Erkundungen in einem unwegsamen Gelände
»Humanismus« und/oder christlicher Glaube

Von: Hans-Martin Barth
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Wie verhalten sich Humanismus und Christentum zueinander? Ist es mehr oder weniger dasselbe? Wen interessiert das überhaupt? Wollen sich die Humanisten gegenüber den Christen oder die Christen gegenüber den Humanisten profilieren oder beides oder keines von beiden? Das Verhältnis von Humanismus und christlichem Glauben scheint unklar, weswegen Hans-Martin Barth einige Erkundungsgänge unternimmt.

 

»Jeder will heute Humanist sein.« Das stellt Karl Rahner schon 1966 fest, und er fügt hinzu: »Dennoch ist man sich weniger als je darüber einig, was ein Mensch eigentlich sei.«1 Es war die Zeit, in der man sich bemühte, die Beziehung zwischen Marxismus und Christentum zu klären; damals hatte unsere Fragestellung schon einmal Hochkonjunktur. Eberhard Rolinck fragte Heinz Robert Schlette, dessen Assistent er war: »Humanismus statt Religion?«2 Protestantisch sozialisierte Menschen fragen heute vielleicht eher: War Albert Schweitzer ein Humanist oder in erster Linie ein Christ? Oder darf man so gar nicht fragen? Konservative Christen waren nicht mit ihm zufrieden, weil er nicht Mission im eigentlichen Sinn betrieben hat, aber den Humanisten war er dann vielleicht doch auch wieder zu christlich.

Wie verhalten sich Humanismus und Christentum zueinander? Ist es mehr oder weniger dasselbe? Wen interessiert das überhaupt? Wollen sich die Humanisten gegenüber den Christen oder die Christen gegenüber den Humanisten profilieren oder beides oder keines von beiden? Das Verhältnis von Humanismus und christlichem Glauben scheint jedenfalls unklar. Dafür dürfte es mehrere Gründe geben. Viele Menschen nehmen offenbar zwischen Humanismus und christlichem Glauben keinen Unterschied mehr wahr. Dies könnte zweierlei bedeuten: Erstens, dass der christliche Glaube angesichts einer humanistischen Grundeinstellung überflüssig geworden ist oder – aus christlicher Sicht, dass säkulare Humanisten als anonyme Christen verstanden werden dürfen. Dem würde eine Behauptung entsprechen, die schon Erasmus von Rotterdam formuliert hat: »Überall wohnt Christus (…): In jedem Kleid wird Frömmigkeit gut praktiziert, wenn es nur nicht an der Gesinnung fehlt.«3 Christen und Christus selbst im »Kleid« des säkularen Humanisten, ja des Atheisten? Damit wäre das klassische Christentum an seinem Durchsetzungs-Erfolg gescheitert?

Die zweite Möglichkeit bestünde darin, dass der Humanismus sich als effektiver und dem Menschen angemessener präsentierte als der christliche Glaube. Er wäre dann dabei, das Christentum zu überholen oder abzulösen. Er käme als das »bessere Christentum« zu stehen, nachdem die Kirchen sich immer wieder schrecklichen inhumanen, antihumanistischen Verhaltens schuldig gemacht haben.

Um dieses Knäuel von Fragestellungen zu entwirren, legen sich mir drei Schritte nahe. Zunächst ist zu erörtern, was unter Humanismus zu verstehen ist. Sodann sollen Nähe und Distanz zwischen verschiedenen Verständnissen von Humanismus und dem Christentum erörtert werden. In einem dritten Schritt möchte ich trotz der offensichtlichen Differenzen zwischen beiden danach fragen, ob und wodurch gelebter christlicher Glaube säkulares humanistisches Verhalten und Handeln inspirieren, stützen und bereichern kann.

 

1 Humanismus

Jeder, der den Begriff »Humanismus« in den Mund nimmt, hat eine ungefähre Vorstellung von dem, wovon er spricht. Tatsächlich aber ist es gar nicht so einfach, näher zu bestimmen, was »Humanismus« ist. In dem Begriff sammelt sich eine mehr als 2000jährige Geschichte, und die Humanismusforschung nimmt daher einen breiten Raum ein.4

 

1.1 Die antiken, christlichen und idealistischen Wurzeln des Humanismus

Im mitteleuropäischen Sprachraum denkt man beim Stichwort »Humanismus« wohl zuerst an Erasmus von Rotterdam, aber auch an Melanchthon und andere »Humanisten«, die sich um die Wiederbelebung der Antike bemüht haben. Eine wichtige Brückenfunktion hatte dabei die italienische Renaissance, in der gewissermaßen der Mensch sich und seine Möglichkeiten neu entdeckte. Der »uomo universale« wurde zum Leitbild, repräsentiert z.B. von Leonardo da Vinci, umfassend gebildet und kreativ in seinem Denken und Wirken. Dass dieses Ideal im Kontext der europäischen Renaissance auch christlich und oft neuplatonisch eingefärbt wurde, versteht sich von selbst. Allerdings sind auch die den Menschen zu selbständiger Entscheidung rufenden Stimmen nicht zu überhören. Nach Pico della Mirandola erklärt Gott dem Menschen, er sei geschaffen, »damit du wie dein eigener, in Ehre frei entscheidender, schöpferischer Bildhauer dich selbst zu der Gestalt ausformst, die du bevorzugst.«5 Das klingt schon recht modern! Der Humanismus der deutschen Klassik, der noch manche Gymnasiallehrer meiner Generation geprägt hat, bemühte sich dann, eine Bildung zu vermitteln, die zu einer optimalen Entfaltung der Persönlichkeit des Individuums führen sollte. Schiller, Goethe und Winckelmann waren die Leitfiguren.

