Warum technokratischer Optimismus theologisch zu hinterfragen ist
Problematischer Glaube an unendlichen Fortschritt

Von: Werner Thiede
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Angesichts der zu erwartenden Fortschrittsdynamiken digitaler Technologie stellt sich für Werner Thiede die Frage nach der Legitimität damit verbundener Heilsversprechen. Hinter den Ideen zum digitalen Ausbau des Lebens des Einzelnen wie der Gesellschaft wittert Thiede eine zutiefst unchristliche Ideologie. Stattdessen mahnt er ethisch die Gefahren technischen Fortschritts an und kritisiert theologisch einen Glauben an unendlichen menschlichen Fortschritt als mit der christlichen Hoffnung unvereinbar.


Ein gewisser Kulturoptimismus steht in unserer Gesellschaft kulturpessimistischen Ansichten konträr gegenüber, verfügt aber höchst einseitig über die politische und ökonomische Macht. So lässt sich die gegenwärtige Digitalisierungspolitik geradezu als rigoros beschreiben – getragen von dem Slogan »Digitalisierung first, Bedenken second«. Gerade Deutschland will in der ersten Liga der globalen Digitalisierung mitspielen, ja laut Dorothee Bär »Digital-Weltmeister werden! … Ich habe das Bedenkenträgertum satt«1. Diesem Geist entspricht es, dass ungeachtet der Warnungen zahlreicher Wissenschaftler und Ärzte vor der kommenden 5G-Mobilfunktechnologie2, die für den Fortgang der Digitalisierung unerlässlich erscheint, aus dem EU-Gesundheitskommissariat abwiegelnd verlautet, die Anwendung des Vorsorgeprinzips auf die Mobilfunktechnologien sei »eine zu drastische Maßnahme«3.

Das digitale Paradigma kennt nur ein radikales »Vorwärts!« und verurteilt verantwortungsbewusste Bedenkenträger als verantwortungslose Zauderer, ja als »Fortschrittsfeinde«. Trägt solch eine Einstellung aber nicht unverkennbar ideologische Züge, kraft deren revolutionärem Impetus die Spaltung der Gesellschaft vorangetrieben wird?


1. Digitalisierung als Weltanschauung

Den ideologischen Charakter der Digitalisierung haben bereits Netz-Experten wie Jaron Lanier4 oder Evgeny Morozov festgestellt, wobei letzterer den »Techno-Populismus« mit den Worten kritisiert: »Die vereinnahmende Haltung, der falsche Universalismus und der Reduktionismus verhindern eine echte Debatte über digitale Technik.«5 Für Morozov ist klar, »dass die Technokratie selbst zwar eine Ideologie ist, die meisten Technokraten sich jedoch alle Mühe geben, jeglichen Verdacht von sich abzuwenden, sie könnten von irgendetwas anderem als reinem Pragmatismus und dem Streben nach Effizienz getrieben sein.«6


Das »dataistische Dogma«

Das Ideologische an der Digitalisierung habe ich eigens in einer Broschüre herauszuarbeiten versucht7. Entsprechend deutlich wurde bereits der Historiker Yuval Noah Harari in seinem Bestseller Homo Deus, wo er von »Dataismus« spricht. Die -ismus-Endung in Verbindung mit dem Datenbegriff sagt hier alles: »Der Übergang von einem homozentrischen zu einem datazentrischen Weltbild wird nicht nur eine philosophische Revolution sein …«8 – aber doch auch genau das: ein weltanschaulicher Umsturz, eine technologisch und zugleich ideologisch motivierte Weltveränderung mit noch nie dagewesener Mächtigkeit.

Der Mensch wird seiner mehr oder weniger zentralen Bedeutung für die Beantwortung der Sinnfrage beraubt, die namentlich im Christentum auf die Menschwerdung Gottes und auf die damit verbundene Verheißung der geschenkweisen Vergottung des Menschen verweist. Ins Zentrum rücken stattdessen datenverarbeitende Algorithmen mit ihrer Kontrollfunktion, zunehmend gesteuert von Künstlicher Intelligenz, also nicht mehr von menschlichem Bewusstsein. Hier siegt das von aller inneren Erfahrung bereinigte Menschenbild des Behaviorismus über alle traditionellen Varianten von Humanismus und damit über das christlich gewohnte Konzept von Menschenwürde9. Das »dataistische Dogma« fragt laut Harari: »Gibt es vielleicht etwas im Universum, das sich nicht auf Daten reduzieren lässt?«10 Keine kritische Antwort hierauf werde diese Ideologie – der Begriff durchaus verstanden im Sinn eines engstirnigen, reduktionistisch verfahrenden Paradigmas – »davon abhalten, die Welt zu übernehmen.«

Die sich immer deutlicher herauskristallisierende Ideologie der digitalen Revolution zeigt bei genauerem Hinsehen, dass es um ein technologisch wie politisch durchzusetzendes Gesamtprojekt geht, das keineswegs jedermanns Sache ist, aber im Endeffekt ungefähr allen Menschen übergestülpt werden soll. Mit Harari formuliert: Alles soll im Zuge der Digitalisierung »mit dem System verbunden werden, auch die Abweichler, die nicht verbunden werden wollen …«11 Was bekanntlich in China derzeit bereits Realität wird, droht laut Expertenanalysen mittel- und langfristig auch im noch freien Westen12.


