieren.«53 Das eigene Land wird fremd.

War Unglaube das zwangsläufige Ergebnis? Nicht bei Remarque und auch nicht bei Tucholsky. Remarque beschreibt in einem späteren Roman54 ein Gespräch mit einem durchaus sympathischen Pastor, der dem Erzähler der Geschichte sagt: »Der himmlische Vater hilft. Er hilft immer, auch wenn wir es manchmal nicht verstehen.« Der Erzähler kommentiert diese Sätze so: »Verdammt, es war etwas zu viel Blut geflossen in der Welt für diese Art von Glauben an den himmlischen Vater!«– nicht jede Art von Glauben ­also!

Tucholsky, zweifellos einer der engagiertesten Kriegsgegner seiner Zeit, kommentierte den Kriegsausbruch später mit den Worten: »Uns Junge hat es umgerissen«, von Hepp wohl mit Recht so gedeutet: »für ihn zerbrachen im August 1914 die Wertmaßstäbe«.55 Als Tucholsky eingezogen wird, passt er sich zwangsläufig den Umständen an: es habe »keinen Zweck, gegen die Macht des Militärs den kindlichen Willen des Ungehorsams zu stellen. Der einzelne sei im Krieg eine Null«.56 Dass Tucholsky sich später als Offizier ebenso unerfreulich gegenüber Untergebenen benommen habe wie seine Kollegen57, ist kaum zu bestreiten. Zugleich beklagt er, dass die protestantischen Kirchen »selbst vor … einer Art von protestantischem Wotanskult nicht zurückschreckten«.58

Der Krieg hatte alles geprägt: die Menschen, die Gesellschaft, die Kirchen. Sein einziges erfreuliches Ergebnis war die erste deutsche Demokratie. Aber zumindest für die Weimarer Republik galt: »Wir haben Pech mit der Demokratie. Ob nun 1918 oder 1945, sie war das Aschenputtel der Jahre Null. Sie durfte beide Male den Dreck und die Schande wegputzen, die uns nationalistische Großmäuler hinterlassen hatten.«59


Kirche und Demokratie

»Wir Deutsche sind geborene Monarchisten.
Fürst und Volk treten für uns nicht in Gegensatz zueinander
Kaiserherrlichkeit und Volksmacht
sind keine feindlichen Gegensätze.«
60

»Für viele Protestanten war mit dem Untergang der Monarchie 1918 eine Welt zusammengebrochen. Daher standen sie der jungen Weimarer Republik bestenfalls loyal, aber stets in kühler Distanz gegenüber.«61 Die hier angedeutete Loyalität war jedoch extrem selten. Manche Theologen sahen in der Demokratie gar »das allgemeine Verbrechen gegen das Ganze des Staates, woraus sich alle übrigen Verbrechen gegen Leib und Leben, materielles und geistiges Eigentum, Ehre und Sitte erzeugen.«62 Dass letzten Endes der Kaiser mit seiner Flucht nach Holland Vaterlandsverrat begangen hatte63, hinderte die Kirchen nicht an seiner weitergehenden Verehrung. Sie galt sogar als theologische Pflicht.

Für eine selbstkritische Überprüfung der ­eigenen Rolle im Weltkrieg sahen beide ­Kirchen keinen Anlass. Nur einzelne durchbrachen das manchmal. Ein schönes Beispiel ist die Korrespondenz von Marierose Fuchs und Kurt Tucholsky. Fuchs schrieb zunächst scharf gegen ihn: »Herumreiterei auf der ›Rolle der Kirchen im Weltkrieg‹, ohne tiefer zu schauen.«64 Tucholsky reagierte auf diesen Aufsatz, und so begann die Korrespondenz mit Fuchs. Tucholskys Antwort: »gnädige Frau, haben Sie einmal tiefer geschaut, zum Beispiel in ein Massengrab? Ich aber«65 – in der Folge seiner Antwort unterschied er sehr eindeutig zwischen Christus, den er als eine Art Revolutionär ansah, und der Kriegstreiberei der Kirchen. Aber der Weg zum christlichen Glauben blieb ihm – durch die Kirchen selbst! – versperrt, obwohl er zeitweise Sehnsucht danach zu haben schien: »Lass mich noch kämpfen, Toller. Kämpfe du mit dem Kreuz, ich kann es noch nicht. Ich will zu dir kommen und dir sagen, wenn ich den langen Weg gegangen bin, der zur Liebe führt.«66 Liebe heißt hier vermutlich: allgemeine Menschenliebe. Für ihn und viele andere Intellektuelle war die Republik eine Hoffnung, trotz allem; aber Kirche war keine.