 

1.2 Sozialistischer und existenzialistischer Humanismus

Dagegen hatten Karl Marx und Friedrich Engels längst andere Ideale von Mensch-Sein formuliert. Der Mensch sollte seine Entfremdung von sich selbst erkennen und abschütteln. Er entwickelt »seine wahre Natur erst in der Gesellschaft«.6 Der Kommunismus gilt als »die Verwirklichung des Humanismus«, wobei der Kommunismus freilich mehr umgreife als nur den Humanismus.7 In der DDR wurde das »Werden des sozialistischen Menschen« propagiert.8 »Wahrer Humanismus ist … revolutionärer Kampf für die Schaffung gesellschaftlicher Bedingungen, die ein menschenwürdiges Leben gewährleisten. In der Deutschen Demokratischen Republik sind solche Bedingungen geschaffen worden.«9

Im Westen verlief die Diskussion dialektisch. Der französische Existenzialismus beschwor einerseits das Individuum: Der Mensch »muss sich selber wieder finden und sich überzeugen, dass ihn nichts vor ihm selber retten kann, wäre es auch ein gültiger Beweis der Existenz Gottes«10, den es nach Sartre natürlich nicht gibt. Der Mensch muss sich selbst erfinden: »Der Mensch ist, wozu er sich macht« – »L’homme se fait«, lautet der zentrale Satz in Sartres Schrift »Ist der Existenzialismus ein Humanismus?«11 Etwa gleichzeitig veröffentlichte Heidegger seinen Brief »Über den Humanismus«12, in dem er sich gegen den klassischen »Humanismus« (wie ihn französischer Existenzialismus, Marxismus und Christentum auffassen) wendet, der sich von metaphysischen Vorgaben her verstehe. Heidegger sieht den Menschen als ins Sein geworfen, so dass er zum Sein eine Beziehung finden muss und zum »Hirten des Seins« werden kann. Die »Menschlichkeit des Menschen« bestimmt sich nicht von diesem, sondern vom »Sein« her.13

 

1.3 Interreligiöser Humanismus

Auch in nichtchristlichen Religionen wird heute von Humanismus gesprochen. Mouhanad Khorchide fordert einen »islamischen Humanismus«.14 Das dürfte angesichts totalitärer Tendenzen vieler islamisch-islamistischer Richtungen schwer zu vermitteln sein. Klassisches Beispiel eines religiös-philosophisch orientierten Humanismus ist der Konfuzianismus mit seiner Rede vom rén. Der Begriff ist schwer übersetzbar: Er kann den konkreten Menschen meinen, aber auch Menschlichkeit, »echtes Menschentum« und zugleich »Güte« und »Wohlwollen« bedeuten15, ohne eine bestimmte Gottesvorstellung zu Hilfe nehmen zu müssen. Hier hat denn auch die Aufklärung ein brauchbares ethisches Ideal gewittert, was dem Philosophen Christian Thomasius den Vorwurf des Atheismus und die Exilierung nach Marburg eingebracht hat.16

 

1.4 Säkularer Humanismus

Für bestimmte bewusst areligiös-säkulare Menschen und Gruppen ist »Humanismus« ohne große philosophische Absicherung zum Programm-Begriff geworden. Der Marburger atheistische Philosoph Joachim Kahl plädiert für einen »weltlichen Humanismus«.17 Der 1993 gegründete »Humanistische Verband« spricht in seiner Satzung von Menschen, »die einen modernen Humanismus vertreten und leben. Ihre Weltsicht ist rational und allein an der Würde des Menschen orientiert.« Das »Humanistische Selbstverständnis«, auf das die Satzung Bezug nimmt, formuliert: »Ein moderner praktischer Humanismus verbindet die Forderung nach Glück und Zufriedenheit aller Individuen mit der Einsicht in die allen Menschen gemeinsame Verantwortung. Einfühlsames Verständnis und solidarische Hilfe entstehen auch aus der individuellen Fähigkeit, sich selbst zu verstehen und ein auch emotional positives Verhältnis zu sich selbst zu finden, ohne sich dadurch einem produktiven Umgang mit anderen in ihrer menschlichen Vielfalt zu verschließen (…). Die Anerkennung der Würde anderer wie der eigenen Würde ist eine Grundbedingung menschlicher Kultur (…).«18 Der Humanist Chaplain an der Harvard University Greg M. Epstein gibt einer seiner Veröffentlichungen den Titel »good without God«19 und Joachim Kahl spricht im Blick auf die Ethik unbekümmert vom »Gentleman-Ideal«.20

 

