Ein Zwischenruf
Warum die Strukturanpassung in Sachsen nur ein erster Schritt in die falsche Richtung ist

Von: Gerold Heinke
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In der Sächsischen Landeskirche wird seit mindestens zwei Jahren sehr heftig um die Strukturreform – Gerold Heinke spricht eher von ­einer Strukturanpassung – gerungen. In den zurückliegenden 21 Jahren hat es unterschiedliche Anläufe dazu gegeben, doch jetzt sollen »Nägel mit Köpfen« gemacht werden. Es soll so geplant werden, dass die Landeskirche für die Zukunft gerüstet ist. Heinke zeigt in seinem Beitrag, dass die geplante Strukturanpassung gar nicht zum Ziel führen kann.


Was passiert eigentlich in der Strukturanpassung?

Wir erleben zurzeit in den sächsischen Gemeinden, dass die Emotionen ins Kraut schießen, dass Petitionen gestartet werden, dass Kirchenvorstände und Gemeinden auf die Barrikaden gehen und demonstrieren, dass andere Gemeinden einfach auf ihren Besitzständen beharren und manche sich einfach nicht bewegen wollen.

Schauen wir doch einmal ganz nüchtern auf die Strukturanpassung: Die geographischen Zuständigkeitsbereiche für Mitarbeiter im Verkündigungsdienst werden vergrößert. Wenn in einer Region z.B. jetzt noch sechs Pfarrstellen sind, nach 10 Jahren nur noch drei sein dürfen, dann verdoppelt sich rein geographisch das Einzugsgebiet jedes Pfarrers, denn die Grenzen der Parochien werden ja nicht kleiner. Ohne auf die verlängerten Fahrzeiten und damit die Reduktion der tatsächlichen Arbeitszeit der Mitarbeiter zu sprechen zu kommen, wird offensichtlich, dass Abstriche in der fachlichen Arbeit gemacht werden müssen. Im Pfarramt ist die Seelsorge meistens das erste, was hinten hinunter fällt, d.h. im Klartext: es wird weniger Beziehungen zwischen Pfarrerinnen und Pfarrern und den Gemeindegliedern geben. Ähnliches gilt für Kirchenmusikerinnen und Gemeindepädagoginnen in gleicher Weise. Das Ergebnis ist also statt einer Stärkung eine Schwächung der Kirche, denn Kirche lebt in erster Linie von der Gemeinschaft der Mitarbeiter und Gemeindeglieder untereinander.


Was nicht passiert

An der Grundstruktur unserer Kirche wird jedoch nichts geändert. Unter Grundstruktur verstehe ich hier die grundlegende Beziehung von Mitgliedern innerhalb der Kirchengemeinden. Die grundlegende Beziehung in unserer sächsischen Landeskirche ist die von wenigen professionellen Mitarbeitern und vielen betreuten Gemeindegliedern. Profis und Amateuren sozusagen.

An dieser Grundbeziehung wird jedoch in dem gegenwärtigen Prozess nichts wirklich geändert und deshalb bleibt jede Strukturanpassung nur eine Schönheitsoperation. Anstatt die Arbeit, Verantwortung und Lasten in der Kirchgemeinde auf alle zu verteilen, bleibt es bei der jahrhundertealten Einteilung in Profis und Amateure. »Der Pfarrer wird ja dafür bezahlt, da kann er das auch noch mitmachen«. So ein Zitat – persönlich immer wieder gehört - ist Ausdruck eines grundsätzlichen Missverständnis von dem, was Kirche sein will, nämlich einer Gemeinschaft, die das Evangelium Jesu hört und den Lehren Jesu im eigenen Leben nachfolgen will.

Da diese genannte grundsätzliche Beziehungsstruktur zwischen Mitarbeitern im Verkündigungsdienst und Mitgliedern der Gemeinden nicht verändert wird, ist klar, dass die Kirche nicht wirklich zukunftsfähig wird. Die Strukturanpassung geht somit an den Bedürfnissen der Gemeinden vorbei. Ich meine damit nicht, das oberflächliche Bedürfnis, in traditioneller Weise einen eigenen Pfarrer zu haben, sondern das tiefer gehende Bedürfnis nach geistlicher Gemeinschaft, menschlicher Teilhabe, seelsorgerlicher Begleitung und spiritueller Erfahrung. Eine Kirche, in der strukturell keine Gemeinschaft mehr gelebt werden kann, weil die Mitarbeiter nur vorbeikommen können, um Veranstaltungen zu halten und dann weiter zu eilen, ist nicht attraktiv und wird weiter an Zulauf und Bedeutung verlieren.