Von der Bereicherung zur Bedrohung

Schon spüren immer mehr Zeitgenossen, dass Digitalisierung von einer erfreulichen Bereicherung langsam, aber sicher zur Bedrohung mutiert. Um zwei Silcon-Valley-Insider zu zitieren: Jaron Lanier räumt ein, dass das mobil gewordene Internet »mehr Schaden anrichtet, als es Gutes tut«13, und Peter Thiel bemerkt: »Die existierenden Internet-Firmen werden weiter wachsen, keine Frage, aber ich fürchte, die wirklich guten … Ideen sind weitgehend ausgeschöpft. … Die negativen Punkte überwiegen zurzeit ganz klar.«14 Dem Journalisten Thomas Schulz zufolge breitet sich ein düsteres Gefühl aus: »Die Grundregel von stetig zunehmender Freiheit und wachsendem Wohlstand wird bedroht von genau den Kräften, die sie ermöglicht haben, von Technologie, Globalisierung und Fortschritt.«15 Mit Carl Friedrich von Weizsäcker gefragt: »Führt die Technik zu der Sicherung des Lebens, die sie anstrebt – oder zu seiner Vernichtung?«16 Zwecks Kennzeichnung dieser Problematik, deren Zuspitzung sich insbesondere auch auf militärischem Gebiet zeigt, spreche ich von der »digitalen Fortschrittsfalle«17.

Die teilweise geradezu totalitär anmutenden Implikationen der digitalen Revolution sind längst in Buchtiteln formuliert: »Digitale Diktatur« (Stefan Aust/Thomas Ammann 2014), »Schattenzeitalter: Wie Geheimdienste, Suchmaschinen und Datensammler an der Diktatur der Zukunft arbeiten« (Joel Luc Cachelin 2014), »Die smarte Diktatur« (Harald Welzer 2016), »Die Diktatur der Konzerne« (Thilo Bode 2018) oder »Das Zeitalter des Überwa­chungskapitalismus« (Frankfurt 2018)18.

Dass die genannten Autoren nicht einfach als hysterische Schwarzmaler abgetan werden sollten, illustriert ein Artikel vom 31. Januar 2019 im Handelsblatt mit der Überschrift »Pentagon warnt vor digitalen Diktaturen«19. Gern verspottet man zwar die »German Angst«. Aber man vergisst dabei, zwischen rationalen und irrationalen Ängsten zu differenzieren. Was, wenn die Bedenkenträger erschreckend vernünftige Analysen und Argumente vorzuweisen haben? Dürfen sie einfach nicht Recht haben, weil ihre Einreden kaum ins ideologische Konzept der Digitalisierung passen? Gelten sie apriori als obsolet, weil ja ethisch und gesetzlich gebotene Vorsorge den Fortschritt zu bremsen droht? Der Soziologe Ulrich Beck hat das schon vor Jahren kommen sehen: »Man hat es nicht mehr mit der Abfolge: erst Labor, dann Anwendung zu tun. Stattdessen kommt die Überprüfung nach der Umsetzung, die Herstellung vor der Forschung. Das Dilemma, in das die Großgefahren die wissenschaftliche Logik gestürzt haben, gilt durchgängig: Die Wissenschaft schwebt blind über der Grenze der Gefahren.«20 Eben so baut sich die Fortschrittsfalle inmitten der Informationsgesellschaft auf, die ja doch eine Risikogesellschaft darstellt und die »Metamorphose der Welt« laut Beck in Sachen Digitalisierung erkennbar zu einem Freiheitsrisiko werden lässt.


2. Der Leitgedanke eines unendlichen Fortschritts

Im Zuge der digitalen Revolution hat sich der moderne Fortschrittsglaube zu einem regelrechten Fortschrittsdiktat ausgewachsen – namentlich im Kontext kapitalistisch-wirtschaftlicher21 sowie militärischer Interessen. Im Kern ist er eine Ausgeburt der Neuzeit: jener »neuen Zeit«, die sich als Säkularisierungsmodus kirchlich erhoffter Heilszeit, des verheißenen Gottesreichs versteht22. Im Hintergrund stehen philosophisch Kants kulturtheoretische Umdefinition des Gottesreichsbegriffs23 und Hegels idealistisch-dialektische Weltsicht. Durch die industrielle Revolution wurde diese Sichtweise verstärkt. So zeigte sich 1886 der berühmte Erfinder und Industrielle Werner von Siemens in einer Festrede überzeugt, dass »unsere Forschungs- und Erfindungsthätigkeit die Menschheit höheren Kulturstufen zuführt, sie veredelt und idealen Bestrebungen zugänglicher macht, … ihren Lebensgenuß erhöhen, sie besser, glücklicher und mit ihrem Geschick zufriedener machen wird.«24 Diese Worte würden freilich genauso gut zur Formulierung heutiger Fortschrittseuphorie taugen25.