1.5 Transhumanismus

Inzwischen entwickelt sich die Frage nach dem Wesen des Humanismus unter ganz neuen Vorzeichen weiter. Die Gentechnologie, insbesondere die Entzifferung des Genoms hat die Selbstwahrnehmung des Menschen verändert. Die offenbar erfolgreiche Klonung von Primaten in China lässt erwarten, dass man irgendwann nicht mehr von der Klonung des »homo sapiens« sich wird abhalten lassen. Dies ist eine erschreckende Perspektive. Doch der lange auf den Bestsellerlisten geführte israelische Historiker Yuval Noah Harari ist in seinem Buch »Homo Deus«21 ja bereits einen Schritt weiter gegangen, sofern er das Ende des »homo sapiens« verkündet hat: Der Mensch sei zu optimieren und als »genetisch verändertes Mischwesen aus technischen und menschlichen Komponenten« (»Cyborg«)22 dem »homo sapiens« in seiner bisherigen Konstitution überlegen. An die Stelle des herkömmlichen Humanismus-Verständnisses trete der »Techno-Humanismus«. Harari prophezeit: »Im 21. Jahrhundert werden wir wirkmächtigere Fiktionen und totalitärere Religionen als jemals zuvor schaffen. Mit Hilfe von Bio-Technologie und Computeralgorithmen werden diese Religionen nicht nur jede Minute unseres Daseins kontrollieren, sondern auch in der Lage sein, unser Gehirn und unseren Geist zu verändern sowie durch und durch virtuelle Welten zu erschaffen.«23 Dagegen erhebt sich nun auch der sozusagen intern humanistische Protest. Michael Schmidt-Salomon, einer der Sprecher des dezidiert areligiösen und antichristlichen »Humanismus«, spricht von der »großen Harari-Verwirrung«.24

 

1.6 Pluralität und Wandel der »Humanismen«

Es zeigt sich: »Humanismus« ist ein Container-Begriff, der sehr unterschiedliche Füllungen haben kann. Mehrere Autoren sprechen daher von »Humanismen« im Plural. Zweitens wird deutlich: Der Humanismusbegriff hat sich im Lauf der europäischen Geistesgeschichte gewandelt. Das heißt: Es gibt – grob skizziert – ein vorchristliches, ein durch das Christentum vertieftes und ein nachchristliches bzw. antichristliches Verständnis von Humanismus, noch abgesehen von den jüngsten Entwicklungen in Richtung Transhumanismus. Was heute allgemein als Humanismus verstanden wird, enthält wohl von all dem Genannten etwas. Repräsentativ mag die Definition in Peter Möllers »Philolex« gelten. Hier werden als »Grundwerte des Humanismus« u.a. aufgeführt: Toleranz, Solidarität, Friede, Recht zur Selbstbestimmung; Ziel sei »die Minimierung von Leid und die Vermehrung von Glück«. Grundsatz: »Die Würde des Menschen ist unantastbar.«25

Eilert Herms versteht Humanität außerhalb von Theologie und Kirche als »Bezeichnung des Inbegriffs aller ethisch gerechtfertigten und verbindlichen Handlungsziele«26, Heinz Robert Schlette als das »dem Menschen Entsprechende«27, wie es heute allgemein aufgefasst werde. Gegen die Möller-Liste wird kaum jemand etwas einzuwenden haben. Aber was ist das »dem Menschen Entsprechende«? An dieser Frage entspringt der Streit über das Verhältnis von Humanismus und christlichem Glauben.

 

2 Nähe und Distanz zwischen Humanismus und christlichem Glauben

2.1 Gegen das Christentum sich wendender Humanismus

Ein religionskritisch sich verstehender Humanismus kann dem Christentum vorhalten, in wie vielen Zusammenhängen es sich »unmenschlich« verhalten habe. Er wirft der Religion vor, dass sie durch ihr Herrschaftsbedürfnis oder auch durch ihre quietistische Seite die Entfaltung wahrer Humanität behindere. Bert Brecht hat in der Trommelszene seiner »Mutter Courage« diesen Vorwurf eindrucksvoll illustriert: gegen das Böse zu trommeln ist besser als zu beten.28 Statt den Menschen zu dienen, halte die Religion den Menschen in der Unmündigkeit fest. Ohne Religionen wäre die Menschheit ohnehin besser dran29, da sie sich nur als Quelle von Streit und Krieg erwiesen hat. Richard Dawkins stellt fest: »Religion ist zweifellos eine spaltende Kraft, und das ist einer der wichtigsten Vorwürfe, die gegen sie erhoben werden.«30

Nicht alle Humanisten sind so streitbar wie Michael Schmidt-Salomon, der vom »Virus des Glaubens«31 spricht und sich gegen die »Kirche im Kopf«32 engagiert. Zwar kommt es gelegentlich zu »Religionsbeschimpfung«, aber im Allgemeinen betonen Atheisten ihre Friedfertigkeit: »Militante Atheisten sind viel seltener als religiöse Hassprediger. Sie verüben keine Selbstmordattentate … sie eilen daher nicht zu den Schwertern, sondern greifen zu Argumenten.«33 Viele humanistisch orientierte Menschen werden aber, ohne nach irgendwelchen weltanschaulichen Implikationen zu fragen, Gutes tun und sich ähnlich verhalten wie praktizierende Christen.