Statt konsequent daran zu arbeiten, das allgemeine Priestertum der Gläubigen zu ermöglichen, zu entwickeln und zu leben, bleibt unsere Landeskirche weiter auf die »Profis« fokussiert. Ein Beispiel dafür, wie sich das in der Praxis äußert, ist, dass ein Geburtstagsbesuch innerhalb vieler Kirchgemeinden nur etwas zählt, wenn der Pfarrer höchst persönlich kommt. Ein Mitarbeiter des Besuchsdienstkreises reicht eben nicht.

Solange diese Grundstruktur der Beziehungen zwischen »Laien« und »Profis« nicht geändert wird, ist die Strukturanpassung nur Schwächung der Kirche statt Stärkung. Die engagierten Mitglieder werden weiter in die freien Gemeinden auswandern, weil dort Gemeinschaft, Teilhabe, Seelsorge und Spiritualität gelebt wird.

Andererseits wird die Entwicklung in unserer Kirche selbst andere Wege erzwingen, weil gar nicht mehr die »Profis« zur Verfügung stehen werden. Bei vielen unbesetzten 100%-Gemeindepädagogikstellen in unserer Landeskirche ist auch bei Zusammenlegung von Gemeinden und Kirchenbezirken keine flächendeckende Kinder- und Jugendarbeit mehr möglich.

Noch einmal: die Gemeinden wollen authentische Gemeinschaft, Teilhabe, Gebrauchtwerden, Erfahrung des Lebens, Zuwendung, Seelsorge. Wo das gelebt und praktiziert wird, gehen Menschen hin, wachsen Gemeinden.


Wahrnehmungen

Entgegen vielen Äußerungen in Presse und Medien ist das Christentum nicht eine verstaubte Religion, die auf den Müllhaufen der Geschichte gehört, sondern eine Religion, die nach wie vor aktuell und vital ist. Man schaue sich nur einmal die Entwicklung des Christentums weltweit an. Wir erleben zwar in Deutschland eine Diversifizierung des religiösen Angebotes, aber der Beweis, dass andere Religionen eine bessere Antwort auf die Erfordernisse der Zeit haben, ist noch zu erbringen. Ob es nun Moscheen sind, die auch in sächsischen Städten eröffnet werden oder buddhistische Zentren von denen es allein in Dresden drei gibt, so bleibt doch klar, dass das Christentum in den verschiedenen konfessionellen Ausprägungen in Sachsen gegenwärtig ist und Attraktivität besitzt, wenn auch nicht in den verstaubten Formen, die landauf, landab in unserer Landeskirche zu finden sind.

Die innerkirchliche Situation ist jedoch noch einmal ganz anders zu beschreiben. Eine Mehrheit der formal zur Kirche gehörenden Gemeindeglieder hat kein Interesse an formalisierter Religion. Die Besuchszahlen von Gottesdiensten, die zwischen 3-5% liegen (Ausnahmen bestätigen die Regel) zeugen davon. Man hat im Herzen seinen Glauben und gehört noch zur Kirche, aber »was habe ich mit dem Gottesdienst zu schaffen«?

Da zu wenig Kinder in unseren landeskirchlichen Gemeinden getauft werden, werden die Gemeinden noch nicht einmal durch den Austritt von Menschen, die ja schon lange keine innere Beziehung zur Kirche mehr hatten, sondern gerade durch die sterbenden treuen Gemeindeglieder, kleiner.

Zum Bedeutungsverlust der Kirche in Sachsen trägt auch bei, dass die kirchliche Organisation die zu Beginn beschriebene Grundstruktur der Beziehungen innerhalb der Kirche fortschreibt. Das Verhältnis zwischen hauptamtlichen Mitarbeitern und Gemeindegliedern wird nach wie vor patriarchalisch bestimmt und von äußeren Faktoren abhängig gemacht. Umständliche Wege ins Prädikantenamt, strenge Ordnungen für die Verwaltung der Sakramente erschweren ein weiterführendes Engagement von »Laien«.