Doch Siemens hatte sich schon während seiner Festrede mit kritischen Rückfragen und Einwänden auseinanderzusetzen. So wurden die »Fragen aufgeworfen und diskutirt, ob die Menschheit durch alle diese Errungenschaften der Naturwissenschaft und Technik auch wirklich besser, ob sie auch glücklicher werde, ob dieselben nicht vielmehr zur Zerstörung aller idealen Güter und zu roher Genusssucht führen; ob nicht die ungleiche Vertheilung der Güter und Freuden des Lebens durch sie vergrößert würde, ob nicht durch die Entwickelung der Maschinenindustrie und die durch sie bedingte Theilung der Arbeit die Arbeitsgelegenheit für den Einzelnen vermindert und die Arbeiter selbst nicht in eine unfreiere, abhängigere Stellung gebracht würden wie bisher …«26 Derlei Fragen kommen uns im 21. Jh. keineswegs fremd vor; sie stellen sich heute sogar noch dringlicher als damals. So bereitet drohende Arbeitslosigkeit im Zuge der Industrie 4.0 dank digitaler Maschinen immer mehr Menschen Sorgen27. Und das ist nur ein Beispiel dafür, wie ambivalent sich technischer Fortschritt heute darstellt.


Technologische Ambivalenz

Diese Ambivalenz hat sich durch den neueren Gang der Menschheitsgeschichte mit zwei technisch aufgerüsteten Weltkriegen einschließlich erster Atombombenabwürfe sowie durch die ökologischen Verschlechterungen auf unserem Planeten immer wieder gezeigt. Die »digitale Metamorphose« (Beck) steht mit für diese Ambivalenz. So paart sich Laniers oben zitierte Überzeugung, dass das Netz »mehr Schaden anrichtet, als es Gutes tut«, mit Hans A. Pestalozzis Verzweiflungsruf: »Haben wir derart den Maßstab verloren, dass wir glauben, der Mensch müsse sich neuen Technologien anpassen, statt dass wir als Vorbedingung jeder neuen Technologie fordern, dass sie den Menschen angepasst sein müsse?«28. Tatsächlich lautete das Motto der Weltausstellung 1933 in Chicago: »Die Wissenschaft entdeckt – die Industrie wendet an – der Mensch passt sich an«. Als ob es sich bei den drei hier nebeneinander stehenden Subjekten nicht allemal um Menschen handelte – und als ob die hier thematisierte Anpassung nicht oft genug den Menschen zum Objekt degradierte! Und zwar umso mehr, je weiter Technik fortschreitet – also aktuell in exponentiell steigendem Maße. Welch ambivalenter Fortschritt!

Dabei kann es heute nicht mehr bloß um die Zweischneidigkeit des Fortschritts und die Dialektik der Aufklärung gehen; vielmehr müssen wegen der rasanten Steigerungsraten im Technologischen auch die feststellbaren Konsequenzen solch nicht mehr bloß linearen Fortschreitens ins Auge gefasst werden. Die Entwicklung spitzt sich heute und in den kommenden Jahren in nie dagewesener Weise zu. Sie lässt gewohnten Fortschritt kraft seiner eigenen Fortschreibung kippen, so dass er zu einer regelrechten Fortschrittsdiktatur mutiert. Und zwar unausweichlich, nachdem sich die Ideologie der Digitalisierung in ihrer Logik als »alternativlos« darstellt. Digitale Technologien sind mit Vehemenz global im Ausbau, den 5G-Mobilfunk eingeschlossen29, sodass ein Abbremsen oder gar eine Umkehr unwahrscheinlich sind. Obgleich immer mehr Menschen Entschleunigung anmahnen30, bleibt Beschleunigung das Implikat des Digitalisierungsparadigmas, weshalb ja auch mittelfristig die gesamte Bevölkerung mit 5G zwecks allerschnellster Übertragung in Echtzeit »versorgt« werden muss – egal wie riskant die zum Teil noch wenig erforschte Strahlung31 sein mag.