 

2.2 Gegen den Humanismus sich verwahrendes Christentum

Vor allem konservative und evangelikale Kreise insistieren auf einer klaren Unterscheidung zwischen Christentum und Humanismus.34 Sie argumentieren mit der Sündhaftigkeit des Menschen, insbesondere mit der »Erbsünde« und der Gefallenheit des Menschen. »Homo homini lupus!« Die bloß menschlichen Werte seien relativ, die Erkenntnismöglichkeiten des Menschen begrenzt. Aber Gott hat die Menschen in Christus erlöst: Nach der Erlösung durch Christus könne man nicht mehr nur Humanist sein. Der Christ sei schon auf Erden mehr als nur Mensch. »Der Humanismus bedeutet für den Christen ein Herabsteigen auf die Stufe des bloßen Menschseins.«35 »Die Fleischwerdung Gottes ist die Überwindung des Humanismus.«36 Humanismus sei grundsätzlich anthropozentrisch, das Christentum aber theozentrisch. Dorothee Sölle ist bei Diskussionen oft vorgeworfen worden, was sie vertrete, sei doch »nur Humanismus«. »Maledictus homo qui confidit in homine; beatus autem qui confidit et sperat in Te.«37 Kann es einen christlichen Humanismus geben?

 

2.3 Christlicher Humanismus?

Eindrucksvoll wird das in »Gaudium et Spes« formuliert: »Immer mehr wächst in der ganzen Welt der Sinn für Autonomie und zugleich für Verantwortlichkeit … So sind wir Zeugen der Geburt eines neuen Humanismus, in dem der Mensch sich vor allem von der Verantwortung für seine Brüder und die Geschichte her versteht.«38 Päpste haben sich wiederholt für einen neuen oder sogar einen christlichen Humanismus ausgesprochen, wie es etwa Papst Benedikt XVI. zum Jahresende 2011 getan hat.39 Schon vorher hatte Johannes Paul II. das Engagement »Für einen neuen christlichen Humanismus auf der Schwelle zum neuen Jahrtausend« als »ein wesentliches Thema für die Zukunft der Menschheit« gelobt.40 Die Zeitgenossen sollen sich zu einer »gesunden Anthropologie« führen lassen; der christliche Humanismus »offenbart dem Menschen den Menschen im Bewusstsein um seinen eigenen Wert.« Auch Papst Franziskus hat sich in seiner Dankrede für den Karlspreis für einen »neuen europäischen Humanismus« ausgesprochen, ohne allerdings diesen als christlichen Humanismus zu bezeichnen. Offenbar kann nach katholischer Auffassung der Begriff »Humanismus« eine Brückenfunktion zwischen der säkularen Welt und dem Christentum übernehmen. Ob er dies leisten kann, sei dahingestellt.41 Mit dem Begriff »christlicher Humanismus« jedenfalls bleibt der christliche Glaube unterbestimmt. Christlicher Glaube meint unendlich viel mehr als Humanismus. Christlicher Humanismus könnte auch leicht missverstanden werden als ein Eintreten für »christliche Werte ohne Christus«.

 

3 Gelebter christlicher Glaube – Quelle humanistischer Praxis

Zweifellos wird man zwischen einem unspezifischen Humanismus-Begriff und einer ebenso unspezifischen Vorstellung von Christentum zahlreiche Gemeinsamkeiten entdecken. Goldene Regel, Menschenwürde und Menschenrechte, die Humanistische Psychologie, das Wirken von »Ärzte ohne Grenzen« oder die Spendenbereitschaft bei Katastrophen sind Bereiche, in denen Humanismus und Christentum sich treffen. Das zeigt sich bis in Symbole (Rotes »Kreuz«) und Bezeichnungen (»Arbeiter-Samariter-Bund«, »Johanniter«, »Malteser«) hinein. Aber selbst auf dieser Ebene wird eine Asymmetrie erkennbar: Der christliche Glaube mag den Humanismus umfassen; der Humanismus aber umgreift nicht das Christentum.

Worin besteht der Unterschied zwischen Humanismus und gelebtem christlichem Glauben? Was dem Humanismus fehlt, sollten Christen unter der Frage verhandeln, worin der Glaube den Humanismus inspirieren und stützen, damit freilich auch infrage stellen könnte.

 

3.1 »Gottesgnadenwürde«

Die herkömmliche christliche Anthropologie sieht im Menschen das Ebenbild Gottes. Angesichts der Krise des Gottesglaubens ist dies schwer zu vermitteln. Für das NT ist Jesus Christus das eigentliche Bild Gottes. Der Philipperbrief formuliert, wir Menschen dürften mit einander umgehen, wie es »der Gemeinschaft in Jesus entspricht« (Phil. 2,5); wir dürften und sollten uns in gewisser Weise verhalten wie Jesus von Nazareth. In der Bergpredigt sagt Jesus den Seinen, sie seien »Licht der Welt« und »Salz der Erde« (Mt. 5,13f). Das geht nun doch über das Selbstverständnis des Humanismus erheblich hinaus. Die reformatorische Botschaft von der Rechtfertigung versucht, dies auf ihre Weise auszudrücken. Friedrich Wilhelm Graf spricht in seiner Auseinandersetzung mit den Menschenbildern der Gegenwart von einer »Gottesgnadenwürde« des Menschen, ohne dies allerdings theologisch präzise zu entfalten.42 Was könnte es für einen humanistisch gestimmten Menschen bedeuten, wenn er sich nicht von seiner moralischen Kapazität her definierte, sondern unter der Perspektive einer ihm zugeschriebenen »Gottesgnadenwürde« verstünde?