Kirchenaustritte und weitere Entwicklung

Während noch zu Beginn des Krieges – 1915 – der Theologe Philipp Bachmann die Auffassung vertritt: »Nach menschlichem Ermessen ist durch diesen Krieg die Kirchenaustrittsbewegung abgetan«67, erweist sich das Gegenteil als richtig: nachdem 1910-1913 etwas mehr als 60.000 Menschen aus der Kirche austraten und dies tatsächlich im Krieg deutlich zurückging (ein Theologe nannte den Krieg gar eine »Evangelisation«!), »so verließen 1919 über 200.000 und 1920 über 300.000 Personen die Kirche, viele von ihnen unter ausdrücklicher Bezugnahme auf ihr Verhalten während des Krieges«. Spannend wäre eine Untersuchung der Frage: Waren die Austretenden primär Liberale und Linke? Für die Verfechter früherer Zustände jedenfalls gab es keinen Grund zum Austritt.

Die werktätige Bevölkerung litt auch in der Republik weithin Not – und blieb auf Distanz gegenüber den Kirchen. Tucholsky, nie »patentierter Freigeist«, sondern nach eigenem Bekunden stets ein Suchender, nannte einen triftigen Grund: »Ihr fühlt die Not, aber ihr könnt sie nicht beheben, weil ihr ihre Quelle nicht sehen wollt. Sie wissen, wer auf dem rechten Flügel des Zentrums sitzt: Großindustrielle. Mit denen macht man keine soziale Politik.«68

Tatsächlich gab es eine zunehmende Verarmung in Deutschland während der Weimarer Republik – nicht nur in der Inflationszeit. Während Kirche weithin unverändert vom alten Kaiserreich träumte, benannten Autoren, die sich eher der Aufklärung verpflichtet fühlten, die Gründe für das Elend sehr klar: »Wir haben heute fünf Millionen Arbeitslose, eine Inflation, und wir sind besiegt worden, WEIL wir vorher Ihre geliebte nationale Regierung hatten! WEIL diese Regierung in ihrem Größenwahn Krieg gemacht hat! WEIL sie diesen Krieg verloren hat!«69 In diesem Buch benennt der Arzt Wernicke, der nicht zuletzt Opfer des Krieges in der Psychiatrie sehr intensiv und liebevoll betreut, einen der Gründe für das Scheitern der Republik auch durch Kirche: »Sie ist die einzige Diktatur, die seit 2000 Jahren nicht gestürzt worden ist.«70


Die warnenden Stimmen

»Der Untergang von Sodom und Gomorrha
ist nichts zum Betrachten;
über diesem Betrachten wird man zur Salzsäule.«
71