Neuzeitlicher Glaube an unendlichen Fortschritt

Die Logik hinter dieser Entwicklung hat mit dem neuzeitlichen Glauben an unendlichen Fortschritt zu tun. Emporgewachsen mit dem Zeitalter der Aufklärung, in dem man die Religion immer entschiedener wie Eierschalen der Unmündigkeit abzustreifen oder zu »entmythologisieren« begann, brachte er einen regelrechten Kulturoptimismus mit sich, der sich alsbald auch im sogenannten Kulturprotestantismus spiegelte. Von der neuzeitlichen Aufklärungsphilosophie herkommend, vertraten viele rationalistische Denker jenes Konzept eines progressus in infinitum, eines unendlichen Fortschritts. So setzten bereits Thomas Hobbes, Christian Wolff und Gottfried Wilhelm Leibniz das allerhöchste Gut gleich mit menschlichem Fortschreiten zu immer weiteren Zielen, ja Vollkommenheiten32, und Gotthold Ephraim Lessing stützte diesen Gedanken durch Einbau des Seelenwanderungsgedankens33. Namentlich Theoretiker der Romantik und des deutschen Idealismus wie Friedrich Schlegel und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling sprachen oft von einem »unendlichen« oder »unabschließbaren Progressus«. Doch mit dem Philosophen und Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker bleibt auf einen entscheidenden Problempunkt des Gedankens an unendlichen Fortschritt hinzuweisen: Neuzeitliche Naturwissenschaft und Technik überträgt damit »ein Prädikat Gottes auf die Welt …«34

Im Jahr 2019 sieht Medizinprofessor Karl Hecht von der Berliner Charité solche Selbstapotheose des modernen Menschen auf eine Katastrophe zulaufen: »Die technogene Digitalisierung ist das Faktum, welches das Fass der Unvernunft zum Überlaufen bringt und Gesundheit und Leben der Menschheit gefährdet.«35 Digitaler Übermut begründet sich mit autonom zu erwirkender Selbstvergöttlichung sowohl für den Globus als auch fürs Individuum. Darum nimmt die Digitalisierung zwangsläufig ersatzreligiöse Züge an – nicht zuletzt dadurch, dass sie auch individuelle Unsterblichkeit als technologisch machbar in Aussicht stellt36. Schon für Immanuel Kant galt aufgrund des Postulats, dass das höchste Gut nur in unendlichem Progress erreichbar sei, Unsterblichkeit als ein Postulat der praktischen Vernunft. In der Folge gehört als Implikat des Glaubens an den unendlichen Fortschritt logischerweise auch im Zuge der Digitalisierung jener Heilsgedanke, dass High-Tech den Tod werde besiegen können. Lanier berichtet hierzu: »Der normale Irrsinn der Welt ist dem Silicon Valley entschieden zu normal. Wenn ich meinem Tagwerk nachgehe, ist es überhaupt nicht ungewöhnlich, dass ich im Café einem Freund begegne, der als nüchterner, seriöser Wissenschaftler daran arbeitet, die Menschen unsterblich zu machen.«37


Die Illusion menschlicher Unsterblichkeit

Der Gedanke des unendlichen Fortschritts führt zwangsläufig zu utopischen, ja eschatologisch anmutende Zielformulierungen: »Das Ziel ist die Befreiung von den Schranken der Natur und von allen ›fremden‹, unserem Zugriff entzogenen historischen Wirkmächten.«38 Damit aber baut man ungewollt eher an der Hölle als am Himmelreich auf Erden – vergessend, dass alle Technik definitiv an die »Kohlenstoffwelt« gebunden bleibt und die natürlichen Grundkonstanten nicht wirklich hinter sich lassen kann. Man glaubt da an eine selbstkonstruierte Illusion und erhebt sie zur umzusetzenden Ideologie – koste es, was es wolle!

Dass man bei solch ungenügsam reflektierter Weltanschauung einfache Grundsachverhalte aus dem Blick verliert, beruht auf Verführung durch verlockende Hirngespinste einerseits und auf Verdrängung andererseits. Was da verdrängt wird, ist die Realität des Todes – ein seit der Industrialisierung beobachtetes Phänomen39. Der Mensch als »Macher«, als der technisch immer mehr Beherrschende kann es nicht aushalten, dem Tod ausgeliefert zu bleiben. Als laut Sigmund Freud beinahe zum Gott Gewordener und zuinnerst an seine Unsterblichkeit Glaubender40 kann er seine Sterblichkeit immer schwerer akzeptieren. Darum verdrängt er den Tod nach Möglichkeit41 – erst recht in der High-Tech-Kultur, die auf dem Grunde fortgeschrittener Säkularität42 den Stachel des Todes in besonderer Weise als Herausforderung empfinden muss. Titanisch versteht sich nun der Gedanke an den unendlichen Fortschritt: Da man sich von den Schranken der Natur befreien will, versucht man die Natur des Todes nicht mehr nur seelisch, sondern technisch zu verdrängen. Man erstrebt das naturwissenschaftlich eigentlich Unmögliche: den digitalen Sieg über den Tod. Ganz im Stil einer »Ersatzreligion« pflegen die Propheten aus Silicon Valley das Ansinnen, für die Menschen – jedenfalls für solche, die es sich finanziell leisten können – digitale Unsterblichkeit her- oder zumindest in Aussicht zu stellen: Schon in einem Vierteljahrhundert soll es soweit sein43!