 

3.2 Selbstkritik und Buße

Wer sich als Träger*in der »Gottesgnadenwürde« entdeckt, wird vielleicht zuallererst erschrecken. Ein gehöriges Maß an Selbstkritik könnte sich ihm/ihr nahelegen. Solche Menschen würden sich nicht als »toll« vorkommen, sondern selbstkritisch nach neuen Möglichkeiten suchen – nach altem christlichem Sprachgebrauch würde man das mit »Buße« bezeichnen. Sie werden sich mit Kriterien ihres Handelns konfrontiert sehen, die über die negative Fassung der Goldenen Regel hinausgehen: Nächstenliebe, Feindesliebe, Gottesliebe – und zugleich einer Freiheit gegenüber, wie sie der Kirchenvater Augustin formuliert hat: »dilige, et quod vis, fac!«43 Damit ist auch gegenüber einem an der Antike sich orientierenden oder einem säkularen Humanismus gegenüber klar, dass er sein Verhalten nicht von Utilitarismus oder bloßem Eudämonismus bestimmt sein lassen kann. Auch einem sich anbahnenden Transhumanismus gegenüber wird er Kriterien entwickeln, wie weit dieser gehen kann, ohne dass der Mensch sich selbst zerstört.

 

3.3 Selbstbestimmung unter der Gnade

Ein Christ wird sich aber auch nicht einreden lassen, er lebe unter dem Diktat von Heteronomie, während der säkulare Humanist autonom handeln könne.44 Oberflächlich betrachtet, sieht es ja so aus, als ob der Christ oder der einer anderen Religion verpflichtete Mensch heteronom lebe, während der Areligiöse frei entscheide. Das Verhältnis von Autonomie und Heteronomie ist empirisch (und natürlich auch philosophisch und theologisch gesehen) äußerst komplex. Jedenfalls steht nicht der angeblichen Heteronomie der religiös Gebundenen eine Autonomie der Autonomen gegenüber. Autonomie ist nur im Kontext von Faktoren und Wirkungen realisierbar, und das gilt für religiöse wie für areligiöse Menschen. Auch Nichtchristen lassen sich von Vorgaben steuern, die sie als für gültig unreflektiert hinnehmen oder explizit akzeptieren. Sich autonom fühlende Menschen mögen den christlichen Glauben oder überhaupt eine Religion als eine Zumutung empfinden. Christen sehen in ihrer Verbindung zu Gott das, was ihnen Identität und Autonomie gewährt.

 

3.4 Motivationskraft

Dem säkularen Humanisten wird sich auch die Frage stellen, woher er die Motivation und die Kraft für sein Handeln gewinnt. Er wird sie vielleicht beantworten mit dem Hinweis auf seine natürliche Kapazität, auf die Verantwortung, die er empfindet, oder auf menschliche Erfüllung, die ihm sein Handeln erbringt. Christen werden ähnlich reagieren, aber doch noch über andere Quellen verfügen, zu denen insbesondere die Dankbarkeit und das Gebet gehören. Der Heidelberger Katechismus sieht das gesamte christliche Ethos durch die Dankbarkeit begründet und motiviert: »… dass wir mit unserem ganzen Leben uns dankbar gegen Gott für seine Wohltat erzeigen«.45 Das Gebet, wenn es nicht als magisch missverstanden wird, hilft zu innerer Distanz, Selbstklärung und Horizonterweiterung.

In diesem Zusammenhang meldet sich auch die Frage, wie mit dem objektiven Scheitern und dem subjektiven Versagen umzugehen ist. Christ*innen werden das objektive Scheitern einem höheren Walten anvertrauen, das sie vielleicht nicht verstehen, aber im Blick auf Jesus Christus doch als letztendlich zum Guten führend auffassen und annehmen. Persönliche Begrenztheit, Schwäche, Fehlhaltung und eigenes Versagen werden sie vermutlich schwerer nehmen als areligiöse Menschen. Zugleich sind ihnen in Gebet, Aussprache und Beichte Wege angeboten, damit klar zu kommen, womit sich neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen und unerwartete Motivationsschübe einstellen. Das erhöht die heute viel gepriesene Resilienz.

 

3.5 Geschwisterliche Gemeinschaft – Consolatio fratrum et sororum

Nicht zu unterschätzen ist dabei die Gemeinschaft der Glaubenden, die dann doch über Arbeitsgemeinschaft und Freundschaft hinausgeht. Insbesondere der Protestantismus besitzt mit Luthers Vision des allgemeinen, gegenseitigen und gemeinsamen Priestertums ein hilfreiches, wenn auch oft nicht ausgeschöpftes Konzept: Einander Priester/Priesterin sein, für einander materiell, intellektuell und spirituell zur Verfügung sein und einstehen. Einer darf dem andern in gewisser Weise zum Christus werden; so hat es Luther in seiner Schrift »Von der Freiheit eines Christenmenschen« ausgedrückt.46 Glaubende versuchen, einander zu raten, sich gegenseitig zu trösten und aufzubauen. »Consolatio fratrum (ergänze: et sororum) heißt dafür Luthers Stichwort.47 Sie stützen einander durch Austausch und Gebet und engagieren sich für einander und für die gemeinsame Aufgabe.