Unbestreitbar hatte der Krieg Deutschland erheblich verändert. Aber der Neuanfang in Richtung Demokratie war weithin nicht gewollt. Und es ist nicht übertrieben zu sagen: Kirche verharrte bei der Betrachtung der Not – und wurde darin zur Salzsäule. Aber auch das Volk erstarrte zu oft, viele sahen die Ursachen der Not nicht, und es wünschten sich große Teile der Bevölkerung den Kaiser zurück. Schon 1919 schreibt Tucholsky: »Wir können nicht zu einem Volk Ja sagen, das, noch heute, in einer Verfassung ist, die, wäre der Krieg zufälligerweise glücklich ausgegangen, das Schlimmste hätte befürchten lassen.«72 Die Intellektuellen sahen an dieser Stelle auch Kirchenvertreter als Gegner an; was Kästner an die Adresse der Nationalsozialisten schrieb, galt auch für andere: »Ihr möchtet auf den Trümmern Rüben bauen / und Kirchen und Kasernen wie noch nie. / Ihr sehnt euch heim zur alten Dynastie …«73 Mit Recht formulierte Werner Schneyder: »Eine Kirche des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit hätte einen Erich Kästner niemals zum Feind gehabt«.74 Er nennt Kästner (und das ließe sich zweifellos auch über Kurt Tucholsky sagen) einen »tief verletzte(n) Beter«.

Der Wunsch, dass die Demokratie 1918 in Deutschland sich erhalten lasse und durchsetzen möge, wurde von kirchlicher Seite weithin abgelehnt. Demgegenüber ist schon im Oktober 1918 in der »Weltbühne« ein kritischer Aufsatz von »Germanicus« veröffentlicht: »Hüte dich, Demokratie!«75 Er warnt vor der Erhaltung des alten Machtapparats: »Jeder Geheimrat sollte durchgeprüft werden.« Als vielleicht noch hellsichtiger erweist sich die Warnung: »Das Militärkabinett, der Kriegsminister, der große Generalstab und die sogenannte Kommandogewalt müssen der Verfassung und der demokratischen Kontrolle unterstellt werden.« Nichts von alledem geschah.

Noch eine persönliche Bemerkung: Ich bin aufgewachsen mit der Behauptung, die Weimarer Republik sei am Extremismus von rechts und links gescheitert. Eine groteske Lüge! Der Extremismus von links, den es durchaus gab, wurde mit Waffengewalt und massiven Bestrafungen bekämpft – der von rechts wurde uneingeschränkt geduldet.


Kriegsverherrlichung und die Sehnsucht nach dem »starken Mann«

Es dauerte nicht lange, da wurde auch der Krieg, nicht zuletzt von kirchlicher Seite76, glorifiziert und als »gute alte Zeit« betrachtet. Ein fast beliebiges Beispiel liefert der Schriftsteller Josef Ponten:

»Da hat diese Jugend einmal etwas erlebt, etwas Gewaltiges, ob sie ›draußen‹ war oder, als zu jung oder aus anderen Gründen, in der Heimat blieb – nun darf sie es nicht gestalten … Keine Kriegserlebnisse! Ich habe einen jungen Freund, er dichtet, er will sich an dem … Preisausschreiben beteiligen. Er ist noch im letzten Kriegsjahre ins Feld gekommen und hat in dieser Zeit so Furchtbares und Großes erlebt, dass ich – nach vier Jahren im grauen Rocke auch nicht ohne ­einige Erlebnisse – ihn um die seinen be­neide!«77

Im Gottesdienst konnte man noch Schlimmeres erleben: »Da steht ein alter Mann auf der Kanzel und verherrlicht den ›glorreichen Weltkriegsgeist‹, unsere ›endlosen Kriegssiege‹ als eine Epoche, die wieder herzustellen unser einziges Ziel sein müsse. ›Unter dem Zeichen des Kreuzes … müssen die elenden Kerle, die den Heldengeist von 1914 auf meuchlerischste Art gebrochen, aus Deutschland vertrieben werden – wie Jesus den Tempel reinigte, so lasst uns heute Deutschland von denen befreien, die es von Jahr zu Jahr tiefer in den Sumpf getrieben haben.‹ Angewidert von diesem ›Christentum‹ verließ ich die Kirche.«78