Trügerische Erwartungen

Doch wird bei dieser Zuspitzung des Fortschrittsglaubens zweierlei übersehen. Zum einen ist mit dem Neurologen Todd E. Feinberg als sicher anzunehmen, die Menschheit werde »auch dem fortgeschrittensten Computer niemals Bewusstsein zusprechen«44. Auch der Zukunftsforscher Andreas Eschbach unterstreicht: »Dass unser Geist, das Bewusstsein letztlich eine Art Software sei, die zufällig auf der Hardware Gehirn abläuft, aber genauso gut auf jede andere Hardware übertragbar sein soll, ist ein moderner Mythos, aber keinesfalls gesicherte Tatsache.«45 Desgleichen bestreitet Reinhold Popp, Leiter des Zentrums für Zukunftsstudien der Fachhochschule Salzburg, dass die Komplexität des menschlichen Bewusstseins auf Maschinen übertragen werden könnte46.

Zum andern gilt es nüchtern zu bedenken: Selbst wenn solch eine Übertragung technisch einst gelänge und der Tod auf diese Weise in einer digitalen Zukunft ausgetrickst würde, wäre mitnichten eine religiös verstandene Unsterblichkeit oder Auferstehung erreicht. Denn die erzeugte Pseudo-Seele oder der konstruierte Avatar wäre ja nichts anderes als eine Simulation, eine »Replik« des jeweiligen Individuums. Da bleibt an das Wort Jesu zu erinnern: »Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?« (Mt. 16,26). Unser Planet Erde wird vergehen – auch unsere gesamte Galaxie, ja ganz am Ende wohl unser Universum. Naturwissenschaftlich ist garantiert, dass digitale Technologien allenfalls befristete Zukunft haben. Mit dem Philosophen Wilhelm Schmid lässt sich resümieren: »Das Diesseits weigert sich hartnäckig, zum Paradies zu werden. Das Ausmaß der Hoffnungen, die Menschen in ihr Glück setzen, definiert die Fallhöhe, die erfahrbar wird, wenn alle Anstrengungen vergeblich sind, individuell und gesellschaftlich.«47


3. Unendlicher Fortschritt oder Apokalyptik?

Der moderne Fortschrittsgedanke trägt in sich einen logischen Rechenfehler. Er basiert auf dem Axiom einer unendlich ansteigenden Entwicklungslinie technischer Progression – ohne hinreichend das simple Faktum einzukalkulieren, dass alles in der Welt, ja die Welt als ganze endlich ist. Deshalb müssen die titanischen Heilsversprechen der digitalen Revolution bei näherer Betrachtung als hohl und nicht vertrauenswürdig entlarvt und zurückgewiesen werden.

Außerdem bleibt kritisch zu bedenken: Zur immanenten Logik des Gedankens an unendlichen Fortschritt gehört ein Optimismus aus Prinzip. Und dieser ideologisch48 gefärbte Optimismus impliziert, dass Kulturpessimisten zwangsläufig als Häretiker oder Apostaten zu betrachten sind, ja jegliches Rechnen mit einem negativen, gar apokalyptischen Ausgang der Weltgeschichte abzuweisen ist. Diese Perspektive ist insbesondere im liberaltheologischen Kulturprotestantismus beheimatet, der heute in variierter Gestalt weitgehend wieder theologische Fakultäten hierzulande dominiert49. Mit ihr geht eine ideologische Blindheit einher gegenüber den tatsächlich apokalyptisch anmutenden Zuspitzungen unserer Zeit50. Der Naturwissenschaft und Technik wird die künftige Lösung sämtlicher Probleme zugetraut; das tiefenpsychologisch bekannte Urvertrauen im Menschen51, das sich traditionell im Gottesglauben der Religionen umzusetzen und auszudrücken pflegt, erscheint jetzt transformiert als Grundvertrauen in die Technisierung, namentlich in die Digitalisierung – theologisch formuliert: als Vertrauen auf Gottes Begleitung »auch in der digitalen Gesell­schaft«52. Damit aber wächst in der Gigabit-Gesellschaft eine digitale Zivilreligion herauf, die man wegen ihrer säkularen Fundierung getrost als »Ersatzreligion« bezeichnen kann.


Vergessene Apokalyptik

Wo explizit oder implizit der Glaube an den unendlichen Fortschritt vorherrscht, gibt es im Grunde kein Wahrnehmungspotenzial hinsichtlich apokalyptisch anmutender Bedrohlichkeiten. Entsprechend Aufscheinendes wird nicht etwa als möglicherweise katastrophal empfunden, sondern als zu bearbeitende Konsequenz cyberhafter Umgestaltung der Wirklichkeit akzeptiert. Warnungen vor sich zuspitzenden Gefahren infolge fortschreitender Digitalisierung werden nicht mehr verstanden, ja als obsolet betrachtet. Sie sind unerwünschte Unheilsprophetien. Die Maßstäbe des Denkens sind bereits verrückt. Die Wahrnehmungsorgane für elementare und globale Gefahren sind schon ein Stück weit verkümmert, so dass sie nur noch gedämpft funktionieren. Wenn die technischen Sensoren des Internets einmal den bevorstehenden Gau vermelden werden, wird es dann noch ein Zu­rück geben? Oder wird dies die Logik des digitalen Paradigmas am Ende gar nicht mehr zulassen?