Hier mag sich die Frage anschließen, inwieweit die Institution Kirche für die Realisierung eines echten Humanismus hilfreich oder gar nötig sein kann. Was unterscheidet das um ein humanistisches Verhalten bemühte Kirchenmitglied von einem säkularen Humanisten? Praktizierende Christ*innen sehen sich institutionell gehalten. Die Riten helfen ihnen, ihren Alltag zu ordnen. Sie wissen um besondere Quellen ihres Verhaltens und Handelns. Sie nutzen diese, indem sie sich durch die Predigt des Evangeliums entlasten, motivieren und orientieren sowie durch das Sakrament stärken lassen. Dies hält sie wach im Blick auf eine selbstkritische Beurteilung ihres »Humanismus« und es öffnet sie für die Wahrnehmung des weiten, sich in die Zukunft erstreckenden Horizonts, den die christliche Tradition als »Reich Gottes« bezeichnet.

 

3.6 Der große Sinnzusammenhang

In alledem zeigt sich die »Gottesgnadenwürde« der einzelnen Christ*innen und die »Gottesgnadenpräsenz« in der christlichen Gemeinde. Es ist die Würde, Tag für Tag von Gottes Gnade leben zu dürfen – in dem Bewusstsein, dass mein Leben und Handeln in einen großen Sinnzusammenhang hinein gehört, den ich wohl selbst noch nicht recht begreifen kann. Die Bibel nennt ihn »Reich Gottes«. Die Offenbarung des Johannes spricht von einer »Stimme, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! … Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein …« (Offb. 21,3f). Eine Vision, wie sie – der religiösen Terminologie entkleidet – bis zu einem gewissen Grad auch säkulare Humanisten haben können, nur dass Christen ihre Realisierung auf eine Weise erwarten, die letztendlich alle irdischen Maßstäbe transzendiert.

An dem Prozess, der Tränen versiegen und Leid und Geschrei verstummen lässt, sehen Christen durchaus die praktizierenden säkularen Humanisten beteiligt. Sie wissen auch alles säkulare Handeln und Verantworten unter dem Walten Gottes. Gut hat das Karl Barth zum Ausdruck gebracht. Er redet einerseits von der »Menschlichkeit Gottes«48 und geht davon aus, dass es »keine Humanität außerhalb der Humanität Jesu Christi« gibt.49 Doch zugleich und gerade deswegen weiß er: »Eine Beteiligung der Menschheit an diesem Dienst (des barmherzigen Nächsten), die Möglichkeit kann schon angesichts des Samariters im Gleichnis nicht bestritten werden …«. Dem Menschen als solchem – so Karl Barth – ist dazu eine »Berufung«, ein »character indelebilis mitgeteilt, in welchem er, auch wenn er nicht einmal um die Kirche wüsste, auch wenn sie ihm gleichgültig, auch wenn er ihr Feind sein sollte, als Draußenstehender und doch ihr Gegenüberstehender, an ihrer Existenz in seiner Weise Anteil hat.«50 Deswegen sollte es für Christen und christliche Kirchen eine Selbstverständlichkeit sein, wo immer sie können, mit humanistischen Initiativen, die ihren Zielen entsprechen, zusammenzuarbeiten.

 

4 Streit um die Menschlichkeit

Die verschiedenen Konzeptionen von Humanismus und auch von Christentum ergeben kein sehr harmonisches Bild, insbesondere auch dann, wenn man noch die Menschenbilder nichtchristlicher Religionen hinzunimmt. Aber der Streit um die Menschlichkeit und ihre Verwirklichung könnte durchaus fruchtbar sein. In ihm könnte zunehmend deutlicher werden, was den Menschen gut tut und wovor sie sich schützen sollten. Humanismus und christlicher Glaube sind auf die Lebensfähigkeit des einzelnen Menschen und der Menschheit – und damit auf die Zukunft – bezogen. Karl Rahner plädiert dafür, dass sich beide für eine eben beiden nicht bekannte Zukunft offen halten sollten. Damit verbindet sich nach seiner Sicht die Notwendigkeit für beide, sich gegenseitig einen »Freiheitsraum« offen zu halten, »weil die Offenheit auf die absolute Zukunft hin nur in Freiheit realisierbar ist«.51

Diesen Vorschlag halte ich für weiterführend. Doch sollte man wohl vermeiden, Christentum und Humanismus von vornherein als zwei konkurrierende Größen zu verstehen. Es geht ja aus christlicher Sicht nicht um die Alternative Humanismus oder Christentum. Das Christentum sieht die Humanismen, soweit irgend möglich, als Partner. Das hat sich besonders im Zusammenhang mit der Diskussion um das Verhältnis von Christentum und Marxismus gezeigt und etwa im Kampf um eine auch karitativ effektive Befreiungstheologie in Lateinamerika bewährt. Auch wenn bestimmte Varianten des Humanismus sich dezidiert gegen das Christentum aussprechen, weiß christlicher Glaube selbst dies einem größeren Sinnzusammenhang zuzuordnen, wie das Beispiel der Theologie Karl Barths illustriert. Glaube ist ein Angebot an jedweden Humanismus, sich tiefer zu verstehen und von ihm noch nicht ausgeschöpfte Kräfte zu nutzen.