Der Trend nach rechts und zur Diktatur ließ sich nicht mehr aufhalten. Vom angeblich »positiven Christentum« im Parteiprogramm der NSDAP (1920) ließen sich viele Kirchenmitglieder ansprechen. Skeptiker und Warner waren oft genug eine verlorene Minderheit: »Zu ihnen gehörte vor allem die kleine, aber entschiedene Gruppe der Religiösen Sozialisten, die die NS-Bewegung von Anfang an konsequent ablehnte. Sie erkannte deutlicher als andere die Unvereinbarkeit von Christentum und NS-Ideologie. Ihre Warnung vor der ›faschistischen‹ Gefahr verhallte jedoch wirkungslos. Ihre Sympathie für die Linksparteien, die als Kirchenfeinde galten, machte sie in der Kirche von vornherein unglaubwürdig.«79


Blick in die Gegenwart

Unbestreitbar ist und bleibt: Kirche trug in den Jahren 1918 bis 1933 nichts dazu bei, dass sich Demokratie hätte festigen können. Im Gegenteil: der Weg von der Sehnsucht nach dem Kaiserreich hin zum »Führerkult« war geradlinig. Die daraus folgende Katastrophe lag auch in der Verantwortung der Kirchen, vielleicht auf evangelischer Seite sogar noch mehr.

Welche Konsequenz lässt sich daraus für heute ziehen? Einfache Antworten verbieten sich, wie fast immer. Aber dies dürfte gelten: Kirche hat für Humanismus zu sorgen, sollte jedoch zugleich über ihn hinaus blicken. Sie hat soziale Gerechtigkeit zu vertreten – und das ist in Zeiten eines zunehmend brutalen Kapitalismus keine einfache Aufgabe –, und wo immer Krieg das Denken bestimmt, hat Kirche für den Gegenentwurf zu stehen: für Frieden zwischen Völkern und Individuen.


Anmerkungen:

51 Erich Kästner, Die andere Möglichkeit, in: Gedichte, a.a.O., 169-171 (Zitat: 170).

52 Remarque, Im Westen nichts Neues, 67.

53 A.a.O., 73.

54 Erich Maria Remarque, Drei Kameraden. Roman, München 1951 (Zitate: 304).

55 Michael Hepp, Kurt Tucholsky. Biographische Annäherungen, Reinbek bei Hamburg 1992, 93.

56 Hepp, a.a.O., 99.

57 Siehe die Darstellung in Rolf Rosfeld, Tucholsky. Ein deutsches Leben, 2. Aufl. München 2012, 111.

58 Brief an Hans Erich Blaich vom 24.12.1916, zit. n. Rosfeld, a.a.O., 61.

59 Erich Kästner, Gesammelte Schriften für Erwachsene, Band 8: Vermischte Beiträge III, Zürich 1969, 188-190 (Zitat: 189). Kästner schreibt dies als Reaktion auf unerwartete NPD-Erfolge in den Sechziger Jahren, als in nicht wenigen Parlamenten auch diese Partei vertreten war, und zwar mit Stimmenanteilen von bis zu zehn Prozent!

60 So äußerte sich Konsistorialrat Dr. Kalweit in seinen »Vaterländischen Reden«, zit. n. Herbert Koch, Die Kirchen und ihre Tabus. Die Verweigerung der Moderne, Düsseldorf 2006, 103.

61 Eberhard Röhm/Jörg Thierfelder, Evangelische Kirche zwischen Kreuz und Hakenkreuz, Stuttgart 1981, 9.

62 Zit. n. Herbert Koch, Der geopferte Jesus und die christliche Gewalt, Düsseldorf 2009, 97. Koch fasst diese Haltung mit Recht so zusammen: »Denn die Monarchie ist die dem Willen Gottes gemäße Staatsform.« (ebd.)

63 In beiden Weltkriegen wurden fahnenflüchtige Soldaten im Falle ihrer Festnahme hingerichtet. Noch einmal eine persönliche Erinnerung: Meine Mutter, Jahrgang 1920, betonte immer wieder, sie habe gegen Kriegsende viele erhängte Soldaten gesehen, denen man ein Schild umgehängt hatte: »Ich habe mein Vaterland verraten.«

64 Kurt Tucholsky, Briefe an eine Katholikin, 3. Aufl. Reinbek bei Hamburg 1970, 86. Der Artikel von Fuchs erschien 1929 in der Zeitschrift »Germania« und trug den Titel »Germanistik im Buch«. Das von Fuchs herausgegebene Büchlein »Briefe an eine Katholikin« beinhaltet übrigens die ursprüngliche Antwort Tucholskys nicht in der Fassung, die dann in der »Weltbühne« erschien.