Zum Denken des Apokalyptischen gehört aus biblischer Perspektive ganz positiv auch das Rechnen mit dem verheißenen Machterweis Gottes. Wenn es einen neuen Himmel und eine neue Erde, wenn es Unsterblichkeit für den Menschen und einen effektiven Sieg über den Tod gibt, dann doch allein von Gott her! »Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?« (1. Kor. 15,55) – solch einen triumphierenden Ausruf gibt es nur dort, wo Auferstehung vom Tod als Gottesgeschenk geglaubt und erhofft wird53. Solch unüberbietbare Hoffnung aber sollte bewahren vor dem Glauben an die innerweltlichen Heilsversprechen der Digitalisierung, mit denen sie das Eingehen unbestreitbarer technologischer Risiken legitimieren will. Verbindet sich doch mit dem apokalyptischen Gedanken an das Kommen Gottes54 der des Endgerichts! Mit ihm zu rechnen ist Teil theologischer55, freilich nicht digitaler Logik. Sollte sich moderner Fortschrittsglaube nicht gerade auch darin verrechnet haben, dass er mit Gottes Gericht nicht rechnet und darum meint, ethische Grundprinzipien wie Menschenwürde, Vorsorge und rücksichtsvolle Nächstenliebe seinem eigenen Prinzip uneingeschränkter Umsetzung des Machbaren ungestraft unter- und nachordnen zu können?

Theologisch lässt sich sehr grundlegend unterscheiden zwischen dem Glauben an den unendlichen Fortschritt mitsamt seiner Affinität zur liberalen Theologie einerseits und dem apokalyptisch ausgerichteten Glauben daran, dass Gott die Geschichte der Menschen zwar in den selbstgewählten Untergang laufen lässt, seine Schöpfung schließlich aber dennoch zu seiner Zeit vollenden wird. Letztere Perspektive hat ihre eigene Logik und ist keineswegs unvernünftig56. Im Gegenteil: Bei genauerer Betrachtung erweist sich der Fortschrittsglaube als ideologisch überhöhtes Konstrukt mit nihilistischen Implikationen57. Ihm gegenüber erweist sich die biblisch begründet Hoffnung in jeder Hinsicht als sinnvoller und letztendlich auch als humaner. Dass und wie die gegenwärtig am Hebel der Macht sitzende Ideologie der Digitalisierung unsere Kultur zu prägen sucht, sollte zumindest Christenmenschen beunruhigen und ihr gegenüber skeptischer werden lassen58. Tatsächlich sind zwar inzwischen in Theologie und Kirche hier und da kritische Töne laut geworden – insbesondere in medienethischen Debatten59 oder hinsichtlich der Risiken angewandter Künstlicher Intelligenz60. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm weiß: »Fortschrittseuphorie nennt in aller Regel nicht den Preis, den andere zu zahlen haben …«61 Gleichwohl bemühen sich fast alle christlichen Kirchen, die Digitalisierung in ihren Bereichen weiter zu fördern – ohne bislang die ideologischen Implikationen der mit 5G-Mobilfunk und dem »Internet der Dinge« immer technokratischer ausgreifenden Revolution zu berücksichtigen62.


Anmerkungen:

1 Zit. nach: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutschland-als-Digital-Weltmeister-Mehr-Tempo-bei-Digitalisierung-gefordert-4009508.html (Zugriff 30.1.2019).

2 Siehe https://connectiv.events/petition-26-000-wissenschaftler-widersetzen-sich-dem-5g-rollout/?fbclid=IwAR0cji1zrKRrTmh0bKkTJNRMygbYnD-i_MOupej_PVQNgNHviWQJEhm3Gfc (Zugriff 1.3.2019). In den Bundestag schaffte es am 4. April 2019 eine Petition mit über 54000 Unterzeichnern gegen den übereilten 5G-Ausbau.

3 Zitat nach Harald Schumann/Elisa Simantke im Berliner Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/mobilfunk-wie-gesundheitsschaedlich-ist-5g-wirklich/23852384-all.html (Zugriff 16.1.2019).

4 Aufschlussreich dazu das Interview mit Jaron Lanier: »Könnte man das Internet in die Luft jagen?« in der FAZ vom 12.12.2018, 15.

5 Evgeny Morozov: Smarte neue Welt. Digitale Technik und die Freiheit des Menschen, München 2013, 590.

6 A.a.O., 233.

7 Vgl. Werner Thiede: Digitalisierung als Weltanschauung. Wie die rigorose Vernetzungspolitik mit 5G-Mobilfunk ideologische Züge offenbart, Bergkamen 2019.

8 Yuval Noah Harari: Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen, München 2017, 527.

9 Vgl. Werner Thiede: Digitale Revolution und Menschenwürde, in: Umwelt – Medizin – Gesellschaft 2/2015, 127-136.

10 Harari, a.a.O., 532. Nächste Zitate ebd., 533 und 537.

11 Harari, a.a.O., 516f.

12 Vgl. Kai Strittmatter: Die Neuerfindung der Diktatur. Wie China den digitalen Überwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert, München 2018; Stephan Scheuer: Der Masterplan. Chinas Weg zur Hightech-Weltherrschaft, Freiburg i.Br. 2018.