Die Koordinaten einer globalisierten Welt, in der unterschiedliche Religionen und Weltanschauungen eine Beziehung zueinander finden müssen und in der Areligiosität und Atheismus zunehmend eine wichtige Rolle spielen werden, legen es der Christenheit und speziell den Kirchen der Reformation nahe, die Anschluss- und Konfliktbereiche mit den jeweils anderen Positionen zu finden und zu markieren. Christlicher Glaube darf sich nicht als eindeutige und manifeste Alternative zu säkularem Humanismus verstehen. Er sollte sich vielmehr dafür bereithalten, als Orientierungshilfe und Kraftquelle für humanistisches Verhalten und Handeln zu Verfügung zu stehen. Nach seinem Selbstverständnis ist praktizierter christlicher Glaube eine unausgeschöpfte und zugleich unerschöpfliche Ressource für eine humanistische Praxis, die sich nicht durch ideologische Selbstbegrenzungen an ihrer vollen Selbstentfaltung hindert. Die christlichen Kirchen und die einzelnen Christ*innen, sind heute herausgefordert, ihre entsprechenden Einsichten und Erfahrungen in die Gesellschaft einzubringen. Aus der Sicht von Nichtchristen mag sich das äußern in einem »offenen Streit um die je größere Humanität«, an dem »religiös motivierte«, »agnostische« und »atheistische Humanisten« beteiligt sein sollten, wie es ein Religions- und Kultursoziologe kürzlich formuliert hat.52 Die Christenheit hat sich daher um eine überzeugende Diakonie und eine verständliche, auch für Nichtchristen nachvollziehbare »öffentliche Theologie« zu bemühen.

Humanismus und/oder christlicher Glaube? Es braucht beides. Christen und christliche Kirchen sollten versuchen, einen überzeugenden Humanismus zu leben und die Zusammenarbeit mit Humanisten nicht scheuen – und zugleich wissen, dass darum gerungen werden muss, worin wahrer Humanismus besteht. Insofern gilt auch hier, was Rudolf Otto im Blick auf das Verhältnis der Religionen zueinander prophezeit hat: »Ein Riesenringen bereitet sich vor …, wo endlich Geist auf Geist, Ideal auf Ideal, Erlebnis auf Erlebnis trifft, wo jeder ohne Hülle sagen muss, was er Tiefstes, was er Echtes hat und ob er etwas hat.«53

 

Anmerkungen:

1 Schriften zur Theologie VIII, 239.

2 Heinz Robert Schlette antwortet Eberhard Rolinck, Humanismus statt Religion? Grundzüge einer neuen Solidarität, Düsseldorf 1970.

3 »Ubique Christus habitat (…): sub quavis veste bene colitur pietas, si non desit animus.« Opus Epistolarum Des. Erasmi Roterodami, ed. P.S. Allen, Tom. II, Oxonii 1910, Nr. 447, Z. 414.

4 Vgl. Lewis W. Spitz, Art. Humanismus/Humanismusforschung, in: TRE 15, 639-661; bes. 641f, 653-659.

5 Zit. n. Jörg Lauster, Die Verzauberung der Welt. Eine Kulturgeschichte des Christentums, Darmstadt 2014, 258.

6 Karl Marx/Friedrich Engels, Die heilige Familie, oder Kritik der kritischen Kritik (1845); zit. n. G. Klaus, M. Buhr, Philosophisches Wörterbuch Bd. 1, Leipzig 1971, 489.

7 Ebd., 490.

8 Vgl. Reinhold Miller, Vom Wesen des sozialistischen Menschen, Berlin 1960.

9 So im Schlusskapitel: »Der humanistische Charakter der kommunistischen Gesellschaftsordnung und der sozialistischen Moral«, ebd.

10 Jean Paul Sartre, Ist der Existenzialismus ein Humanismus?, in: ders., Drei Essays, Frankfurt/M. und Berlin Wien 1973, 7-51; Zitat: 36.

11 Ebd., 11.

12 1947 (GA 9, 313ff).

13 GA 9, 333f.

14 Mouhanad Khorchide, Gott glaubt an den Menschen. Mit dem Islam zu einem neuen Humanismus, Freiburg i.Br. 2015.

15 Vgl. Konfuzius. Hg. von Lin Yutang, Hamburg 1957, 19-22; 126ff. Zur Goldenen Regel (Konfuzius, Gespräche XII,2) ebd., 128.

16 Vgl. Christian Wolff, Oratio de Sinarum philosophia practica/Rede über die praktische Philosophie der Chinesen. Übersetzt, eingeleitet und hg. von Michael Albrecht. Lateinisch-Deutsch, Hamburg 1985, bes. Einleitung §§ 10f.