65 Ebd.

66 Tucholsky, Tollers Publikum, in GW 2, 202-204 (Zitat: 204) – es handelte sich um ein Antikriegs-Stück von Toller, der übrigens in der Weimarer Republik auch längere Zeit aus rein politischen Gründen inhaftiert war.

67 Karl Hammer, Deutsche Kriegstheologie, a.a.O., 172.

68 Kurt Tucholsky, Brief an eine Katholikin, in: GW 8, 35-41 (Zitat: 39).

69 Erich Maria Remarque, Der schwarze Obelisk. Geschichte einer verspäteten Jugend, Köln 1956, 249.

70 A.a.O., 153.

71 Karl Barth 1920 in seinem Aufsatz »Der Christ in der Gesellschaft«, in: Jürgen Moltmann (Hrsg.), Anfänge der dialektischen Theologie. Teil I: Karl Barth – Heinrich Barth – Emil Brunner. 4. Aufl. München 1962, 3-37 (Zitat: 27).

72 Kurt Tucholsky, Wir Negativen, in: Die Weltbühne; Jg. 1919, 1. Halbjahr, 13. März 1919, 279.

73 Erich Kästner, Denn ihr seid dumm, in: Die Weltbühne, Jg. 1932, 2. Halbjahr, 2. August 1932, 164 (bemerkenswert: die doch erkennbare Gleichsetzung von Kirchen und Kasernen!).

74 Schneyder, Kästner, a.a.O., 83 (auch Folgezitat).

75 »Germanicus«, Die Weltbühne, Jg. 1918, 2. Halbjahr, 377f.

76 Eine der wenigen Ausnahmen bildete der »Friedensbund Deutscher Katholiken«, dessen Geschichte im immer noch sehr lesenswerten Buch »Pazifismus in der Weimarer Republik« (Hrsg.: Karl Holl und Wolfram Wette), Paderborn 1981, geschildert wird: Dieter Riesenberger, Der »Friedensbund Deutscher Katholiken« und der politische Katholizismus in der Weimarer Republik, a.a.O., 91ff.

77 Josef Ponten, »Worte an die Jugend«, zit. n. Stephan Reinhardt (Hrsg.), Lesebuch Weimar. Deutsche Schriftsteller und ihr Staat von 1918 bis 1933, Berlin 1982, 154 (Hervorhebung im Original).

78 Die Weltbühne, Jg. 1932, 2. Halbjahr, 215. Dieser Bericht, von einem früheren Offizier an die Redaktion gesandt, stammte aus Bad Sachsa, das als »völlig von den Nationalsozialisten beherrscht« bezeichnet wird – dieser Ort war zweifellos keine Ausnahme, schon lange vor 1932. Unverändert gilt: Der Wunsch, Kirche möge sich von den alten Irrtümern, Lügen und Verbrechen distanzieren, war bei den Linksliberalen und undogmatischen Linken sehr drastisch erkennbar. Werner Schneyder etwa: »Eine Kirche des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit hätte einen Kästner nie als Gegner gehabt.« (a.a.O.)

79 Eberhard Röhm/Jörg Thierfelder, a.a.O., 10.

 

Über die Autorin / den Autor:

Pastor Ulrich Tietze, 2002-2013 Gefängnispfarrer an der JVA Hannover, seit 2013 Krankenhausseelsorger; Veröffentlichungen: »Nur die Bösen? Seelsorge im Strafvollzug« (Hrsg.) (2011), »Stille – Weite – Wüste« (2013).

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 11/2018

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