Dabei ergibt sich doch aus der Lehre Jesu Christi eine Gleichstellung vor Gott und gerade im Luthertum sind wir so stolz auf das allgemeine Priestertum aller Gläubigen. Dagegen erleben wir aber gerade eine entgegengesetzte Entwicklung: Kirchenrecht und Evangelium klaffen immer weiter auseinander und widersprechen sich an vielen Stellen.

Wenn Gemeinden nicht gerade finanziell stark und wohlhabend sind, bestimmt die Kassenlage die Aktivitäten. In vielen Gemeinden wird bei Aktivitäten, die als notwendig für die Gemeinde betrachtet werden, als erstes die Frage gestellt: Können wir uns das überhaupt leisten?

Nicht Mission und Evangelisation stehen im Zentrum der Überlegungen, sondern die Frage, was getan werden muss, um das Kirchengebäude, die Orgel, den Altar, die Kunst in der Kirche zu erhalten. Nur eine verbale Betonung von Mission und Evangelisation bringt keine Nachfolger Jesu in die Kirche. Ganz nüchtern müssen wir festhalten: wir sind nicht die Kirche für andere, die Dietrich Bonhoeffer wünscht und fordert.

Diese Wahrnehmungen sind ganz gewiss lückenhaft und könnten nun in anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Gesellschaft ergänzt und vertieft werden, aber das würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen.


Lösungen

Einige Wahrnehmungen der religiösen und kirchlichen Situation sind von meiner Seite benannt worden, aber nur die Analyse führt noch nicht zur Veränderung.

Hier kommen einige Gedanken zu Lösungen:

1. Es gibt keine Garantie, dass die Kirchen im 21. Jh. in den westlichen Gesellschaften die bestimmende Kraft sind oder bleiben. Bei der derzeitigen Entwicklung ist eher davon auszugehen, dass die Kirchen in Westeuropa massiv an Bedeutung verlieren werden.

2. Warum kann sich die sächsische Landeskirche dann nicht von ihren goldenen Ketten verabschieden? Was helfen uns Staatsleistungen, wenn die an Aktivitäten gebunden sind, die nur den kulturellen oder historischen Rahmen erhalten, aber nicht die Inhalte fördern wollen? Warum treten wir nicht die Flucht nach vorn an, um die Kirche tatsächlich fit zu machen für die Zukunft? Unabhängig von Finanzen, wirtschaftlicher Prosperität, politischen Privilegien? Warum wollen wir immer weiter abhängig vom Geld bleiben?

Die zurzeit in der Strukturanpassung angebotene Lösung heißt im Grunde: Weiter so! Platt gesagt: Größere Räume mit weniger Personal zu versorgen. Die Bedürfnisse der Gemeindeglieder werden dabei nicht ernst genommen. Es gibt keine Änderung im Tarifsystem. Das Parochialsystem wird nicht angetastet. Die Verwaltung wird nicht verschlankt. Das ist keine Lösung für die Zukunft.

3.Als evangelische Kirche beziehen wir uns immer auf die Schrift, nur dass wir im Fall unserer eigenen Struktur eher bei den bekannten alten römisch geprägten Strukturen bleiben wollen.

Ich setze daher dieses Nachdenken über Alternativen mit einer fünffachen biblischen Verneinung fort:

1. in der Bibel steht nicht, dass kirchliche Mitarbeiter in einem Beamtenverhältnis stehen sollen

2. in der Bibel steht nicht, dass Kirchgemeinden gesonderte Gebäude für ihre Versammlungen haben und diese um jeden Preis erhalten müssen

3. in der Bibel steht nicht, dass für die Gemeinde hauptamtliche Mitarbeiter ausgebildet werden müssen

4. in der Bibel steht nicht, dass Kirchen ein Landeskirchenamt, Superintendenturen, Regionen etc. haben müssen

5. in der Bibel steht nicht, dass Kirchen Kirchensteuern erheben sollen, um sich zu finanzieren.

