Pfarrer für frühe Krisenintervention bei Konflikten in Gemeinden

Fulda, 25.9.2006 (epd). Der evangelische Pfarrerverband hat bei Konflikten zwischen Pfarrern und Gemeinden eine frühzeitige Krisenintervention gefordert. Der Vorsitzende des Berufsverbandes, Klaus Weber, kritisierte am Montag auf der Mitgliederversammlung in Fulda eine Zunahme der Zahl so genannter Nichtgedeihlichkeitsverfahren gegen Geistliche in einigen Landeskirchen. Führungskräfte wie Dekane müssten sich früher als bisher in Konflikte in Gemeinden einschalten.

Wenn der Kirchenvorstand nicht zu einer «Konflikt bereinigenden Maßnahme» bereit sei, sollte auch die Möglichkeit der Neuwahl des Kirchenvorstandes eröffnet werden, fügte Weber hinzu. Wenn das Verfahren keine Schuld des Pfarrers feststelle, sondern nur eine «Zerrüttung», dann müsse der Pfarrer eine neue Stelle bekommen und nicht in den Wartestand versetzt werden, forderte der Repräsentant von bundesweit rund 20.000 Pfarrerinnen und Pfarrern.

So genannte Nichtgedeihlichkeitsverfahren sind die Voraussetzung für die Versetzung eines Theologen in den Wartestand, wenn die Zusammenarbeit eines Pfarrers mit einer Gemeinde unmöglich geworden ist. Der Pfarrer muss dann die Gemeinde verlassen, bekommt in der Regel nur noch eingeschränkte Bezüge und einen anderen Beschäftigungsauftrag. Der 69. Deutsche Pfarrertag tagt noch bis diesen Dienstag in Fulda.