13 Lanier, a.a.O., 15.

14 Peter Thiel im Interview »Das Silicon Valley ist gleichgeschaltet« in: Neue Zürcher Zeitung vom 3.4.2019, 36f.

15 Thomas Schulz: Zuckerbergs Zweifel, in: Der SPIEGEL 14/2017, 12-21, hier 14. Es geht um die »Angst: Maschinen bedrohen den Menschen in allen Bereichen« (18).

16 Carl Friedrich von Weizsäcker: Zum Weltbild der Physik, Stuttgart 197612, 264.

17 Werner Thiede: Die digitale Fortschrittsfalle. Warum der Gigabit-Gesellschaft mit 5G-Mobilfunk freiheitliche und gesundheitliche Rückschritte drohen, Bergkamen 20192.

18 Vgl. auch bereits mein Buch »Die digitalisierte Freiheit. Morgenröte einer technokratischen Ersatzreligion« (Berlin 20142).

19 https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/kuenstliche-intelligenz-pentagon-warnt-vor-digitalen-diktaturen/23922376.html?ticket=ST-1512941-I9l0ajKIc4OFDLHdUbdt-ap6 (Zugriff 31.1.2019).

20 Ulrich Beck: Weltrisikogesellschaft, Frankfurt/M. 2007, 73f.

21 Der Digitalpionier Peter Thiel weiß: »Es geht nicht primär um Anerkennung und Würde, nein, es geht um einfache, reine, harte Ökonomie« (a.a.O., 36f).

22 Vgl. Karl Löwith: Weltgeschichte und Heilsgeschehen, Stuttgart 1953.

23 Für Kant war »ein kontinuierlicher Fortschritt von mangelhaftem Guten zum Besseren ins Unendliche« (Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, in: Sämtliche Werke Bd. 3, 329-460, hier 367) kulturphilosophisch maßgeblich.

24 Werner Siemens: Das naturwissenschaftliche Zeitalter, in: Tageblatt der 59. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte, Berlin 1886, 92-96, hier 95f.

25 Eduard Kaeser weiß: »Forschungsprojekte trumpfen gern mit überspannten Verheissungen auf, das gehört zum Schwulst der Fortschrittsrhetorik« (Trojanische Pferde unserer Zeit. Kritische Essays zur Digitalisierung, Basel 2018, 114).

26 Siemens, a.a.O., 94.

27 Siehe z.B. https://www.deutschlandfunk.de/arbeitsplatz-skepsis-gegenueber-robotern-waechst.2850.de.html?drn:news_id=971351 (Zugriff 29.1.2019).

28 Hans A. Pestalozzi: Auf die Bäume, ihr Affen, Bern 19906, 32.

29 Dazu die Broschüren »5G als ernste globale Herausforderung. Beweise für acht große Gesundheitsgefahren durch elektromagnetische Felder (EMF) und ihre Wirkmechanismen« von Martin L. Pall (St. Ingbert 2019) und »Digitalisierung als Weltanschauung« von mir (a.a.O., bes. 44ff).

30 Vgl. meinen Aufsatz »Die Beschleunigungsgesellschaft« in: Materialdienst der EZW 5/2015, 164-172.

31 Zu Beginn der Versteigerung erster 5G-Frequenzen zeigte sich das Bundesamt für Strahlenschutz vorsichtig: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/bundesamt-fuer-strahlenschutz-fordert-mehr-forschung-zu-5g-16096850.html (Zugriff 20.3.2019). Indessen lehnten die Regierungsbezirke Brüssel, Genf, Florenz und ein Teilort Roms den 5G-Ausbau vorerst wegen der Gesundheitsrisiken ab.

32 Siehe näherhin den Online-Artikel »Unendlicher Progress«: https://de.wikipedia.org/wiki/Unendlicher_Progress (Zugriff 14.2.2019).

33 Vgl. Daniel Cyranka: Lessing im Reinkarnationsdiskurs, Göttingen 2005; Werner Thiede: Theologie und Esoterik, Leipzig 2007, 84ff.

34 Von Weizsäcker, a.a.O., 264.

35 Karl Hecht: Gesundheitsschädigende Effekte der Strahlung von Smartphone, Radar, 5G und WLAN. Wissen­schaftlich begründete Warnung eines Arztes vor den Todsünden der digitalisierten Menschheit, Online-Publikation: St. Ingbert 2019, 8.

36 Vgl. Oliver Krüger: Virtualität und Unsterblichkeit, Freiburg i.Br. 2004; Philipp von Becker: Der neue Glaube an die Unsterblichkeit. Zur Dialektik von Mensch und Technik in den Erlösungsphantasien des Transhumanismus, Wien 2015; Werner Thiede: Digitaler Turmbau zu Babel, München 2015, 146ff.

37 Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft?, Hamburg 20142, 288.