Neben dem Nachdenken über die fünf Verneinungen ist es aus meiner Sicht zuerst einmal notwendig, diese oben genannte Grundstruktur der Beziehungen in den Gemeinden zu ändern. Alles andere bekommt von daher eine neue Gestalt.

4. Wenn klar ist, dass Kirche dort ist, wo sich Menschen gleichberechtigt, mit ihren unterschiedlichen Gaben gemeinsam auf den Weg machen, um das Evangelium Jesu Christi zu hören und ihm nachzufolgen, wenn sie Gemeinschaft im Abendmahl und der Taufe erleben und zuerst das Reich Gottes suchen, wird uns nach dem Zeugnis der Bibel Gott der »Vater im Himmel alles andere dazu geben«.


Konkrete Vorschläge

Finanziell radikal

Ein herausragendes Ziel muss zu aller erst eine Finanzstrukturreform sein. Das finanzielle Ziel der Kirche muss dabei eine Unabhängigkeit von Staat, wirtschaftlichem Zustand und rechtlicher Verfasstheit der Gesellschaft sein.

Dies wären notwendige Schritte:

1. Langfristig schaffen die Kirchen die Kirchensteuern selbst ab. Nur wenn die Gemeindeglieder der Kirchgemeinden bereit sind,

1. den wesentlichen Anteil der Finanzierung einer Stelle für einen Mitarbeiter im Verkündigungsdienst zu übernehmen,

2. z.B. durch einen Zehnt-Kreis die Finanzierung der Gemeinde selbst substanziell aufzubauen

3. oder genügend Spenden durch die Gemeindeglieder erbracht werden, kann ein Mitarbeiter angestellt werden.

4. Das Geld das von der Gemeinde selbst für das Gemeindeleben, etwaige Mitarbeiter aufgebracht wird, wird damit zur Grundlage der Aktivitäten der Kirchgemeinden.

2. Die Kirche verzichtet auf Staatsleistungen, wo diese nicht die zentralen Inhalte der Kirche fördern und einfordern, sondern nur kulturell erhaltenden Charakter haben.

3. Die Kirchgemeinden gründen eigene Stiftungen, um eine nachhaltige Finanzierung der Gemeinden aufzubauen und zu erhalten.


Administrativ radikal

1. Die Verwaltung unserer Kirche, die wegen der Entwicklung des Rechtssystems einen immer breiter werdenden Raum im Leben der Gemeinden einnimmt, wird dahingehend umstrukturiert, dass die jetzt vorhandenen Verwaltungsstrukturen so zentralisiert werden, so dass weder Mitarbeiter im Verkündigungsdienst noch angestellte Verwaltungsmitarbeiter, noch Kirchenvorstände ständig neue zusätzlich Aufgaben bekommen.

2. Vermögen der Gemeinden sollten allen Gemeinden zugutekommen, so dass die Vermögensverwaltung auch zentralisiert werden kann.

3. Mit der Gründung von Stiftungen zum Nutzen aller könnte eine weitere kontinuierliche Einnahmequelle oder finanzielle Hilfsquelle erschlossen werden. Auch der Verkauf von kirchlichen Gebäuden ist sinnvoll, wenn die Gebäude nur eine Belastung der Gemeinde darstellen. Eine kunsthistorisch wertvolle romanische Kirche kann nicht von einer Gemeinde mit 50 Gemeindegliedern nach den Vorgaben der Denkmalpflege erhalten werden.


Ausbildung radikal

1. Natürlich werden für Predigt, Seelsorge, Kirchenmusik und Gemeindepädagogik ausgebildete Mitarbeiter gebraucht. Aber die Frage ist, wie sie ausgebildet werden.

2. Die Aufnahme eines Theologiestudiums ist schon lange nicht mehr der Garant, später auch eine Pfarrstelle zu bekommen. Dieses Bewusstsein muss aber noch viel deutlicher kommuniziert werden. Gleichzeitig muss dieses Wissen darum ergänzt werden, dass die Gemeinden auch keine Garantie für eine 100%-Pfarrstelle geben können.