17 Joachim Kahl, Weltlicher Humanismus. Eine Philosophie für unsere Zeit, Berlin 42009.

18 Humanistisches Selbstverständnis, Stand 20.02.2011 (zit. n. Hans-Martin Barth, Konfessionslos glücklich. Auf dem Weg zu einem religionstranszendenten Christsein, Gütersloh 2013, 47. Inzwischen gibt es ein mehrseitiges »Humanistisches Selbstverständnis 2015« als Download: http://www.humanismus.de/selbstverstaendnis (abgerufen 13.2.2018).

19 Harper: New York etc. 2009.

20 (wie Anm. 17), 195ff.

21 Yuval Noah Harari, Homo Deus. Eine Geschichte von morgen, München 2017.

22 So fasst Georg Vogel-Sedlmayr zusammen: Yuval Noah Harari. Globalhistoriker zwischen philosophischer Anthropologie und Buddhismus, in: EZW 81 (2018), 18, 15. Zitat: 15.

23 Homo Deus, 244.

24 Vgl. https://hpd.de/artikel/grosse-harari-verwirrung-14664 (abgerufen 20.11.2019).

25 http://www.philolex.de/humanism.htm (abgerufen 9.2.2018).

26 TRE 15, 675.

27 Heinz Robert Schlette (wie Anm. 2), Düsseldorf 1970, 26.

28 Vgl. die taubstumme Katrin in Brechts »Mutter Courage«!

29 Philipp Möller, Gottlos glücklich. Warum wir ohne Religion besser dran wären, 2017.

30 Richard Dawkins, Der Gotteswahn, Berlin 2007, 359.

31 Mit Richard Dawkins, Vom Virus des Glaubens, Aschaffenburg 2008.

32 Carsten Frerk/Michael Schmidt-Salomon, Die Kirche im Kopf. Von »Ach Herrje« bis »Zum Teufel«, Aschaffenburg 2007.

33 Franz M. Wuketits, Was Atheisten glauben, Gütersloh 2014, 156.

34 Christentum contra Humanismus: http://www.bibel.com/christentum-contra-humanismus-t8358-20.html. (abgerufen 12.2.2018). Schwaches Christentum tendiert zum Humanismus:
Jesus.ch: http://www.jesus.ch/themen/glaube/andachten/veraendert_in_sein_bild/113165-schwac (abgerufen 12.2.2018).

35 Raimundo Panikkar, Das Christentum ist kein Humanismus: DOKDos 1952_1 _01.pdf (nicht näher ausgewiesen; abgerufen 12.2.2018), 18.

36 Ebd. 28.

37 Vgl. Jer. 17,3.5.

38 GS 55.

39 https://www.abendblatt.de/politik/article108215630/Papst-fordert-einen-neuen-christlichen-Humanismus.html (abgerufen 13.2.2018).

40 Botschaft von Johannes Paul II. an die Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Kultur. https://w2.vatican.va/content/john-paul-ii/de/speeches/1999/november/documents/hf_jp-ii_spe_19991119_plenary-pc-culture.html
abgerufen 14.3.2018).

41 Auch der Islam kann sich inzwischen als »humanistisch« und als »Humanismus« präsentieren. Vgl. Khorchide (Anm. 14).

42 Friedrich Wilhelm Graf, Missbrauchte Götter. Zum Menschenbilderstreit in der Moderne, München 2009, 177ff.

43 In Epistulam Ioannis ad Parthos zu 1 Io 4,4-12.

44 Gegen Alexander Schwan, Humanismen und Christentum, Freiburg i.Br. 1981, 52.

45 Der Heidelberger Katechismus. Hg. von Otto Weber, Gütersloh 4. Aufl. 1990, 47ff (Der dritte Teil. Von der Dankbarkeit); Zitat: 86. Frage/Antwort, 47.

46 WA 7, 35,32.

47 WA 50, 192ff.

48 Karl Barth, Die Menschlichkeit Gottes, Zollikon-Zürich 1956.

49 KD II/2, 601.

50 KD I/2, 466.

51 Schriften zur Theologie VIII, 258.

52 Richard Faber, Gegen Personenkult, Reformationsmonopol und weltanschauliche Exklusivität. Aus Anlass der »Lutherdekade« für Humanismus und Aufklärung, in: F.O. Wolf (Hg.), Humanismus – Reformation – Aufklärung, Berlin 2013, 8-22; Zitat: 22. Vgl. auch Eberhard Tiefensee, Was ist der Mensch – was soll er sein? Humanismus – Antihumanismus –Transhumanismus – Posthumanismus, in: Thomas Bahne und Katharina Waldner (Hgg.), Die Perfektionierung des Menschen? Religiöse und ethische Perspektiven, Münster 2018, 65-80.

53 ChW 27 (1913), 1239.

 

Über die Autorin / den Autor:

Prof. em. Dr. Hans-Martin Barth, bis 2005 Prof. für Syst. Theologie und Religionsphilosophie an der Universität Marburg, 1997-2009 Präsident des Evang. Bundes; Schwerpunkte: Ökum. Theologie, interreligiöser Dialog.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 12/2019

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