38 Friedrich Rapp: Fortschritt. Entwicklung und Sinngehalt einer philosophischen Idee, Darmstadt 1992, 186.

39 Vgl. z.B. Armin Nassehi/Georg Weber: Tod, Modernität und Gesellschaft, Opladen 1989; Werner Thiede: Der tabuisierte Tod, in: Geist und Leben 85 (2012), 164-181.

40 Vgl. Sigmund Freud: Zeitgemäßes über Krieg und Tod, in: Kulturtheoretische Schriften, Frankfurt/M. 1986, 33-60, hier 56.

41 Bezeichnenderweise bemerkt Silicon-Valley-Insider Thiel: »Kreativ sind die, die den Tod erfolgreich verdrängen … Warum also, einfach gesagt, sollten wir nicht auch vom Tod geheilt werden können?« (a.a.O., 36f).

42 Vgl. Werner Thiede: Evangelische Kirche – Schiff ohne Kompass? Impulse für eine neue Kursbestimmung, Darmstadt 2017, 13ff.

43 Vgl. http://www.pressetext.com/news/20120806019#news/20120824001 (Zugriff 2.9.2012), http://2045.com (Zugriff 22.2.2013); Karsten Huhn: Wie das Silicon Valley nach ewigem Leben sucht, in: idea Spektrum 47/2017, 16-18.

44 Siehe seine Äußerungen in: J. Brockman (Hg.): Das Wissen von morgen, Frankfurt/M. 20082, 139.

45 Andreas Eschbach: Das Buch von der Zukunft, Berlin 20052, 82.

46 Vgl. http://www.pressetext.com/news/20120824001 (Zugriff 19.3.2013).

47 Wilhelm Schmid: Unglücklichsein. Eine Ermutigung, Berlin 2012, 8 und 92.

48 Man bedenke, dass schon Hitler 1928 den Begriff des Fortschritts für seine Ideologie nutzte: »Im ewigen Kampf mit anderen Völkern muß dem Fortschritt Tür und Tor geöffnet werden« (zit. nach Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken, Neustadt/Aisch 2016, 373). Hitler reklamierte »technischen Fortschritt« für Arier.

49 Vgl. Thiede: Evangelische Kirche, a.a.O., 33ff.

50 Vgl. Gregor Taxacher: Apokalypse ist jetzt. Vom Schweigen der Theologie im Angesicht der Endzeit, Gütersloh 2012.

51 Siehe Erik H. Erikson: Jugend und Krise, Stuttgart 1970, bes. 116. Erikson spricht hier nicht nur von »basic trust«, sondern auch von »Urhoffnung«.

52 Zitiert nach EKD-Dossier Nr. 6/2014, 2.

53 Vgl. Werner Thiede: Auferstehung der Toten – Hoffnung ohne Attraktivität? Göttingen 1991.

54 Vgl. Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes. Christliche Eschatologie, Gütersloh 1995.

55 Ein kürzlich gehaltener Vortrag von mir über die unterschiedliche Aufnahme des Gedankens ans Jüngste Gericht in der neuzeitlichen Theologie harrt noch der Publikation.

56 Vgl. Wolfhart Pannenberg: Tod und Auferstehung in der Sicht christlicher Dogmatik, in: ders.: Grundfragen systematischer Theologie Bd. II, Göttingen 1980, 146-159; ders.: Systematische Theologie Bd. III, Göttingen 1993, 59ff. Siehe auch Georg Plasger: Recht und Grenze apokalyptischer Rede, in: B.U. Schipper/G. Plasger (Hg.): Apokalyptik und kein Ende? Göttingen 2007, 151-167.

57 Vgl. Byung-Chul Han: Psychopolitik. Neoliberalismus und die neuen Machttechniken, Frankfurt/M. 2014, 81f.

58 Vgl. Werner Thiede: Dataismus statt Humanismus? Theologische Bemerkungen zur Ideologie der digitalen Revolution, in: U. Beuttler u.a. (Hg.): Digitalisierung und Freiheit, Berlin u.a. 2018, 89-116.

59 Vgl. Johanna Haberer: Digitale Theologie, München 2015.

60 Vgl. z.B. Volker Jung: Digital Mensch bleiben, München 2018.

61 https://www.ekd.de/Ratsvorsitzender-rede-beim-johannisempfang-2018-35932.htm (Zugriff 7.9.2018). Bed­ford-Strohm warnt auch vor »falschen Internetgöttern« und quasi-religiösen Erwartungen im Zuge der Digitalisierung (laut idea Spektrum 27/2018, 8).

62 Siehe die kontroversen Beiträge in: S.J. Lederhilger (Hg.): Gott und die digitale Revolution, Regensburg 2019.

 

Über die Autorin / den Autor:

Prof. Dr. Werner Thiede, Pfarrer der ELKB, apl. Professor für Syst. Theologie an der Universität Erlangen und Publizist; zahl­reiche Veröffentlichungen (www.werner-thiede.de).

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 9/2019

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