3. Vor Beginn eines Ausbildungsgang in einem Beruf des Verkündigungsdienstes muss es daher eine intensive Studienberatung geben. Gleichzeitig sollte die Tendenz in der Beratung dahin gehen, dass empfohlen wird, zunächst einen anderen Beruf zu erlernen, der neben einem Teilzeitpfarramt zum Unterhaltserwerb dienen kann. Das könnten Berufe wie Lehrer, Psychotherapeuten, Pflegedienste, Beratungsberufe, ja selbst selbständige Tätigkeiten wie Physiotherapeuten oder IT- Experten wären denkbar.

4. Was die Ausbildungsinhalte betrifft, muss das Ziel der Ausbildung sein, nicht jeweils Fachspezialisten auszubilden, sondern den Aspekt der Moderation, Anleitung von Gemeindegliedern, Erwachsenenbildung im jeweiligen Bereich stärker ins Zentrum zu rücken.

5. Dazu müssen die rechtlichen Grundlagen geschaffen oder in diese Richtung hin verändert werden. Der Beamtenstatus innerhalb der Kirchen ist mittelfristig abzuschaffen. Dann würde es möglich, trotz kleiner werdender Gemeindegliederzahlen an jeder Kirche in Sachsen eine Pfarrerin oder Pfarrer zu haben.


Personell radikal

1. Mitarbeiter im Verkündigungsdienst werden da eingesetzt und bezahlt, wo sie am nötigsten gebraucht werden.

2. Grundsätzlich werden sie nur für die Zwecke eingesetzt für die sie auch ausgebildet sind. Wenn der Tätigkeitsumfang keine 100% VzÄ ergibt, dann muss der Haupterwerb in einem anderen Beruf gesucht werden. Die kirchlichen Mitarbeiter rücken damit näher an die Lebenswirklichkeit der Gemeinde.



Folgen für die Kirche und die Gemeinden

Unsere Gemeinden würden auf Dauer tatsächlich überlebensfähig, weil nur dort Gemeinde wächst, wo die Gemeindeglieder ihre finanzielle Mitverantwortung für die Gemeinde wahrnehmen. Beim Geld hört ja bekanntlich die Freundschaft auf.

Die Kirche und die Ortsgemeinden wären nicht mehr abhängig von allgemeiner wirtschaftlicher Situation, sondern vom Willen zur Finanzierung der Aufgaben der Gemeinschaft. Kirche wäre nicht mehr abhängig von politischen Strukturen, sondern vom Engagement der Gemeindeglieder. Lebendige Gemeindegruppe wären nicht das Ergebnis der Arbeit von besonders begnadeten Gruppenleitern, sondern von dem Willen der Gemeindeglieder nach Glauben und Gemeinschaft und Teilhabe.



Vision

Die sächsische Kirche hat Pfarrerinnen und Pfarrer, die an den vorhanden Kirchen und Kapellen Dienst tun. Da manche Gemeinden klein sind, kann dies nur eine Teilzeitanstellung sein. Die Mitarbeiter üben neben ihrem Dienst in der Verkündigung andere Berufe aus, die ihren Lebensunterhalt sichern. Die Mitarbeiter im Verkündigungsdienst sind nicht mehr fachliche Spezialisten in ihrem jeweiligen Fach, sondern Moderatoren, Begleiter, Trainer für ihr Fachgebiet.

Durch eine mögliche Teilzeitbeschäftigung von Pfarrerinnen und Pfarrern, wäre es z.B. möglich, dass an jeder Kirche in Sachsen eine Pfarrerin oder Pfarrer wirken kann. Notwendig wäre dann aber auch, um die Teilzeitstelle nicht zu einer Mogelpackung verkommen zu lassen, dass zwischen Gemeinde und Pfarrperson genau ausgehandelt wird, was eine 10- oder 20%-Anstellung bedeutet.


Schluss

Dieser Artikel ist eine Anregung zum Nachdenken über eine zukunftsfähige Kirche nicht ein genauer Fahrplan. Einige wesentliche Anfangsschritte, die gegangen werden müssen, sind benannt. Im Vergleich damit ist die jetzt durchgeführte Strukturanpassung nur ein Kratzen an der Oberfläche. Die Frage ist und bleibt, ob wir in Sachsen wirklich etwas Substantielles und zukunftsfähiges tun wollen, oder lieber die Abwärtsspirale, wenn auch gut geschmiert, weiter drehen wollen.


Gerold Heinke

 

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 2/2019

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